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"Mir blieb nichts anderes übrig"Wie Heino den Tod seiner Tochter verarbeitete

13.03.2026, 15:26 Uhr
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Im Jahr 2003 verlor Heino seine Tochter Petra. (Foto: imago stock&people)

Schlagersänger Heino zeigt eine ungewohnte Seite. In einer neuen Doku von RTL+ spricht der Schlagerstar offen über das Schicksal seiner verstorbenen Tochter Petra und gewährt Einblicke in seine Gefühlswelt.

Heino zählt zu den bekanntesten Schlagerstars Deutschlands - doch auch sein Leben war von schweren persönlichen Schicksalsschlägen geprägt. In der vierteiligen Dokumentation "Heino - Karamba, Karacho, Kult" spricht der Sänger nun offen über den Tod seiner Tochter Petra.

Die Doku, die ab sofort auf RTL+ und ab 31. März um 20.15 Uhr bei Vox zu sehen ist, beleuchtet sowohl seine Karriere als auch private Momente. Besonders bewegend ist Heinos Erinnerung an die Nachricht vom Tod seiner Tochter. Sie erreichte ihn 2003 während einer Schiffsreise auf dem Mittelmeer. "Als wir ausliefen, bekam ich die Nachricht, dass meine Tochter sich das Leben genommen hat", erzählt der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Heinz Georg Kramm heißt. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich an Bord der "Costa Victoria".

Trotz der erschütternden Nachricht blieb er auf dem Schiff und kehrte kurze Zeit später wieder auf die Bühne zurück. Nur fünf Tage nach Petras Tod trat Heino erneut vor Publikum auf. Rückblickend erklärt der 87-Jährige diese Entscheidung mit seinem Pflichtgefühl - und mit dem Gedanken, dass seine Tochter es so gewollt hätte. "Ich habe das durchgezogen, mir blieb ja nichts anderes übrig", sagt er in der Dokumentation.

Seine Tochter habe laut Heino unter einer schweren psychischen Erkrankung gelitten, ähnlich wie ihre Mutter. In einem früheren Interview mit der "Bild am Sonntag" beschrieb er ihren Zustand als Leben in einer eigenen Welt, in der sie kaum noch am normalen Alltag teilnehmen konnte. Für ihn selbst sei der Verlust ein tiefes Trauma gewesen. "Das war das Schlimmste, was ich bis dato mitgemacht habe", sagt der Sänger.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie Suizidgedanken haben oder jemand in Ihrem Umfeld, suchen Sie bitte Hilfe - bei der Telefonseelsorge unter 0800 / 111 0 111, dem Notruf 112, dem medizinischen Notdienst 116 117 oder auf suizidprophylaxe.de

Eine "tolle Nacht mit finanziellen Folgen"

Die Geschichte von Petra begann für Heino zunächst mit langem Unwissen. Seine Tochter ging aus einer kurzen Beziehung mit einer früheren Jugendliebe hervor. Dass er Vater geworden war, erfuhr er erst Jahre später - als Petra bereits sieben Jahre alt war. Nach einem Konzert habe plötzlich eine Frau mit einem blonden Mädchen vor ihm gestanden und ihm gesagt: "Heino, das ist deine Tochter", erinnerte er sich 2023 in einem Interview mit der "Rheinischen Post". Die Vaterschaft wurde später gerichtlich bestätigt.

In der Dokumentation blickt Heino auch auf diese Begegnung zurück und beschreibt sie mit einem gewissen Humor: Es sei "eine tolle Nacht mit weitreichenden finanziellen Folgen" gewesen - dennoch habe er seine Tochter immer gern unterstützt. Nachdem Petras Mutter 1988 gestorben war, zog die damals 17-Jährige bei Heino und seiner Ehefrau Hannelore ein. Mit ihr war er 44 Jahre lang verheiratet, gemeinsame Kinder hatten sie nicht. Aus seiner ersten Ehe mit Henriette Heppner stammt jedoch ein Sohn namens Uwe.

Für die Produktion der Dokumentation begleitete ein Kamerateam den Musiker über einen Zeitraum von fünf Jahren. Gedreht wurde unter anderem in New York, Paris, Mallorca, Dresden und Bad Oeynhausen. Neben Heino selbst kommen zahlreiche Wegbegleiter zu Wort, darunter Schauspieler Dieter Hallervorden, Politiker Gregor Gysi und Metal-Sängerin Doro Pesch. Grundlage des Projekts ist außerdem ein umfangreiches Archiv mit mehr als 100.000 Fotos sowie privaten Videoaufnahmen.

Quelle: ntv.de, lpe/spot

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