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"Extrem gewaltsam" vergewaltigt? Polanski wehrt sich gegen Vorwürfe

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Star-Regisseur Polanski weist Vergewaltigungsvorwürfe zurück.

(Foto: picture alliance / Ennio Leanza/)

In mehreren Briefen an Brigitte Macron erhebt eine französische Schauspielerin schwere Vergewaltigungsvorwürfe gegen Roman Polanski. Mit der Reaktion der First Lady offenbar unzufrieden, wendet sich die Frau an die Presse und macht ihre Geschichte publik. Der Regisseur kündigt rechtliche Schritte an.

Oscar-Preisträger Roman Polanski hat die Vergewaltigungsvorwürfe des französischen Ex-Models und Schauspielerin Valentine Monnier entschieden zurückgewiesen. Zugleich kündigte Polanskis Anwalt Hervé Temime rechtliche Schritte gegen die Zeitung "Le Parisien" an, in der Monnier die Anschuldigungen publik gemacht hatte.

Polanski, dessen neuer Film über die Dreyfus-Affäre am Mittwoch in die französischen Kinos kommt, ließ die Anschuldigungen von seinem Anwalt "mit größter Entschiedenheit" zurückweisen. Der angebliche Vorfall liege bereits mehr als 40 Jahre zurück und sei abgesehen von einem Brief Monniers an den Generalstaatsanwalt im US-Bundesstaat Kalifornien nie gegenüber Polanski oder der Justiz vorgebracht worden, erklärte Temime.

Der angebliche Vorfall wäre zudem verjährt. Weder er noch sein Mandant würden sich am "Tribunal der Medien" beteiligen, erklärte Temime weiter. Dennoch kündigte er rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung der Anschuldigungen in "Le Parisien" an.

Zwei weitere Frauen bestätigen Vorwürfe

Monnier hatte die Vorwürfe am Freitag in einem Interview mit der Zeitung öffentlich gemacht. Sie beschuldigte den heute 86-jährigen Polanski, er habe sie im Jahr 1975 in seinem Haus im Schweizer Skiort Gstaad "extrem gewaltsam" vergewaltigt. Er habe die damals 18-Jährige "zu allerlei Dingen" gezwungen.

Monnier gab an, ihrer besten Freundin sowie einer späteren Lebensgefährtin des Regisseurs von dem mutmaßlichen Vorfall erzählt zu haben. Beide seien in der Nacht, in der die Vergewaltigung stattgefunden haben soll, ebenfalls in dem Haus gewesen. Die zwei Frauen bestätigten Monniers Version gegenüber der Zeitung. Polanskis Anwalt wies den Vorwurf dagegen entschieden zurück.

Monnier informierte Brigitte Macron

Mit den Vorwürfen wandte sich das Ex-Model in zwei Briefen in den Jahren 2018 und 2019 auch an die Frau des französischen Präsidenten, Brigitte Macron, wie deren Büro mitteilte. In beiden Fällen seien die Briefe an Mitglieder der französischen Regierung weitergeleitet worden. In einem ersten Brief habe sich Monnier darüber beklagt, auf ein Schreiben an die Staatssekretärin für Gleichberechtigung Marlène Schiappa, keine Antwort erhalten zu haben. Macrons Büro habe damals geantwortet, dass sich die First Lady nicht in die Entscheidungen der Justiz einmischen könne. Der Brief sei an Schiappa weitergeleitet worden.

In diesem Jahr habe Monnier erneut an Brigitte Macron im Zusammenhang mit der Finanzierung eines neuen Polanski-Streifens durch das Kulturministerium geschrieben. Auch in diesem Fall habe das Büro ihr geantwortet und das Schreiben an Kulturminister Franck Riester weitergeleitet. Schiappa reagierte im März auf die von Monnier erhobenen Vorwürfe. Sie begrüßte, dass das Ex-Model nach 42 Jahren sein Schweigen breche, betonte aber, dass die Aufarbeitung Sache der Justiz sei.

Polanski in den USA seit Jahrzehnten gesucht

Die Schauspielerin Adèle Haenel, die vor einigen Tagen Missbrauchsvorwürfe gegen den Regisseur Christophe Ruggia erhoben hatte, rief zur Unterstützung Monniers auf. "Ich glaube ihr", sagte sie.

Der in Frankreich lebende Starregisseur und Holocaust-Überlebende Polanski wird in den USA seit Jahrzehnten wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen polizeilich gesucht. Im Jahr 1977 hatte er Sex mit der damals 13-jährigen Samantha Geimer, ein Jahr später floh er aus den USA.

Quelle: n-tv.de, uzh/AFP

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