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Keine Uniformen - dafür Masken So wird Prinz Philip zu Grabe getragen

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Die Queen wird am Samstag ganz allein in der Kapelle trauern. Hier im Bild bei einer Andacht im November.

(Foto: imago images/i Images)

Eigentlich müsste es bei der Trauerfeier zum Tod von Prinz Philip vor allem um den Verblichenen gehen. Doch stattdessen drängen sich die Lebenden ins Bild: Prinz Andrew will mit Uniform trauern, wird aber vom Protokoll daran gehindert. Auch die Abstände zwischen William und Harry werden genau beachtet.

Zwei Tage vor der Beerdigung von Prinz Philip hat der Palast weitere Einzelheiten zum Ablauf der Zeremonie veröffentlicht. Die verwitwete Königin Elizabeth II. wird demnach bei dem Gottesdienst am Samstag alleine in der St.-Georgs-Kapelle in Windsor Platz nehmen. Bei einem Leichenzug im Schlosshof werden unter anderem die Kinder und Enkelkinder Philips dem Prinzgemahl das letzte Geleit geben. Der Sarg wird dabei auf einem eigens umgebauten Land Rover transportiert. Die Trauerfeier wird live im Fernsehen (in Deutschland von RTL) übertragen. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet sie aber komplett hinter den Palastmauern statt. Philip war am vergangenen Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.

Die Prinzen Harry und William werden nicht Seite an Seite hinter dem Sarg hergehen, sondern getrennt von Peter Philips, dem Sohn der Queen-Tochter Prinzessin Anne. Damit, so spekulierten Medien, wollte die Königin wohl sichtbare Spannungen zwischen den Brüdern vermeiden. Harry liegt mit dem Rest der Familie im Clinch. Er hatte sich gemeinsam mit seiner Frau Meghan vor etwas mehr als einem Jahr vom engeren Kreis der Royals losgesagt. Vor allem ein TV-Interview des Paares, bei dem sie sich über mangelnde Unterstützung und sogar rassistische Äußerungen innerhalb der Familie beschwerten, sorgte für Unmut im Palast.

Prinz Andrew darf nicht als Admiral erscheinen

Deshalb, so die Mutmaßungen, entschied sich die Queen wohl auch dafür, keine Uniformen bei der Beerdigung zuzulassen. Harry wäre sonst der einzige Royal aus dem engeren Familienkreis in Zivilkleidung gewesen. Er musste seine militärischen Titel inzwischen abgeben. Die Männer sollen demnach einen sogenannten Morning Coat oder Cutaway tragen, das Gegenstück zum Frack, der nur für abendliche Anlässe vorgesehen ist.

Auch Prinz Andrew, zweitältester Sohn von Elizabeth II. und Prinz Philip, hätte womöglich in Uniform für negative Schlagzeilen gesorgt. Er wollte angeblich als Admiral auftreten, berichteten britische Medien. Den Ehrentitel hatte er wegen Vorwürfen über eine Verwicklung in den Epstein-Missbrauchsskandal zu seinem 60. Geburtstag noch abgelehnt und sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen - doch nun scheint er wieder das Rampenlicht zu suchen. Als er am vergangenen Wochenende mit Reportern über den Tod seines Vaters sprach, zog das prompt etliche Beschwerden von Zuschauern bei der BBC nach sich.

Es wird mit Spannung erwartet, ob das Wiedersehen im Rahmen der Trauerfeier zu einer Annäherung zwischen den beiden Brüdern führen kann. Spekuliert wurde bereits, ob Williams Frau Herzogin Kate dabei eine Vermittlerrolle spielen kann. Für sie wird es die erste royale Beerdigung sein.

Drei Deutsche unter den Trauergästen

Unter den nur 30 Trauergästen - eigentlich waren 800 vorgesehen - sind auch drei deutsche Verwandte Philips. Mit Bernhard Prinz von Baden, Heinrich Donatus Prinz von Hessen und Philipp Prinz zu Hohenlohe-Langenburg war der Herzog von Edinburgh, wie Philip in Großbritannien meist genannt wurde, über seine Schwestern verwandt. Die Verbindung Philips nach Deutschland wurde wegen des Zweiten Weltkriegs lange Zeit in Großbritannien heruntergespielt. Seine Schwestern waren nicht einmal zur Hochzeit mit Elizabeth 1947 eingeladen.

Statt der Gäste soll wegen der Corona-Ansteckungsgefahr nur ein kleiner Chor aus vier Personen bei der Zeremonie singen. Außerdem wird die musikalische Untermalung durch die Vertreter der Royal Navy und der Marine eine zentrale Rolle spielen. Unterdessen laufen in England Proben und Sicherheitsoperationen, um einen reibungslosen Ablauf der Zeremonie am Samstag zu gewährleisten.

Nach Angaben der Polizei war am Dienstag ein Mann in der Nähe des Buckingham-Palastes mit einer Axt festgenommen worden. Der Hintergrund blieb zunächst unklar. In Windsor, wo die Beerdigung stattfinden wird, durchkämmten Spezialeinheiten bereits Mülleimer, Briefkästen und Telefonzellen auf der Suche nach verdächtigen Gegenständen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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