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Missbrauchs-Doku im TV Michael-Jackson-Fans wollen demonstrieren

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Am Denkmal für Jackson in München machen Fans bereits ihrem Ärger Luft. "Innocent" ("Unschuldig") steht auf einem Bild, "Stop Filthy Press" ("Stoppt die schmutzige Presse") auf einem anderen.

(Foto: dpa)

Kann nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf? Oder sind die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen Michael Jackson in der Dokumentation "Leaving Neverland" doch aus der Luft gegriffen? Fans des King of Pop sind sich sicher - und kündigen Proteste gegen die Ausstrahlung im deutschen Fernsehen an.

Die umstrittene Dokumentation "Leaving Neverland" über den verstorbenen Popstar Michael Jackson schlägt seit Wochen hohe Wellen. Auch in Deutschland erregt der Film von Regisseur Dan Reed die Gemüter.

Am Samstagabend plant der Sender Pro7, die Doku erstmals im deutschen Free TV auszustrahlen. Jackson-Fans hätten deshalb eine Demonstration vor der Senderzentrale in Unterföhring bei München angekündigt, berichtet unter anderem die "Abendzeitung".

"Verleumdungen und Falschaussagen"

Man wolle mit den Protesten auf "Verleumdungen und Falschaussagen" aufmerksam machen, heißt es. Eine Sprecherin des Landratsamtes bestätigte, dass eine solche Veranstaltung angemeldet worden sei.

In der US-amerikanischen Doku werden alte Vorwürfe, Jackson habe auf seinem "Neverland Ranch" genannten Anwesen Kinder missbraucht, untermauert und präzisiert. Dazu dienen vor allem die Aussagen von zwei vermeintlichen Opfern - Wade Robson und James Safechuck.

Kritiker äußern Zweifel am Wahrheitsgehalt der Anschuldigungen, die sehr glaubhaft vorgetragen werden. Beide angeblichen Opfer hatten früher noch erklärt, nicht von Jackson missbraucht worden zu sein.

Widersprüche nachgewiesen

Zudem wurden der Doku inzwischen Widersprüche in ihrer Darstellung nachgewiesen. So behauptet etwa Safechuck in dem Film, es habe zwischen 1988 und 1992 mehrere Übergriffe des Sängers auf ihn auf der "Neverland Train Station" gegeben. Tatsächlich jedoch wurde diese Station erst 1993 gebaut und 1994 eröffnet.

München gilt seit vielen Jahren als Hochburg der Jackson-Fans innerhalb Deutschlands. In der Nähe des Luxus-Hotels "Bayerischer Hof" in der Innenstadt befindet sich seit langer Zeit eine Art Pilgerstätte für Fans am Orlando-di-Lasso-Denkmal. Solange die Vorwürfe nicht bestätigt würden, soll die Duldung für die Stätte laut Aussagen eines Sprechers der Regierung von Oberbayern nicht widerrufen werden.

Quelle: n-tv.de, vpr/spot