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Paukenschlag zum neuen Jahr Ist der Weimar-"Tatort" am Ende?

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Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) haben zum letzten Mal gemeinsam ermittelt - zumindest lebend.

(Foto: MDR/MadeFor/Steffen Junghans)

Mit einem Paukenschlag läutet der Weimarer "Tatort" das neue Jahr ein: Lessing wird erschossen. Was das für die Zukunft des "Tatort" bedeutet und warum der Kommissar auch nach seinem Tod weiter ermitteln könnte, erfahren Sie hier.

Wer wollte, wusste zwar schon gute zwei Wochen vor dem Sendetermin des Weimarer Neujahr-"Tatorts", dass Christian Ulmens Filmfigur Lessing das Ende von "Der feine Geist" nicht erleben würde. Für alle anderen dürfte das Ableben des beliebten Ermittlers aber eine gewaltige Überraschung gewesen sein - zumal in der ersten Hälfte des Films nur wenig darauf hindeutete. Ob mit Vorwissen oder ohne: Der Knall, mit dem der "Tatort" das neue Jahr einläutet, ist nach diesem böllerfreien Silvester ohrenbetäubend und wirft einige spannende Fragen auf.

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Ist entgegen aller Erwartungen nicht Lessings Mörder: Security-Unternehmer Geist (Ronald Zehrfeld).

(Foto: MDR/MadeFor/Steffen Junghans)

Beginnen wir am besten mit den Fakten: Nach elf Episoden ist Schluss für Kommissar Lessing, er wird bei der Verfolgung einer Flüchtigen in der Weimarer Parkhöhle erschossen. Das Ende des Weimarer "Tatorts" ist das allerdings noch lange nicht, und auch für das Ermittlerduo und Film-Ehepaar Ulmen und Tschirner ist nach sieben gemeinsamen Jahren nicht zwangsläufig Schluss: Bereits im aktuellen Fall erscheint der verstorbene Lessing seiner Frau als Geist - ein Kunstgriff, über dessen Fortsetzung der MDR offenbar intensiv nachdenkt.

Geist-Ermittler als Quotengarant?

"Der Tod unseres Kommissars Lessing und die Fortführung seiner Figur als Geist waren ein kreativer Vorschlag von Christian Ulmen", verrät die Pressestelle des Senders: "Diesen haben wir gerne aufgenommen, weil wir darin eine spannende Entwicklung sehen." Ob es allerdings so weit kommt, hängt wohl ganz entscheidend davon ab, wie "Der feine Geist" bei den Zuschauern ankommt: "Wir warten jetzt die Wirkung des Films ab und entscheiden dann, wie wir das Format weiterentwickeln." Wenn man der "Bild"-Zeitung glaubt, soll bereits im Januar ein Treffen stattfinden, bei dem die Verantwortlichen über die Zukunft der klamaukig-skurrilen Reihe entscheiden wollen. Die grobe Stoßrichtung sei zwar schon abgesteckt, verriet Lupo-Darsteller Arndt Schwering-Sohnrey dem Blatt, zum Zünglein an der Waage werden aber wohl die Zuschauer selbst.

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Nach den Richtungsstreits der vergangenen Jahre und vermehrten Vorwürfen einer "Verkunstung" der Krimiserie ist Abwarten in diesem speziellen Fall mit Sicherheit die richtige Entscheidung: Bei der Vorstellung eines Lessings als Geist-Ermittler an Dorns Seite ist der Aufschrei eines Teils des "Tatort"-Publikums quasi garantiert - die einzige Frage ist, wie groß er ausfallen wird.

Ausnahmsweise spielt Corona den Entscheidern dabei in die Hände: Weil es pandemiebedingt zu Drehverzögerungen kam, gibt es im kommenden Jahr ohnehin keinen Sendeplatz für einen Fall aus Thüringen. Der nächste Weimarer "Tatort" wird also so oder so erst 2022 über die Bildschirme laufen - genug Zeit für den MDR, über eine Zukunft mit oder ohne Ulmen zu entscheiden.

Quelle: ntv.de