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Vip, Vip, Hurra! Megan Fox und die Schönheit der Dinge

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Hadert mit ihrem Aussehen: die schöne Megan Fox.

(Foto: imago images/Pacific Press Agency)

Die 2008 zur "Sexiest Woman" gekürte Schauspielerin Megan Fox leidet an Dysmorphophobie, Tom Cruise und Victoria Beckham ernten Spott und Häme für ihr Aussehen und "Captain Kirk" fliegt wirklich ins Weltall. Die Promi-Woche im Überblick.

Es gibt sie noch, diese Träumer, die allen Ernstes glauben, Social Media könnte die Menschen zusammenbringen, statt sie nur miteinander zu vernetzen. Alle würden über diese komische Zeit lachen, in der irgendein paar Apps mit Filtern entworfen wurden, die Menschen Glauben machen sollen, man könnte tatsächlich exakt so aussehen wie auf seinen retuschierten Fotos. Der Druck, immer jugendlich mit Schmollmund, großen Brüsten und makelloser Haut zu sein, wäre Schnee von gestern.

Madonna sähe einfach aus wie eine coole 63-Jährige in Blue Jeans und würde mit ihren extrem retuschierten, lächerlich auf jugendlich gepimpten Fotos nicht mehr die Leute zum Narren halten und Mädchen würden nicht schon mit 17 Jahren zum Schönheitschirurgen rennen, weil sie meinen, nicht dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen.

Doch statt sich freizumachen von dem Druck, der ihnen von einer Plastik-Plattform-Welt vorgemacht wird, und den Spieß einfach umzudrehen, beugen sich auch viele Prominente einem Ideal, das nie zuvor so künstlich war wie heute. Selbst Hollywoodstars - oder vielleicht sollte es besser heißen: vor allem Hollywoodstars können anscheinend nicht mehr in Würde altern. So wurde sich dieser Tage unter anderem über Tom Cruise das Maul zerrissen, der mit seinem Sohn Connor ein Baseballspiel in San Francisco genoss und für sein Aussehen jede Menge Spott und Häme einstecken musste.

Rätsel um Victoria Beckhams Lippen

Vielleicht hat er nur für eine Rolle ein wenig an Gewicht zugelegt. Vielleicht hat er sich die Weisheitszähne ziehen lassen. Vielleicht isst er auch einfach nur gern. Man kann nur spekulieren. Aber nein, alles muss immer gleich hässlich kommentiert werden. "Wie ein Cartoon" und "total entstellt" sähe er aus. So mancher munkelt, ob er sich zu oft beim Beauty-Doc das Gesicht aufspritzen lassen habe. Keiner sagt: Leute, haltet mal den Ball flach, der Mann wird nächstes Jahr 60!

Auch Victoria Beckham kann ein Lied davon singen, wie es sich anfühlt, ständig und überall bewertet zu werden. Jahrelang lächelte sie nicht und galt als "eingefroren", nun sorgt die 47-Jährige plötzlich mit einem Schmollmund für Wirbel und Spott. "Victoria Beckham (...) macht mir Angst! Sie bewegt nur noch ihre Augenlider und Lippen, wenn sie spricht. Das ist unnatürlich und verstörend", schreibt ein Zuschauer, der den Auftritt der Sängerin in der TV-Show "Good Morning America" gesehen hatte. "Diese Botox-Filler-Sache sieht vielleicht auf Bildern gut aus, aber wow, im echten Leben geht das gar nicht", lästert ein anderer.

Einer, den sein Aussehen nach Jahren der Eitelkeiten vielleicht nicht mehr so kümmert, ist "Star Trek"-Urgestein William Shatner. An diesem Mittwoch hat sich der 90 Jahre alte "Captain Kirk" noch unsterblicher gemacht, als er es ohnehin schon ist. Denn statt sich der Züchtung von seltenen Rosensorten zu widmen oder auf der Hollywoodschaukel den Lebensabend zu genießen, flog der kanadische Schauspieler als bislang ältester Mensch ins All. Viele Fans freuten sich für Shatner, doch der Ausflug in einer Raumfahrtkapsel von Amazon-Chef Jeff Bezos stieß auch auf Kritik. So äußerte sich etwa Prinz William in einem Interview mit der BBC: "Die schlauesten Köpfe der Welt sollten sich darauf konzentrieren, diesen Planeten zu reparieren, statt zu versuchen, den nächsten Ort zu finden, an den man gehen kann, um dort zu leben."

Und was war sonst so los die Woche?

Die Entertainerin Désirée Nick machte auf ein großes Problem der Medien und unserer Gesellschaft aufmerksam. Eher selten würde man über positive Ereignisse berichten. Wer laut schreit, blankzieht oder einen Skandal vom Zaun bricht, dem sei die Aufmerksamkeit stets gewiss. Aber leise Töne wie empathische Gespräche zweier Powerfrauen, darüber berichte kaum einer. In dieser Woche im Podcast der Künstlerin, die kein Blatt vor den Mund nimmt: die ehemalige Boxsportlerin Regina Halmich.

Und in der Tat: Was Halmich über ihr Leben berichtet, ist um Längen spannender, als der x-te Aufguss, wer in diesem Monat an der Seite der schönen Sophia Thomalla einschlafen darf. So berichtet die 44-Jährige unter anderem, wie sie sich sprichwörtlich in einer Männerdomäne durchgeboxt habe, von saudämlichen Journalisten-Fragen, etwa, wie ein Kampf verlaufe, wenn frau beispielsweise ihre "Tage habe" und über den Ehrgeiz, der Frauen in der Boxwelt schlichtweg nicht zugetraut worden war. Deshalb an dieser Stelle: Lauschen wir Ladys, die wirklich was zu erzählen haben!

Das hat auch Megan Fox, die nur schwer nachvollziehen kann, dass es Menschen gibt, die sie schön finden. Sie selbst fühle sich hässlich, leide an "Dysmorphophobie" - einer psychischen Störung, bei der Betroffene sich teils sogar entstellt fühlen und sich übermäßig auf ihr Aussehen fokussieren.

Setzen wir am Ende dieser Woche den Fokus auf das Positive, und zwar auf die Schauspielerin Jana Pallaske, die mit ihrem Partner Sascha Girndt ins "Sommerhaus der Stars" eingezogen ist und dort allen zeigt, wie sehr sie das Leben umarmt. Kein Platz für Hass, Streit und Profilierungssucht - oder wie der schottische Philosoph David Hume einst sagte: "Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen, der sie betrachtet." Bis nächsten Freitag.

Quelle: ntv.de

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