19 Wochen ohne Erstausstrahlung"Tatort" macht Rekord-Sommerpause

An Ostern verabschieden sich die Münchner "Tatort"-Kommissare Batic und Leitmayr noch mit einer Doppelfolge in den Ruhestand. Bald müssen sich Fans der Krimireihe allerdings auf eine lange Durststrecke einstellen.
Jedes Jahr macht der "Tatort" eine Sommerpause. 2026 wird diese rekordverdächtig lang. Ganze 19 Wochen lang werden die Fans der ARD-Krimireihe auf neue Folgen der Ermittlerteams verzichten müssen. Die vorerst letzte Erstausstrahlung am Sonntagabend kommt am 3. Mai - der Zürcher Fall "Könige der Nacht". Laut ARD-Programmdirektion kehren die Sonntagskrimis "Tatort" und "Polizeiruf 110" ab dem 13. September mit Erstausstrahlungen zurück.
Danach müssen sich die "Tatort"-Zuschauer mit Wiederholungen begnügen, am 10. Mai zum Beispiel mit dem Münster-"Tatort: Man stirbt nur zweimal" aus dem Jahr 2024. Am 17. Mai, dem Sonntag nach dem Eurovision Song Contest, wird der "Tatort: Schweigen" (ebenfalls von 2024) mit Wotan Wilke Möhring wiederholt, darin geht es um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.
Die längere Sommerpause 2026 sei eine einmalige Ausnahme aus planerischen Gründen, betont die ARD. Sie bedeute "keine generelle Reduzierung der Erstausstrahlungen auf dem beliebten Sonntags-Sendeplatz um 20.15 Uhr". Außerdem darf man wohl nicht vergessen: Dieses Jahr ist Fußball-WM - vom 11. Juni bis 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA. Das sportliche Großereignis wirbelt jedes Mal das Fernsehprogramm im Sommer auf.
Im Jahr 2026 sind laut ARD insgesamt 36 Erstausstrahlungen der Sonntagskrimis im Ersten geplant. Das seien vier Krimis weniger als im Durchschnitt der Vorjahre. Das habe vor allem zwei Gründe: 2025 wurden mit 42 "Tatort"- und "Polizeiruf"-Krimis mehr als üblich ausgestrahlt (36 waren davon "Tatort"-Krimis). Die fehlten nun sozusagen 2026, wie die ARD erklärt: "Zwei weitere Premieren werden aus Planungsgründen erst im Jahr 2027 gezeigt."
Sommer der Wiederholungen seit 1996
Anders als in den vergangenen Jahren entfallen jenseits der Sommerpause in diesem Jahr deutlich weniger Sonntagskrimi-Termine wegen Sondersendungen etwa zu Sportereignissen oder Wahlen, erklärt die ARD. Auch war Ostern dieses Jahr anders: Normalerweise kommt meist nur Ostermontag ein neuer Fall. Diesmal gab es zum Abschied des jahrzehntelangen Münchner Teams Batic und Leitmayr auch am Ostersonntag einen neuen Film, nämlich den ersten Teil vom "Tatort: Unvergänglich". Teil zwei folgte dann am Ostermontag.
Vergangenes Jahr dauerte die "Tatort"-Sommerpause 13 Wochen, 2024 waren es 17 Wochen. Auch in den Jahren 2020 und 2012 gab es mit 13 Wochen lange Sommerpausen beim populären ARD-Sonntagskrimi. 2023 dauerte die Sommerpause im Vergleich lediglich elf Wochen, 2022 zehn Wochen.
Die "Tatort"-Sommerpause, bei der im Sommer statt frischer Krimis am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten vor allem "Tatort"-Wiederholungen laufen, hat sich nach und nach etabliert. Wiederholungen im Sommer gibt es regelmäßig seit 1996. Seit 2003 nahm die Zahl dieser Wiederholungen zu. Die erste zusammenhängende "Tatort"-Sommerpause gab es 2007 und dann ab 2010.