"Unterlassene Hilfeleistung"Vater Küblböck redet sich in Rage
Knapp zwei Monate sind seit dem Verschwinden von Daniel Küblböck vergangen. Vor allem bei den Angehörigen sitzt der Schmerz über den Verlust noch immer tief. Nun erhebt der Vater des Vermissten erneut schwere Vorwürfe.
Das Verschwinden von Daniel Küblböck hat viele Fragen aufgeworfen. Und vor allem die Angehörigen des ehemaligen Kandidaten bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) suchen weiter nach Antworten. So auch der Vater des Sängers, der vermutlich am 9. September von einem Kreuzfahrtschiff ins Meer und damit in den Tod gesprungen ist.
Günther Küblböck ist sich sicher, dass die mutmaßliche Tragödie um seinen Sohn hätte verhindert werden können. In einem Interview mit dem Magazin "Bunte" erhebt er erneut Vorwürfe gegen die Schauspielschule, an der Daniel bis zu seinem Verschwinden eine Ausbildung absolvierte.
Sein Sohn habe den Besuch der Schule "extrem ernst" genommen, erklärt Günther Küblböck. Zugleich sei Daniel froh gewesen, "dass im September alles vorbei gewesen wäre". Der damals 33-Jährige habe es geliebt, klassische Stücke zu spielen. "Leider wählte die Dozentin dann dieses, aus meiner Sicht, völlig kranke Stück 'Unschuld: Das Leben auf der Praça Roosevelt' als Abschlussarbeit aus. Daniel musste einen Transvestiten spielen. Das wollte er zuerst nicht, plötzlich ging er voll auf in der Rolle", erläutert Günther Küblböck seine Sicht der Dinge.
"Er war so stolz"
Dementsprechend habe Daniel Küblböck der Generalprobe entgegengefiebert, zu der viele Fans, Freunde und Familienmitglieder erwartet worden seien. "Daniel hatte uns alle eingeladen. Er war so stolz, dass so viele Zuschauer eigens für ihn kamen. Bis zu diesem Tag war er auch völlig normal", so Günther Küblböck.
Zugleich erhebt der Vater des DSDS-Stars schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Nachdem sich bei Daniel Küblböck Wesensveränderungen abgezeichnet hätten, habe er mit allen möglichen Institutionen telefoniert. "Alle haben mir gesagt, wir könnten Daniel nicht gegen seinen Willen therapieren lassen", schimpft Günther Küblböck. Alles laufe darauf hinaus, dass erst etwas Schlimmes passieren müsse, ehe eingegriffen werde. "Es ist im Prinzip unterlassene Hilfeleistung, was Daniel widerfahren ist", ereifert sich der Vater des Sängers.
Von Daniel Küblböck offiziell Abschied zu nehmen, fällt der Familie offensichtlich noch schwer. Falls es überhaupt eine Trauerfeier geben werde, "dann nur im kleinsten Kreis", sagt Günther Küblböck. Einen Grabstein werde es dagegen ganz sicher nicht geben. "Ein Grab ohne die Person, um die es geht, wollen wir nicht. Daniel ist in unseren Herzen, in unserem Haus stehen überall Bilder von ihm", unterstreicht er im "Bunte"-Gespräch.