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Gericht bestätigt Oscar-Akademie Roman Polanskis Rauswurf ist rechtsgültig

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Polanski warf der Oscar Academy vor, dass der Ausschluss ohne Vorwarnung und angemessene Anhörung erfolgt sei.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wegen des Vorwurfs unerlaubter sexueller Handlungen mit einer 13-Jährigen im Jahr 1977 beschließt die Oscar Academy vor zwei Jahren, Star-Regisseur Roman Polanski aus dem Filmverband auszuschließen. Der will dies aber nicht akzeptieren. Nun weist ein US-Gericht seine Klage endgültig zurück.

Oscar-Preisträger Roman Polanski hat im Streit über seinen Ausschluss aus der Oscar-Akademie vor einem US-Gericht eine Niederlage einstecken müssen. Nach dem Urteil der zuständigen Richterin am Dienstag in Los Angeles war der Rauswurf des Regisseurs 2018 wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe und damit wegen Verstößen gegen die Ethikstandards des Filmverbands rechtmäßig. In einer Mitteilung der Academy hieß es, sie freuten sich über die Bestätigung des Gerichts, dass das Vorgehen gegen Polanski damals "fair und angemessen" gewesen sei.

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2003 bekam Polanski den Oscar für seinen Film "Der Pianist" - der Preisverleihung war er ferngeblieben. 

(Foto: picture alliance/dpa)

Polanski hatte im Mai 2018 die für die Oscar-Vergabe zuständige Filmakademie im Zuge der #Metoo-Debatte verlassen müssen. Nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe waren damals auch Entertainer Bill Cosby und Produzent Harvey Weinstein ausgeschlossen worden.

Flucht aus USA nach Frankreich 1977

1977 hatte der polnisch-französische Filmemacher unerlaubte sexuelle Handlungen mit einer damals 13-Jährigen vor Gericht zugegeben. Unmittelbar vor der Verkündung des Strafmaßes floh er nach Frankreich und betrat die USA seitdem nie wieder.

Sein Anwalt Harland Braun hatte im vorigen Jahr Klage gegen die Academy of Motion Picture Arts and Sciences eingereicht. Der Ausschluss Polanskis aus dem Gremium sei zu plötzlich und ohne Anhörung erfolgt, machte er geltend. Sein Mandant habe kein faires Verfahren erhalten.

Nach der Niederlage am Dienstag bekräftige Braun seine Position. Polanski würde in Los Angeles vor der Justiz keine Gerechtigkeit erlangen, weil alle Richter das Fehlverhalten der anderen Kollegen decken würden, sagte Braun in einer Stellungnahme gegenüber der dpa. Der Regisseur habe lediglich einen "fairen Vorgang" verlangt.

Der Akademie gehören knapp 10.000 Filmschaffende an, darunter Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Kostüm- und Set-Designer. Die meisten davon stimmen jedes Jahr über die Oscar-Gewinner ab. Der Oscar-Verleihung im Jahr 2003, bei der Polanski für "Der Pianist" als bester Regisseur ausgezeichnet wurde, war er ferngeblieben.

Opfer will nicht gegen Polanski vorgehen

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Für die US-Behörden gilt er seit dem Fall von 1977 als flüchtig, bei der Wiedereinreise würde ihm die Festnahme drohen. Seine Anwälte haben wiederholt eine Beendigung der Strafverfolgung gefordert. Den damaligen Anklägern haben sie das Vertuschen von Prozessfehlern sowie korrupte Machenschaften vorgeworfen.

Auch Polanskis Opfer, eine heute 57 Jahre alte US-Amerikanerin, hat mehrmals öffentlich bekundet, dass sie nicht gegen den Regisseur vorgehen wollte.

Quelle: ntv.de, can/dpa