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"Grand Budapest Hotel" freut sich Oscar-Verleihung: "Birdman" räumt ab

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"Birdman"-Regisseur Iñárritu mit einem seiner drei Oscars.

(Foto: AP)

Die Satire "Birdman" gewinnt den Oscar für den besten Film und wird auch für Regie und Drehbuch geehrt - Regisseur Iñárritu erhält drei Oscars. Julianne Moore und Eddie Redmayne werden als beste Darsteller ausgezeichnet. Auch eine Doku über Edward Snowden und eine deutsche Co-Produktion werden geehrt.

Der Mexikaner Alejandro G. Iñárritu ist der große Gewinner der diesjährigen Oscar-Verleihung. Sein Film "Birdman", eine Satire auf einen ehemaligen Superhelden-Darsteller, gewinnt den Academy Award für den besten Film.

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Neil Patrick Harris moderierte erstmals die Oscar-Show - wenn's sein muss, auch mal nackt.

(Foto: AP)

Iñárritu hatte zuvor bereits die Preise für die beste Regie und (zusammen mit anderen) für das beste Originaldrehbuch erhalten. An den Film ging auch der Academy Award für die beste Kamera: Emmanuel Lubezki war bereits im Vorjahr für "Gravity" ausgezeichnet worden.

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Den Oscar für die beste Hauptdarstellerin bekam Julianne Moore für "Still Alice". Sie spielt darin eine Frau, die an Alzheimer erkrankt. Bester Hauptdarsteller wurde Eddie Redmayne, der in "Die Entdeckung der Unendlichkeit" den Physiker Stephen Hawking darstellt.

Für Frauenrechte

Die Show in Los Angeles wurde erstmals von Neil Patrick Harris moderiert, der in Deutschland vor allem aus der Serie "How I Met Your Mother" bekannt ist. Er begann die Show mit einer Musicalnummer, die gleichzeitig eine Referenz an viele ältere Filme war.

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Patricia Arquette erhielt ihren Nebenrollen-Oscar von Jared Leto.

(Foto: REUTERS)

Der erste Oscar des Abends war an J.K. Simmons als bester Nebendarsteller für das Musikdrama "Whiplash" gegangen. Er spielt darin einen brutalen und jähzornigen Musiklehrer. Der Film wurde auch für den besten Ton und den besten Schnitt geehrt. Als beste Nebendarstellerin wurde Patricia Arquette ausgezeichnet. Sie spielt in "Boyhood" die Mutter des Hauptdarstellers. In ihrer Dankesrede forderte sie gleiche Rechte für Frauen, darunter auch die gleiche Bezahlung für Frauen. Meryl Streep, die zum 19. Mal für einen Oscar nominiert war (sie gewann dreimal), ging leer aus.

Den Oscar für die beste Dokumentation bekam die deutsche Co-Produktion "Citizenfour" über Edward Snowden, der das Ausmaß der internationalen Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA ans Licht gebracht hatte. Der in derselben Kategorie mit "Das Salz der Erde" nominierte Wim Wenders ging leer aus. Das beste adaptierte Drehbuch ging an "The Imitation Game" über den britischen Mathematiker Alan Turing.

Gewinner in Sachsen gedreht

Die Oscars für das beste Kostümdesign und das beste Make-Up gingen an Milena Canonero beziehungsweise an Frances Hannon und Mark Coulier für die britisch-deutsche Produktion "The Grand Budapest Hotel". Sie wurde auch für das beste Szenenbild und den besten Soundtrack ausgezeichnet - Komponist Alexandre Desplat war allerdings auch für "The Imitation Game" nominiert. Der Film von Wes Anderson entstand vorwiegend im sächsischen Görlitz und wurde vom Studio Babelsberg co-produziert.

Als bester Song wurde "Glory" aus dem Film "Selma" über Martin Luther King ausgezeichnet. Die Preisträger John Stephens aka John Legend und Lonnie Lynn aka Common verwiesen bei ihrer Dankesrede darauf, wie groß die rassistische Ungerechtigkeit auch heute noch in den USA ist. Zuvor wurde das Lied live aufgeführt - und bekam Standing Ovations vom Publikum.

Als bester fremdsprachiger Film wurde "Ida" aus Polen ausgezeichnet, der bereits den Europäischen Filmpreis als bester Film erhalten hatte. "Baymax - Riesiges Robowabohu" ist bester Animationsfilm, in der animierten Kurzversion gewann "Feast". Bester Kurzfilm wurde "The Phone Call", beste Kurz-Doku "Crisis Hotline: Veterans Press 1". Für die beste visuellen Effekte wurde der Science-Fiction-Film "Interstellar" ausgezeichnet. Der Kriegsfilm "American Sniper" von Clint Eastwood bekam den Academy Award für den besten Tonschnitt.

Ehrenoscar für Harry Belafonte

In insgesamt 24 Kategorien wurden Oscars verliehen. Mit jeweils neun Nominierungen waren "Birdman" und "The Grand Budapest Hotel" als Favoriten ins Rennen gegangen. Große Chancen wurden auch dem Drama "Boyhood" eingeräumt, das sechs Mal nominiert war - aber nur einen Oscar erhielt. Kritisiert worden war die Academy dafür, dass nur weiße Schauspieler nominiert wurden. Zudem wurde keine Frau für die beste Regie nominiert.

Erinnert wurde auch an die Empfänger der Ehrenoscars: die Schauspielerin Maureen O'Hara, den japanischen Filmemacher Hayao Miyazaki und den französischen Drehbuchautor Jean-Claude Carrière. Den Jean Hersholt Humanitarian Award erhielt der Schauspieler und Sänger Harry Belafonte.

Der deutsche Komponist Hans Zimmer, der für seinen Soundtrack zu dem Science-Fiction-Film "Interstellar" nominiert war, ging leer aus. Es ist seine zehnte Nominierung, 1995 gewann er den Oscar für die Musik zum Trickfilm "Der König der Löwen".

Quelle: ntv.de, mli