"Werde sein Lachen vermissen"Haakon VIII. spricht in erster Rede als König über "warmherzigen" Vater

"Du hast uns alle unterstützt und Dich um uns gekümmert", richtet der neue norwegische König Haakon VIII. in seiner ersten TV-Ansprache emotionale Worte an seinen verstorbenen Vater. An einer Stelle bricht ihm die Stimme weg.
In seiner ersten Rede als neuer norwegischer König hat Haakon VIII. sich mit berührenden Worten an seinen gestorbenen Vater König Harald V. erinnert. "Danke, dass Du so ein guter Papa für Märtha und mich warst", sagte König Haakon VIII. in einer Ansprache im norwegischen Fernsehen und Radio. Mit dem Tod Haralds am frühen Freitagmorgen war Haakon sofort zum neuen Monarchen des skandinavischen Landes geworden. Er hat eine Schwester, Prinzessin Märtha Louise.
"Du warst ein warmherziger und humorvoller Großvater. Ein liebevoller und fürsorglicher Ehemann", sagte Haakon weiter. Alle seien gerne mit Harald zusammen gewesen, er habe für Zusammenhalt gesorgt. "Du hast uns alle unterstützt und Dich um uns gekümmert."
"Ich werde ihn vermissen", sagte der 53-Jährige über seinen Vater. "Ich werde sein Lachen vermissen. Seine warmherzige, heitere Art, Menschen und Situationen zu begegnen. Mein Vater hat es immer geschafft, die Menschen um sich herum dazu zu bekommen, sich zu entspannen." Für Kinder und Jugendliche habe er einen besonderen Platz im Herzen gehabt - und er sei ein guter Zuhörer gewesen. "Er begegnete allen mit Respekt und Großzügigkeit - und hat nie einen Unterschied zwischen den Menschen gemacht."
Für seinen Vater sei es eine große Stütze gewesen, Königin Sonja als Lebenspartnerin an seiner Seite zu haben. "Heute vor 58 Jahren haben die beiden geheiratet", erklärte Haakon. Dann bricht ihm kurz die Stimme weg, als er an seine Mutter gerichtet sagt: "Herzlichen Glückwunsch zum Hochzeitstag, liebe Mama."
"Glauben an ein Norwegen, in dem es Platz für alle gibt"
Nach dem Tod seines Vaters warte nun eine große Aufgabe auf ihn, so Haakon: "Er hat uns in der Familie immer daran erinnert, dass jeder die Dinge auf seine Art machen muss." Harald folgte seinem Vater König Olav. "Jetzt bin ich dran." Gemeinsam mit seiner Frau, Königin Mette-Marit, wolle er präsent sein, zuhören, und immer versuchen, die Lebenssituation unterschiedlicher Menschen zu verstehen. "Wir glauben an ein Norwegen, in dem es Platz für alle gibt."
Der neue Monarch bedankte sich nicht nur bei seiner Familie, sondern auch für die große Anteilnahme beim norwegischen Volk und schließlich bei seinem Vater: "Wir danken König Harald für alles, was er war, und alles, was er getan hat - für Norwegen - für alle in unserem Land."
Nachdem Harald V. 1991 den norwegischen Thron bestiegen hatte, hielt er ebenfalls eine Gedenkrede für seinen Vater König Olav. 35 Jahre war er anschließend König von Norwegen - und beim Volk enorm beliebt. Auch Haakon gilt als sympathisch und volksnah. Am kommenden Dienstagmittag legt der neue Monarch den vorgeschriebenen Eid auf die Verfassung im norwegischen Parlament ab. Die norwegische Bevölkerung kann dabei live im Fernsehen zusehen.
Trauer auch in Schweden
Auch die Kronprinzessin Victoria von Schweden findet nach dem Tod des norwegischen Königs Harald V. emotionale Worte: "König Harald war ein innig geliebter Patenonkel - immer herzlich und warmherzig", schrieb die 49-Jährige in einer Mitteilung. "Er hatte ein ansteckendes Lachen und stets ein Funkeln in den Augen." Der norwegische Monarch sei "ein außergewöhnlich wunderbarer Mensch" und ein Vorbild gewesen.
"Manche Menschen hinterlassen Spuren, die die Zeit niemals verwischt. König Harald war ein solcher Mensch", so Victoria weiter. "Mit seiner Wärme und seiner Präsenz besaß er die seltene Fähigkeit, Menschen wirklich zu sehen." Dann richtet sie das Wort an den Verstorbenen selbst: "Onkel Harald, Du wirst für immer in den Herzen von uns allen bleiben, die Dich geliebt haben!"
Ihre Gedanken und die ihres Mannes Prinz Daniel seien in diesen Tagen bei den Norwegern. "Wir senden Königin Sonja, König Haakon und Königin Mette-Marit sowie der ganzen norwegischen Königsfamilie unser tiefstes Mitgefühl."