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"Die Höhle der Löwen" Von nichts kommt nichts

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Trotz des Besuchs von ein paar Dinosauriern - das hier ist natürlich die Höhle der Löwen.

(Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Nicht vorhandene Business-Pläne, unkonkrete Umsatzzahlen und völlig überzogene Firmenbewertungen: Die Löwen schlagen in dieser Woche des Öfteren die Hände vors Gesicht.

Ein Auftritt in der Löwenhöhle ist kein Spaziergang. Damit die Investoren ihre Geldbörsen öffnen, müssen die Gründer und Erfinder viel Produkt-Know-How und Business-Wissen an den Start bringen. Das ist aber leider nicht immer der Fall. Zu hohe Firmenbewertungen, fehlende Patente und Umsatzzahlen, die jedem Geldgeber die Nackenhaare zu Berge stehen lassen: Nicht selten scheitern die passionierten Tüftler bereits an fundamentalen Hürden. Auch in dieser Woche bremsen die Löwen so manch euphorisierten Möchtegern-Düsentrieb schon im ersten Gang aus. Mitunter gibt es diesmal sogar richtig eins auf die Mütze.

Carsten Maschmeyer raucht der Kopf

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Carsten Maschmeyer hatte nicht nur mit den Dinos so seine Probleme.

(Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Die beiden Kunst-Quereinsteiger Matthias Dörner und Timo Hahn beispielsweise haben große Defizite im Einordnen von Verhältnismäßigkeiten. Mit ihrer "Tinder-für-Kunstliebhaber"-App "Wydr" haben die beiden Schweizer im Jahr 2016 ganze 6000 Euro Umsatz gemacht. Nicht nur Frank Thelen fragt sich da natürlich, wie das Duo auf eine Firmenbewertung in Millionenhöhe kommt. "Na ja, bei der Bewertung ist es immer schwer, eine vernünftige Zahl anzusetzen …", stottert Matthias.

Carsten Maschmeyers Kopf raucht bereits. Bevor die verzweifelten Erklärungsversuche ins Absurde abgleiten, schiebt Maschmeyer im Namen aller anwesenden Löwen einen Riegel vor. Es fallen Wörter wie "Desaster", "Frechheit" und "anmaßend". Das "Wydr"-Duo zuckt immer mehr zusammen und verlässt schließlich geteert und gefedert den Höhlenkäfig.

Tobias Otto und Johanna Kettner gehen heute ebenfalls leer aus. Zwar werden die "Der kleine Knick"-Verantwortlichen nicht, wie der "Wydr"-Zweier zuvor, verbal in Grund und Boden gestampft. Aber das ändert nichts am traurigen Abgang der beiden Schultüten-Nerds aus Hamburg. Mit ihren stehenden Einhörnern, Drachen, Dinos und Pommestüten verabschieden sich Tobias und Johanna ins Nischen-Nirgendwo.

"Let it snow, let it snow …"

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Die Mode von "Morotai" stand ihm gut: Frank Thelen.

(Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Auch das "Fairy Snow"-Geschwisterpärchen Romy und Leon Stein zieht trotz eines beeindruckenden Let-it-snow-Auftritts am Ende die "No-Deal"-Karte. Mit ihrer selbstgeschraubten Rieselmaschine, die Rosen, Konfetti, Regen und Schnee von der Decke fallen lässt, sorgen die Rosbacher zwar für große Augen im Höhlenkäfig. Aber ein noch in den Kinderschuhen steckender Business-Plan und das Fehlen von konkreten Umsatzzahlen machen dem Duo letztlich einen Strich durch die Rechnung.

Die Gründer müssen heute viel Kritik einstecken. Selbst die, die am Ende mit einem Deal in der Tasche von dannen ziehen, strecken nur zaghaft die Daumen nach oben. So ist "Rostschreck"-Erfinder Oliver Rokitta froh, dass überhaupt ein Löwe anbeißt. Da stört es ihn auch nicht, dass Ralf Dümmel statt der angebotenen 10 Prozent das Dreifache fordert. Hauptsache, sein Magnet-Vibrator für angerostete Messer und Töpfe geht endlich in Serie.

Caroline Steingruber und ihr britischer Geschäftspartner Tim Nichols müssen ebenfalls in den sauren "Ich mache euch ein Angebot, aber …"-Apfel beißen. Schlussendlich trennen sich die beiden Haferbrei-Liebhaber ("3 Bears") von einem Drittel ihrer Firmenanteile. Dafür haben sie aber in Zukunft die beiden Löwen Frank Thelen und Judith Williams an ihrer Seite.

Ein kurzer Moment der Euphorie

Einzig die vier Sportklamotten-Fans Rafy Ahmed, Waldemar Wenzel, Werner Strauch und Andreas Maier finden den perfekten Investment-Deckel für ihren Start-up-Topf ("Morotai"). Shirts, Hosen und Jacken mit eingenähten Handytaschen und aufgeklebten Reflektoren sorgen für einen spannenden Wöhrl-versus-Dümmel-Infight. Am Ende setzt die dauergrinsende Dagmar den entscheidenden Aufwärtshaken und sichert sich den Deal mit den vier aufstrebenden Sportskanonen aus Birkenfeld: Ein kurzer Moment der Euphorie in der Löwenhöhle, in der diesmal ansonsten nicht allzu viel zusammenlief.

Quelle: n-tv.de

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