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"Ich hatte keinen Halt mehr" Nora Tschirner spricht über Depressionen

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Heute geht es ihr besser: Nora Tschirner.

(Foto: imago/Andreas Gora)

Stets ein bisschen patzig, humorvoll und einen frechen Spruch auf den Lippen - so kennen die Film- und Fernsehzuschauer Nora Tschirner. Doch abseits der Kameras hat die "Tatort"-Kommissarin die Schattenseiten des Lebens kennengelernt. So berichtet sie nun von Depressionen.

Nora Tschirner hat jahrelang unter Depressionen gelitten. Das offenbarte die Schauspielerin in einem offenen Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung".

"Meine erste depressive Episode hatte ich schon mit 18, aber vor zehn Jahren kam der Tiefpunkt", erklärt die 39-Jährige in dem Interview. Als Symptome nennt sie Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Angst, Lustlosigkeit und Schlaflosigkeit.

Ihre erste Therapie habe sie mit 25 Jahren gehabt, plaudert Tschirner weiter aus. Später sei sie zwei Wochen in stationärer Behandlung gewesen, ein Jahr habe sie Psychopharmaka genommen. Im Jahr zuvor habe sie neue Projekte abseits der Filmwelt gestartet, wie etwa ihre Band.

"Mein Mahnmal"

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Seit 2013 ist sie mit Christan Ulmen im "Tatort" zu sehen.

(Foto: imago/STAR-MEDIA)

"Ich hatte keinen Halt mehr. Ich war allein mit mir", sagt Tschirner. Die Depression habe ihr das Gefühl gegeben, dass etwas nicht stimmte. "Ich hatte den Kontakt zu mir verloren, und sie war die Erste, die sich getraut hat, mich drauf aufmerksam zu machen, mein Mahnmal quasi", so Tschirner. "Ein sprücheklopfender, nerviger, aber wohlmeinender Freund."

Die Psychologin habe sie gefragt, wann die depressiven Zustände eintreten würden, erläutert Tschirner. "Es stellte sich raus: an den krassen Pressetagen, an denen ein Interview dem nächsten folgt, und die kein Ende nehmen  - und an 16-Stunden-Drehtagen. Also in zeitlich begrenzten Arbeitsphasen."

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen
  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Deutschlandweites Info-Telefon Depression, kostenfrei: 0800 33 44 5 33

  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der Deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

"Tatort"-Zukunft ungewiss

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Mittlerweile sei die Angst komplett weg, denn sie wisse, was zu tun sei, erklärt die Schauspielerin. "Ich bin seit vielen Jahren frei von Symptomen, habe mir ein gutes Umfeld gebaut, treffe Vorkehrungen", sagt Tschirner. Ihr helfe es, mit ihren Freunden zu reden oder Zeit mit ihren Pferden zu verbringen. "Einmal komplett aufzuladen."

Nora Tschirner wurde nach der Jahrtausendwende als Moderatorin beim Musiksender MTV bekannt. Danach schlug sie eine Schauspielkarriere in Streifen wie "Soloalbum" oder "Keinohrhasen" ein. Von 2013 an bildete sie mit ihrem ehemaligen MTV-Kollegen Christian Ulmen das Ermittlerduo Lessing und Dorn im "Tatort" aus Weimar. Derzeit ist unklar, ob sie ihr Engagement in der Krimireihe fortsetzt. In der bis dato letzten "Tatort"-Folge aus Weimar mit dem Titel "Der feine Geist" kam ihr von Ulmen gespielter Partner Lessing ums Leben.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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