"Angeglotzt wie ein Monster"Monica Lierhaus schildert Folgen ihrer Gehirn-OP

Vor mittlerweile 17 Jahren wirft ein medizinischer Kunstfehler Moderatorin Monica Lierhaus komplett aus der Bahn. Noch heute leidet sie an den Folgen einer misslungenen Gehirn-OP. Nun erinnert sie sich noch einmal an den Ärzte-Pfusch und die Folgen.
Die frühere "Sportschau"-Moderatorin Monica Lierhaus hat neue Einblicke in das vermutlich dunkelste Kapitel ihres Lebens gewährt. "Ich konnte nicht gehen, stehen, sitzen. Ich konnte nicht einmal schlucken", erinnert sich die 55-Jährige im Podcast "Wie geht's?" mit Robin Gosens an die Zeit nach ihrer folgenschweren Gehirn-Operation.
Im Januar 2009 sollte ein Aneurysma im Gehirn von Lierhaus entfernt werden. Doch während des Eingriffs ging etwas schief, schwere Hirnblutungen waren die Folge. Die damals erfolgreiche Sportjournalistin musste in ein künstliches Koma versetzt werden. Vier Monate schwankte sie zwischen Leben und Tod. Den Angehörigen rieten die Ärzte bereits, sich von ihr zu verabschieden.
Doch Lierhaus kämpfte sich zurück. Als sie nach vier Monaten erwachte, musste sie allerdings feststellen, dass nichts mehr war wie zuvor. "Ich konnte gar nichts, ich war wie eine lebende Leiche", beschreibt sie ihren damaligen Zustand gegenüber Fußballer und Moderator Robin Gosens. "Man fühlt sich erst mal gefangen in einem Körper, der nicht mehr funktioniert."
"Nehmt mich oder lasst es"
Was folgte, war ein zäher Kampf zurück ins Leben. Acht Monate dauerte ihre Rehabilitation am Bodensee. Weil Lierhaus anfangs nicht einmal selbstständig schlucken konnte, musste sie mit pürierter Nahrung versorgt werden - eine Erfahrung, die sie als "grauenvoll" bezeichnet. Dennoch setzte sie sich von Beginn an ein ehrgeiziges Ziel: "Mir war total klar, ich werde diese Reha auf meinen eigenen Füßen verlassen."
Die Rückkehr in den Alltag brachte neue Herausforderungen mit sich. "Es war ganz fürchterlich. Ich bin angeglotzt worden, als ob ich ein Monster wäre. Es war eine Katastrophe, wirklich schlimm", erinnert sich Lierhaus an die Zeit nach ihrer Entlassung aus der Klinik. Hinzu kam die Belagerung durch Paparazzi, die jeden ihrer Schritte dokumentieren wollten.
2011 entschied sich die Journalistin deshalb für einen bemerkenswerten Schritt: Bei der Verleihung der Goldenen Kamera trat sie erstmals wieder öffentlich auf - nach dem Motto: "Nehmt mich oder lasst es", wie sie im Podcast verrät. Es war ihr Weg, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen.
"Das war einfach Pech"
Bemerkenswert offen zeigt sich Lierhaus auch gegenüber dem Chirurgen, dessen Operation ihr Leben so dramatisch veränderte. "Meine Operation ist komplett schiefgegangen. Dieser arme Mann, der tut mir total leid. Das war einfach Pech", sagt sie über den Mediziner, für den der Eingriff die letzte Operation vor seinem Ruhestand war. Statistisch laufe nur eine von 100.000 Operationen so verheerend schief.
Bis heute leidet Lierhaus unter den Folgen des Eingriffs, besonders ihr Gleichgewichtssinn ist beeinträchtigt. Bei einer Treppe ohne Geländer sei sie "aufgeschmissen", gesteht sie. "So richtig akzeptiert habe ich es bis heute nicht." Trotzdem betont die Journalistin, die mittlerweile wieder im Team von "RTL Aktuell" arbeitet, dass sie ihre Persönlichkeit nicht verändert habe - nur "etwas milder und geduldiger" sei sie geworden.