Nach ihrem "Tatort"-AbschiedNemec und Wachtveitl wenden sich an die Fans

Aus, Schluss, vorbei: Mit ihrem 100. Fall verabschieden sich die Münchner Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr vom "Tatort". Das geht nicht nur den Fans nahe, sondern auch den beiden Darstellern Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, die sich am Tag danach zu Wort melden.
35 Jahre, 100 Fälle, eine Ära. Als Kriminalhauptkommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr haben Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl den deutschen Sonntagskrimi geprägt wie kaum ein anderes Duo. Ihr Abschied am Osterwochenende im Ersten zog Millionen vor den Bildschirm. Doch das letzte Wort haben die beiden Schauspieler nun selbst.
Nach der Ausstrahlung ihres "Tatort"-Finales wandten sich Nemec und Wachtveitl in persönlichen Botschaften direkt an ihre langjährigen Fans. Wachtveitl schrieb: "Es waren herrliche Jahre! Danke für eure Treue und die vielen freundlichen Worte zum Abschied von Franz Leitmayr. Mir fehlt er auch schon." Und mit einem Schmunzeln fügte er hinzu: "Auf ein Wiedersehen ... in der Mediathek?"
Miroslav Nemec wiederum wählte einen anderen, fast philosophischen Ton: "So viele schöne Nachrufe bekommt man eigentlich erst nach dem Ableben - ich freue mich, diese Zuneigung noch zu Lebzeiten genießen zu dürfen."
Sag es mit einem Gedicht
Wachtveitl ließ es dabei nicht bewenden. Er verfasste für die "Tatort"-Gemeinde sogar ein Gedicht. Darin lässt er die Jahrzehnte gemeinsamer Ermittlungen Revue passieren:
Kombiniert und gedacht, bei Tag und bei Nacht, wenig geschossen, und unverdrossen Mörder gefangen. Spät ins Bett gegangen. Früh wieder raus, jahrein und jahraus.
Gefreut und gestritten, mit Opfern gelitten. Zeugen bestellt und Quoten gezählt. In eineinhalb Stunden Freunde gefunden, gezankt und gelacht ... hat Freude gemacht.
Ich war betrübt, ich hab gefroren. Ich war verliebt bis über die Ohren, und manchmal war ich auch gestresst ... vor allem aber war's mir ein Fest!
Werden sie jetzt Detektive?
Das Finale der Doppelfolge "Unvergänglich" - Regie: Sven Bohse, Drehbuch: Johanna Thalmann und Moritz Binder - ließ die beliebten Ermittlerfiguren überleben. Batic und Leitmayr eröffnen in Zagreb eine Detektei, wie eine Visitenkarte andeutet. Kein endgültiger Schlussstrich also - was die Fantasie der Fans inspiriert.
In den sozialen Netzwerken überschlugen sich die Reaktionen. "Keiner ist gestorben, Tür auf für neue Geschichten als Detektive", schrieb ein Fan auf Instagram. Andere stellten sich konkret vor, wie ein Spin-off aussehen könnte - ähnlich dem legendären Schimanski-Ableger. "Ich dachte direkt an einen Gastauftritt im Kroatien-Krimi. Das würde doch passen", hieß es in einem weiteren Kommentar.
Ob daraus jemals etwas wird, lässt der Bayerische Rundfunk (BR) offen. Auf die Nachfrage ob ein Spin-off à la Schimanski geplant sei, antwortete die "Tatort"-Redaktion knapp, aber nicht abschließend: "Aktuell ist noch nichts geplant, aber sag niemals nie!"