Trump-Darsteller ist besorgtSebastian Stan sieht USA in "wirklich schlechter Lage"

Mit seinem Trump-Film "The Apprentice" sorgt Sebastian Stan bereits 2024 für Diskussionen. Nun erklärt der Schauspieler, warum ihn die aktuelle Lage in den USA zunehmend beunruhigt.
Sebastian Stan blickt mit großer Sorge auf die politische Entwicklung in den USA. Bei den Filmfestspielen in Cannes sprach der US-amerikanisch-rumänische Schauspieler offen über Donald Trump, zunehmenden Druck auf Medien und die Erfahrungen rund um seinen umstrittenen Film "The Apprentice", in dem er den heutigen US-Präsidenten verkörpert.
"Ich denke, wir befinden uns in einer wirklich, wirklich schlechten Lage", sagte Stan bei einer Pressekonferenz in Cannes. Anlass war eine Frage zu seiner Trump-Rolle in dem Film, der kurz vor der US-Wahl 2024 in die Kinos gekommen war. Als eine Journalistin wissen wollte, wie sich sein Blick auf Trump seitdem verändert habe, reagierte ein Teil des Saals mit Gelächter. Stan blieb ernst: "Das ist nicht zum Lachen."
Der Film von Regisseur Ali Abbasi erzählt vom Aufstieg Trumps in den 1970er-Jahren und zeichnet dabei kein positives Bild des Politikers. Laut Stan habe das Team schon früh gespürt, wie sensibel und umkämpft das Projekt war.
"All das haben wir mit dem Film erlebt"
Der Schauspieler sprach in Cannes auch über zunehmende Einschränkungen in den USA. Wenn man die aktuelle Situation betrachte - etwa Medienkonzentration, Zensur oder Drohungen -, seien die Warnzeichen längst sichtbar gewesen, sagte Stan. "All das haben wir mit dem Film erlebt, bis zu dem Punkt, an dem wir drei Tage vor dem Festival unsicher waren, ob er überhaupt auf dem Festival laufen würde". "The Apprentice" lief 2024 im Wettbewerb von Cannes. Damals hatte das Team des Präsidentschaftskandidaten Trump mit rechtlichen Schritten gegen den Film gedroht.
Stan glaubt dennoch, dass der Film langfristig Bestand haben werde. "Vielleicht schenken die Leute diesem Film mehr Aufmerksamkeit", sagte der 43-Jährige. Er sei überzeugt, dass sich das Werk mit der Zeit bewähren werde.
Außerdem zog Stan Parallelen zur aktuellen Situation im US-Fernsehen. Die Erfahrungen mit "The Apprentice" hätten sie gemacht, noch bevor es auch Late-Night-Show-Moderatoren wie Stephen Colbert und Jimmy Kimmel getroffen habe. Colbert moderiert an diesem Donnerstag seine "Late Show" zum letzten Mal. CBS hatte überraschend angekündigt, die Sendung aus "rein finanziellen Gründen" einzustellen. Viele Branchenbeobachter vermuten allerdings politischen Druck oder Rücksichtnahme auf Trump, der von Colbert regelmäßig scharf kritisiert wurde.
Neben den politischen Gesprächen stellte Stan in Cannes auch seinen neuen Film "Fjord" vor. Das Drama des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu konkurriert bei den Filmfestspielen um die Goldene Palme. Gemeinsam mit Renate Reinsve spielt Stan darin ein rumänisch-norwegisches Ehepaar, das nach Norwegen zieht und dort verdächtigt wird, seine Tochter misshandelt zu haben.