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Vorwürfe von 13 FrauenPolizei nimmt Sänger Patrick Bruel in Gewahrsam

09.06.2026, 19:07 Uhr
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Wird von 13 Frauen beschuldigt: Patrick Bruel. (Foto: IMAGO/Bestimage)

Die Anschuldigungen von über einem Dutzend Frauen gegen den Sänger Patrick Bruel haben in Frankreich bereits für viel Wirbel gesorgt. Jetzt nimmt die Polizei den Star fest. Er wird zu den Anschuldigungen, die mitunter fast 30 Jahre zurückreichen, befragt.

Der prominente französische Sänger und Schauspieler Patrick Bruel ist in Polizeigewahrsam genommen worden. Ermittler befragen den 67-Jährigen zu Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung und Vergewaltigung, die insgesamt 13 Frauen gegen ihn erhoben haben - die Anschuldigungen reichen bis ins Jahr 1997 zurück. Das geht aus einer Erklärung der Staatsanwaltschaft Nanterre hervor, über die unter anderem die "New York Times" berichtet.

Die Ermittlungen hatten im April begonnen, einen Monat nachdem das französische Investigativportal "Mediapart" gemeldet hatte, dass acht Frauen Bruel sexuelle Übergriffe zwischen 1992 und 2019 vorwerfen würden - zwei von ihnen hatten demnach bereits Anzeige erstattet.

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Gegen den Star formierten sich in Frankreich Proteste. (Foto: IMAGO/ABACAPRESS)

Laut Staatsanwaltschaft lasten drei Frauen dem Sänger sexuelle Nötigung und versuchte Vergewaltigung in den Jahren 1997, 2000 und 2001 an. Die übrigen mutmaßlichen Opfer beschuldigen Bruel laut Ermittlern der Vergewaltigung, des versuchten Übergriffs, der sexuellen Nötigung und Belästigung. Ein Fall dreht sich um das Jahr 2010 und eine 40-jährige Frau aus Belgien. Bruel wird zu sämtlichen Vorwürfen befragt.

Bruel weist Vorwürfe zurück

Besondere öffentliche Aufmerksamkeit erlangte im Mai der Fall der französischen Journalistin und Autorin Flavie Flament, die Anzeige erstattete und Bruel beschuldigte, sie 1991 vergewaltigt zu haben - damals war sie 16, er 32 Jahre alt. "Er hat meine Jugend gestohlen", schrieb Flament auf Instagram.

Dieser Vorwurf war laut dem Sender Franceinfo allerdings nicht Gegenstand der Befragung am Montag. Gegenüber dem Radiosender RTL hatte Flament erklärt, Bruel habe sie in seine Pariser Wohnung eingeladen und ihr Tee angeboten. Sie sei ohnmächtig geworden. "Als ich die Augen aufschlug, sah ich ihn - er zog mir gerade die Hose wieder an, weißt du, wie bei einer Puppe", beschrieb Flament ihre Erinnerungen an die damaligen Ereignisse.

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Zu den Frauen, die Bruel beschuldigen, gehört die Journalistin Flavie Flament. (Foto: IMAGO/Le Pictorium)

Der Sänger hat die Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen. In einer Instagram-Erklärung vom Mai schrieb er, er habe "noch nie eine Frau gezwungen" und "noch nie jemanden betäubt, manipuliert oder zu unterwerfen versucht".

#MeToo in Frankreich

Die Anschuldigungen haben in Frankreich für großen Wirbel gesorgt. Feministische Aktivistinnen störten im Mai eine Theateraufführung, in der Bruel mitspielte, mit Masken seines Gesichts und dem Ruf "Bruel Vergewaltiger". Das Theater sagte daraufhin die verbleibenden fünf Vorstellungen ab. Anschließend strich Bruel alle seine Konzerte bis September.

Bruel ist nicht der erste bekannte französische Künstler, der mit solchen Vorwürfen konfrontiert ist. Schauspieler Gérard Depardieu war im Mai 2025 wegen sexueller Übergriffe gegenüber zwei Frauen am Set eines Films aus dem Jahr 2021 schuldig gesprochen worden.

Die #MeToo-Debatte hatte Frankreich vergleichsweise spät erfasst. In den ersten Jahren nach 2017 gelangten trotz zahlreicher öffentlicher Anschuldigungen nur wenige Fälle vor Gericht.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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