Unterhaltung

Schauspieler, Autor, Regisseur Sam Shepard ist tot

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Dramatiker, Schauspieler und mehr: Sam Shepard.

(Foto: REUTERS)

Multitalent trifft es ganz gut: Sam Shepard schrieb Theaterstücke und Drehbücher, er arbeitete als Schauspieler und Regisseur, gewann den Pulitzer-Preis und war für den Oscar nominiert. Nun stirbt der US-Amerikaner 73-jährig.

Der mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnete US-Dramatiker und Schauspieler Sam Shepard ist tot. Er starb bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 73 Jahren an den Folgen der als ALS bekannten Erkrankung des Nervensystems in seinem Zuhause in Kentucky, wie die "New York Times" unter Berufung auf einen Sprecher der Familie berichtete.

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Oftmals stellte Shepard Menschen am Rande der Gesellschaft dar - hier einen Cowboy in "Don't Come Knocking".

(Foto: imago/United Archives)

Der Schauspieler, Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur galt als Multitalent. 1979 gewann er den Pulitzer-Preis für sein Theaterstück "Buried Child" ("Vergrabenes Kind"). Shepards Theaterstücke waren für ihre düstere Stimmung bekannt, in der er surrealistische Elemente mit schwarzem Humor verknüpfte und Figuren am Rande der amerikanischen Gesellschaft beschrieb.

Seit Ende der 70er trat er zunehmend auch als Schauspieler auf - zunächst in Bob Dylans "Renaldo and Clara", zu dem er auch das Drehbuch verfasste. Zu Shepards bekanntesten Werken zählen "Magnolien aus Stahl", die Literaturverfilmung "Homo Faber" von Volker Schlöndorff, das Kriegsdrama "Black Hawk Down", der Liebesfilm "Wie ein einziger Tag" oder der Western "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford". Für seine Rolle in "Der Stoff, aus dem die Helden sind" wurde er 1983 für einen Oscar nominiert.

"Paris, Texas" und "Midnight Special"

Mehrmals arbeitete er mit dem deutschen Regisseur Wim Wenders zusammen. So lieferte er die Drehbuchvorlage für dessen Film "Paris, Texas", der 1984 die Goldene Palme in Cannes gewann. Später schrieb er das Buch und spielte die Hauptrolle in dem Wenders-Streifen "Don't Come Knocking".

Daneben stammt etwa das Drehbuch des Klassikers "Zabriskie Point" von Michelangelo Antonioni von Shepard. Als Regisseur drehte er zwei Filme. Zu späteren Filmen zählen "Killing them Softly" mit Brad Pitt und Mud mit Matthew McConaughey sowie "Im August in Osage County" mit Meryl Streep. Zuletzt spielte Shepard in der Netflix-Serie "Bloodline" den Patriarchen einer Familie, die ein Hotel in Florida betreibt sowie in dem Berlinale-Beitrag "Midnight Special".

Der Branchen-Website "Broadwayworld.com" zufolge schrieb Shepard mehr als 40 Stücke für die Bühne, zudem mehrere Bücher aus Kurzgeschichten, Essays und Memoiren. Er war nach einer Ehe mit O-Lan Jones mehr als 20 Jahre mit Schauspielerin Jessica Lange liiert und hinterlässt drei Kinder.

Quelle: ntv.de, mli/dpa