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Rapperin vor Gericht Schwesta Ewa gibt Schläge zu

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Zwang sie Mädchen zur Prostitution? Schwesta Ewa.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Gewalt, Sex, Drogen - gerade so mancher gutbürgerliche Rapper neigt dazu, in seinen Texten gnadenlos zu überziehen. Die Frankfurter Schwesta Ewa indes hat tatsächlich so einiges auf dem Kerbholz. So viel, dass ihr deshalb nun der Prozess gemacht wird.

Die Frankfurter Rapperin Schwesta Ewa steht nach einem halben Jahr in Untersuchungshaft nun wegen Zuhälterei vor Gericht. Der Musikerin werden darüber hinaus Körperverletzung und Menschenhandel vorgeworfen. Opfer sollen vier teilweise noch minderjährige Fans der 32-Jährigen gewesen sein.

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Die Musikerin wurde in Handschellen in den Gerichtssaal gebracht.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Zum Prozessauftakt räumte die Rapperin am Frankfurter Landgericht ein, die jungen Frauen geschlagen zu haben. Auf den Strich seien die Mädchen aber aus freien Stücken gegangen, um in kurzer Zeit möglichst viel Geld für Luxusartikel zusammenzubekommen. Der Erlös sei nach dem Abzug aller Spesen gleichmäßig verteilt worden.

"Es gab kein Blut"

Sie selbst sei ebenfalls bereits als 17-Jährige ins Rotlichtmilieu gekommen, "Für mich war dies ein normaler Job", so die als Ewa Müller geborene Musikerin. Auf den Gedanken, dass es den jungen Frauen nicht guttun könnte, sich zu prostituieren, sei sie deshalb nicht gekommen: "Ich hab' ja selber jung angefangen."

Eine der vier jungen Frauen hatte im Herbst 2016 Strafanzeige erstattet, woraufhin Schwesta Ewa festgenommen wurde. Die junge Frau behauptete unter anderem, erheblich misshandelt worden zu sein. Diesen Vorwurf bestritt die Rapperin nun energisch: Sie sei zwar öfters einmal "ausgerastet" und habe Ohrfeigen verteilt, wenn die Mädchen nicht ordnungsgemäß bekleidet gewesen seien oder Zeitvorgaben nicht eingehalten hätten. "Es gab aber kein Blut bei meinen Ausrastern", sagte die Angeklagte.

Hat Schwesta Ewa auch Steuern hinterzogen?

Anfang kommender Woche sollen alle vier Frauen als Zeuginnen aussagen. Das Gericht hat dann noch zwei weitere Verhandlungstermine bis zum 20. Juni angesetzt. Für den Tag wird das Urteil erwartet.

Seit Mitte November sitzt Schwesta Ewa in Untersuchungshaft. Die Anklage wirft der Sängerin auch Steuerhinterziehung vor.

Schwesta Ewa wurde 1984 in Polen geboren und wuchs in Kiel auf, 2004 zog sie nach Frankfurt am Main. In Interviews berichtete sie über Drogensucht und ihre Zeit als Prostituierte. Ihr erstes Musikvideo "Schwätza" kam 2011 auf den Markt. Anfang 2015 erschien ihr Album "Kurwa", das in den deutschen Charts auf Rang 11 einstieg. Sie ist eine der wenigen Frauen in der von Männern dominierten Rapszene.

Quelle: n-tv.de, vpr/dpa

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