Unterhaltung

Zum Tode von Karl Moik Servus, Pfüat Gott und auf Wiedersehen

Karl Moik ist tot. Der langjährige "Musikantenstadl"-Moderator stirbt im Alter von 76 Jahren in einer Salzburger Klinik. Moik hatte im vergangenen Jahr schwere gesundheitliche Probleme.

imago_st_0326_15260004_62471669.jpg2610061275532130757.jpg

Karl Moik wurde 76 Jahre alt.

(Foto: imago/STAR-MEDIA)

Er war der stets gut gelaunte Gastgeber des "Musikantenstadls". Nun ist Karl Moik tot. Das bestätigte der Österreichische Rundfunk, ORF. Der Moderator sei im Alter von 76 Jahren in den frühen Morgenstunden in einer Salzburger Klinik gestorben. Dort sei er seit drei Wochen wegen Nierenproblemen stationär behandelt worden. Seine Frau Edith sei bei ihm gewesen.

Nach seinem zweiten Herzinfarkt im März 2014 musste sich Moik Ende des vergangenen Jahres einer Herzoperation unterziehen. Bereits zehn Jahre zuvor hatte der Entertainer in der Karnevalszeit einen Herzinfarkt erlitten. In der Salzburger Klinik war er seit drei Wochen wegen Nierenproblemen in Behandlung.

Der ORF wird an diesem Samstag zu Ehren seines Altstars im "Musikantenstadl" live aus Oberwart das Leben und Wirken Moiks würdigen. In welcher Form das geschehen soll, war am Donnerstag noch nicht klar. Moderieren wird zum vorletzten Mal Moiks Nachfolger Andy Borg.

Das Gesicht der Volksmusik

Kaum jemand verkörperte die heile Welt der Volksmusik so gut wie Karl Moik im "Musikantenstadl". Millionen verehrten den Österreicher. Vorwürfe, die Weltsicht der ARD-Show sei zu einfach, prallten an Moik immer ab. Seit seinem unfreiwilligen Ausstieg aus der Volksmusik-Sendung 2006 hatte sich der ehemalige "Mister Musikantenstadl" zurückgezogen: "Man weiß ja in meinem Alter, dass die Wegstrecke nicht mehr so lange ist, aber ich will sie noch genießen, so weit es geht", sagte er damals.

Der Entertainer wurde am 19. Juni 1938 in Linz geboren. Als Kind einer alleinerziehenden Mutter wuchs Moik in Hallein bei Salzburg auf, seinen Vater lernte er erst im Alter von fünf Jahren kennen. Sein Showtalent hat sich nach eigenen Angaben schon früh bemerkbar gemacht. Nach einer Ausbildung als Werkzeugmacher reiste Moik als Vertreter für Öfen, Kopiergeräte und Fernsehantennen herum. Mit dem Jazz-Trio "Jolly Austrians" tingelte er nebenbei durch ganz Europa. 1964 heiratete er die Kärntnerin Edith. Das Paar hat zwei Kinder. Als frecher Kommentator eines Fußballspiels fiel er dem ORF auf, der ihn zunächst als Rundfunkmoderator verpflichtete.

Schunkeln bis nach Peking

Im März 1981 flimmerte Moik dann zum ersten Mal mit dem von ihm konzipierten "Musikantenstadl" über die österreichischen Bildschirme. Zwei Jahre später wurde die Sendung vom deutschen Fernsehen ins Programm genommen. Obwohl alle Sänger mit Playback auftraten, setzte sich die Show durch und erreichte nach ARD-Angaben weltweit insgesamt 2,3 Milliarden Menschen in ihrer Moik-Ära. Doch nicht nur Volksmusik brachte die Zuschauer auf den Bierbänken im Saal oder auf dem Sofa zu Hause zum kollektiven Schunkeln: Moik gab auch Operetten- und Schlagermelodien ihren Raum. Prägend war dabei auch der oft unverblümte Schmäh des gebürtigen Linzers.

Mit seiner Show reiste Moik um die ganze Welt. 1999 brachte er aus Peking mehreren hundert Millionen Zuschauern des chinesischen Staatsfernsehens deutsches Liedgut näher, 2001 ließ er in seiner Sendung aus Dubai die Zuschauer ihre Tracht gegen landestypische Kaftans tauschen. Im südafrikanischen Kapstadt traf er Nelson Mandela. 1989 war sein "Musikantenstadl" die erste große TV-Show, die nach dem Mauerfall live aus Ostdeutschland übertragen wurde.

 "Wenn ich meine Karriere Revue passieren lasse, waren 90 bis 95 Prozent eine traumhafte Zeit", sagte Moik anlässlich seines 75. Geburtstags 2013 der Deutschen Presse-Agentur. Über die weniger schönen Dinge müsse er ja nicht mehr nachdenken.  Zu denen gehörte der unfreiwillige Abgang von "seiner" Sendung. Nachdem er beim "Silvesterstadl" 2005/2006 in Kärnten seinem Millionenpublikum zum letzten Mal sichtlich gerührt "Servus, Pfüat Gott und auf Wiedersehen" gesagt hatte, erlitt er einen Schlaganfall und kam ins Krankenhaus.

Sein Ausscheiden aus der Sendung war gegen seinen Willen von ORF und ARD beschlossen worden. Der heute 54 Jahre alte Schlagersänger Andy Borg übernahm damals den "Musikantenstadl". "Ab einem gewissen Alter drängt die Jugend nach, und dann geht man", sagte Moik rückblickend. Mitte des Jahres steht nun der nächste Wechsel beim "Stadl" an: Auch Borg verlässt die Sendung. Wer ihm nachfolgt, steht noch nicht fest.

Quelle: n-tv.de, sla/dpa

Mehr zum Thema