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Aussage am zweiten ProzesstagMutmaßliches Høiby-Opfer spricht von "Verrat und Schock"

04.02.2026, 12:37 Uhr
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Marius Borg Høiby (hier im Jahr 2022 mit seiner Mutter Mette-Marit) wird der Prozess gemacht. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Am zweiten Prozesstag gegen Marius Borg Høiby sagt eine Frau aus, die der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit im Schlaf sexuell missbraucht haben soll. Auch der Angeklagte wird zu Wort kommen.

Im Vergewaltigungs-Prozess gegen Marius Borg Høiby hat der zweite Verhandlungstag am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur NTB mit der Aussage eines mutmaßlichen Opfers begonnen. Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin soll die Frau während einer Party in der Residenz von Norwegens Kronprinzenpaar - Schloss Skaugum - sexuell berührt haben und mit dem Finger in sie eingedrungen sein, während sie schlief. Außerdem soll er die Frau dabei gefilmt haben. Der 29-Jährige ist deshalb nach norwegischem Recht wegen Vergewaltigung angeklagt - in diesem und drei weiteren Fällen.

Das mutmaßliche Opfer hatte laut NTB bereits am Dienstag ausgesagt und sprach von "Verrat und Schock". Høiby und sie hätten zunächst auf einer Toilette sehr kurz Sex gehabt. Danach könne sie sich an nichts mehr erinnern. Sie habe so einen Blackout noch nie erlebt. "Vielleicht habe ich etwas eingeflößt bekommen, das ich nicht selbst zu mir genommen habe", zitierte die norwegische Zeitung "Verdens Gang" die Frau. Dass der Sohn von Mette-Marit sie missbraucht und gefilmt haben soll, habe sie zunächst gar nicht geglaubt: "Ich konnte nicht verstehen, dass Marius mir so etwas antun konnte."

Mette-Marits Sohn wird aussagen

Am Nachmittag soll der Angeklagte zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Seine Verteidigerin, Ellen Holager Andenæs, erklärte gegenüber "Verdens Gang" am Morgen: "Es ist sein Wunsch, sich zu erklären." Doch er habe auch "große Angst vor der ganzen Situation", so Andenæs nach dem ersten Verhandlungstag. Dazu trage auch die enorme öffentliche Aufmerksamkeit bei.

Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin ist in 38 Punkten angeklagt, darunter wegen vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht - eine davon mit Geschlechtsverkehr. Außerdem soll er die Frauen gefilmt haben.

Der Norweger hatte die schwersten Vorwürfe zum Auftakt des Prozesses bestritten. Einige andere Taten - darunter Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogenmissbrauch und Verkehrsdelikte - hatte er teilweise eingeräumt.

Erneute Verhaftung wegen Messervorfall

Kurz vor dem Prozess hatte die Polizei Høiby am Sonntag erneut aufgegriffen: Er soll mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben. Der Sohn von Mette-Marit muss deshalb für vier Wochen in Untersuchungshaft. "Das ist für den Fall natürlich in keiner Weise glücklich", sagte Verteidigerin Andenæs.

Laut norwegischen Medien wurde der 29-Jährige nach dem Vorfall am Wochenende im Krankenhaus behandelt. Dort soll ihn demnach auch die Familie des Kronprinzen besucht haben. Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit bleiben dem Prozess fern und wollen ihn auch nicht kommentieren.

Quelle: ntv.de, csp/dpa

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