Unterhaltung

Vorliebe für kauzige Typen Tilo Prückner stirbt mit 79 Jahren

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War bis zu seinem Tod als Schauspieler aktiv: Tilo Prückner.

(Foto: imago images/imagebroker)

Über 50 Jahre steht Tilo Prückner vor Film- und Fernsehkameras. Auch im Rentenalter ist er noch äußerst aktiv, etwa in den TV-Serien "Kommissarin Lucas" und "Rentnercops". Nun ist Prückner mit 79 Jahren gestorben. Unerwartet, wie es heißt.

Schauspieler Tilo Prückner ist tot. Er starb bereits am 2. Juli unerwartet im Alter von 79 Jahren in Berlin. Dies bestätigte seine Agentin unter Berufung auf die Familie.

Prückner wurde einem breiten Publikum durch viele Nebenrollen in Fernsehsendungen bekannt. Die Typen, die er spielte, waren oft grantig, verschroben und schlitzohrig, aber selten richtig böse. Der Fernsehnation war er unter anderem aus dem ZDF-Krimi "Kommissarin Lucas" oder aus der ARD-Serie "Rentnercops" vertraut.

"Ein echter Wadlbeißer"

Über mangelnde Angebote konnte der Mann mit dem markanten Schnauzer nicht klagen, bis ins hohe Alter war sein Terminkalender voll. Ob "Kluftingerkrimi", die "Ostwind"-Filme oder eben der ZDF-Dauerbrenner "Kommissarin Lucas" - Prückner war gefragt. Für den Berliner bedeutete das Reisen quer durchs Land, die "Kluftingerkrimi"-Reihe entstand im Allgäu, die "Rentnercops" in Köln und "Kommissarin Lucas" in Regensburg und München.

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Unter anderem sah man Prückner (r.) zuletzt in der Serie "Rentnercops" (hier mit Kollege Wolfgang Winkler).

(Foto: imago/Future Image)

Das Älterwerden nahm der Schauspieler mit Humor. Früher sei er der Jüngste am Set gewesen, heute eben der Älteste, sagte er anlässlich seines 75. Geburtstages. "Und wenn ich mich auf dem Bildschirm sehe, denke ich: Was ist das denn für ein Methusalem?" Die Rollenangebote seien jedenfalls nicht weniger geworden, die Figuren nur eben älter.

Oft war Prückner in eher kleineren Rollen zu sehen. "Das sind meist die besseren Rollen." So wie die Figur des Vermieters Max in "Kommissarin Lucas". Das sei "ein echter Wadlbeißer", sagte Prückner. Die Vorliebe für kauzige Typen hatte er während seiner langjährigen Karriere nicht verloren.

Diese begann der gebürtige Augsburger mit fränkischen Wurzeln nach Abitur und abgebrochenem Jura-Studium Anfang der 60er-Jahre mit einer Schauspielausbildung in München. Prückner war Mitbegründer der Schaubühne Berlin, spielte am Schauspielhaus Zürich und gastierte am Bayerischen Staatsschauspiel. Für seine Rolle in der Kinokomödie "Bomber & Paganini" an der Seite von Mario Adorf erhielt er 1976 den Deutschen Darstellerpreis.

Ende 2013 veröffentlichte Prückner seinen ersten Roman, "Willi Merkatz wird verlassen". Und wenn er gerade nicht vor der Kamera stand? Dann freute er sich, seine Familie und insbesondere seine beiden Enkel treffen zu können. Auf roten Teppichen war er seltener zugegen. "Ich bin zufrieden und fühle mich pudelwohl, wenn ich nicht drehe", sagte er. "Ich gehe auch gerne einfach ins Café, sitze nur da und schaue mir die Leute an."

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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