Traum vom ESCSarah Engels macht's "für uns Frauen"

Wenn am 28. Februar der deutsche Vorentscheid zum diesjährigen Eurovision Song Contest über die Bühne geht, wird sie die prominenteste Kandidatin sein: Sarah Engels. Mit ihrem Song "Fire" wolle sie sich nicht nur ihren ESC-Traum erfüllen, sagt sie. Sie habe auch eine Mission.
Für Musikerin Sarah Engels geht mit der Teilnahme am deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) ein Traum in Erfüllung. "Wenn man mich gefragt hat, was ich mir in meiner Karriere noch erträumen würde, war der ESC immer vorne mit dabei. Man hat einfach auf den passenden Moment gewartet und den passenden Song", sagt die 33-Jährige in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
"Wenn man mich kennt, weiß man, dass ich es liebe, mich neuen Herausforderungen zu stellen. Aber das hier ist noch mal eine ganz andere Nummer", erklärt Engels mit einer gewissen Portion Demut. "Es ist eine sehr, sehr große Ehre, dass ich bei dem Finale dabei bin und rein theoretisch die Möglichkeit besteht, dass ich dann für Deutschland beim ESC antrete. Alleine dieser Gedanke. Ich glaub', die nächsten Wochen habe ich schlaflose Nächte", so Engels im dpa-Interview.
Zugleich richtet sich die Sängerin in ihren Instagram-Storys an ihre 1,8 Millionen Followerinnen und Follower in dem sozialen Netzwerk. Dort sagt sie, ihre Teilnahme am deutschen Vorentscheid sei für sie "das Krasseste" und "die größte Chance meiner ganzen Karriere".
"Für all die, die leise sind"
Zudem geht Engels auf das Lied "Fire" ein, mit dem sie das deutsche Ticket für das eigentliche ESC-Finale am 16. Mai in Wien lösen möchte. "Es ist nicht einfach nur ein Song, sondern es ist mein allergrößter Traum, aus tiefstem Herzen diese Message, die hinter diesem Song steht, auf eine Bühne zu tragen, die mehr Menschen und vor allen Dingen mehr Frauen erreicht als alles jemals zuvor", stapelt die Sängerin nicht gerade tief.
Und was ist die Message? Der Song sei "für all die, die leise sind, obwohl so viel in ihnen steckt", macht Engels deutlich. "Für uns Frauen", bringt sie es auf den Punkt. "Ihr wisst nicht, wie viele Frauen täglich ihre ganz persönliche Geschichte mit mir teilen, mich daran teilhaben lassen und ich jedes Mal denke: Ich weiß ganz genau, wie sich das anfühlt, gefangen zu sein, sich nicht mehr selbst spüren zu können und das Gefühl zu haben, man wird nicht gesehen, man wird nicht gehört", gerät die Sängerin ins Philosophieren.
Sie wünsche sich für jede Frau, "ganz egal, was der Grund dafür ist, dass sie sich verloren fühlt", dass sie es schaffe, "sich wieder zu spüren. Dass sie es schafft, ihr inneres Feuer wiederzufinden und zu brennen", führt Engels weiter aus und verweist zudem auf ihre "Starke Mädchen Stiftung", die sich für Frauen und Mädchen einsetze.
"Ich brenne, brenne"
Textlich klingt die Mission der Sängerin dann im Refrain so: "I'm on fire, fire. You're a liar, liar. Stop the lyin', lyin'. No lyin', lyin' no more " ("Ich brenne, brenne. Du bist ein Lügner, Lügner. Hör auf zu lügen, lügen. Keine Lügen, Lügen mehr"). Musikalisch ist "Fire" ein radiotauglicher Popsong.
Die Sängerin aus Köln, die mit 17 Jahren durch die RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" bekannt wurde, ist eine von neun Acts, die im deutschen ESC-Finale am 28. Februar dabei sein werden. Bei der von Barbara Schöneberger und Hazel Brugger moderierten Liveshow entscheidet eine Jury aus mehreren ESC-Teilnehmerländern, aus welchen drei Acts am Ende das Publikum den deutschen ESC-Beitrag auswählt.