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Reuters-Fotograf erzähltWie das erstaunliche Foto von Andrew entstand

21.02.2026, 09:56 Uhr
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Andrew Mountbatten-Windsor auf dem Foto von Phil Noble. (Foto: REUTERS)

Seinen 66. Geburtstag verbringt der frühere Prinz Andrew überraschend auf einer Polizeiwache. Erst am Abend wird er wieder freigelassen. Das Foto, das dabei entsteht, ist jetzt schon Legende, obwohl der Fotograf es nicht für ein Kunstwerk hält.

Der Schnappschuss von Andrew Mountbatten-Windsor, der zusammengesunken auf dem Rücksitz eines Autos sitzt und völlig verstört aussieht, geht am Donnerstagabend um die Welt. Es ist der Moment, in dem Mountbatten-Windsor an seinem 66. Geburtstag die Polizeistation in Aylsham verlässt. Zehn Stunden war er dort in Gewahrsam.

Gemacht hat das Foto der Reuters-Fotograf Phil Noble, der nun damit einen weltweiten Erfolg feiert. "Die Fotogötter waren gestern auf meiner Seite", sagte Noble am Freitag über die Entstehungsgeschichte. Der Fotograf lebt in Manchester und war am Donnerstagmorgen etwa fünf Stunden für den Reuters-Auftrag nach Norfolk gefahren. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass die Polizei Andrew Mountbatten-Windsor festgenommen hatte.

Es gibt etwa 20 Polizeistationen im Zuständigkeitsbereich der Thames Valley Police, in die der ehemalige Prinz hätte gebracht werden können. Deshalb habe er abwarten müssen, so Noble. Mithilfe einiger gut informierter Quellen und etwas Überlegungen sei es dann gelungen, diese Zahl einzugrenzen.

Beinahe verpasst

"Das war wahrscheinlich die vierte oder fünfte Polizeiwache, die Reuters an diesem Abend besuchte", sagte Noble. "Als ich ankam, sah alles ganz normal aus. Es waren keine Autos da. Es gab keine erhöhte Aktivität." Er sei schon auf dem Rückweg ins Hotel gewesen, als ihm seine Kollegin schrieb, es seien zwei Autos angekommen und er solle zurückkommen.

"Ich wendete den Wagen, fuhr zurück, und keine Minute später schlossen sich die Rollläden der Garage am Polizeirevier, und zwei Autos fuhren weg. Und in einem davon saß er." In diesem Moment profitierte Noble von den vielen Jahren Erfahrung. "Zur Arbeit gehören Vorbereitung, Können und Erfahrung", so Noble. "Man muss auch bereit sein, stundenlang im Dunkeln am Rand einer britischen Landstraße auszuharren, ohne zu wissen, ob man dabei etwas Bemerkenswertes entdecken wird."

Etwa eine halbe Stunde vor der Aufnahme hatte er Testaufnahmen von anderen Autos gemacht, die die Polizeistation verließen. "Daher hatte ich eine ungefähre Vorstellung von den Kameraeinstellungen", sagte Noble. "Aber es ist immer noch mehr Glück als Können, wenn das Auto herauskommt. Man muss versuchen zu erraten, wo er sitzt, auf welcher Seite des Wagens. Sitzt er vorne? Sitzt er hinten? Wird der Blitz rechtzeitig wieder aufgeladen?"

Sechs Fotos, fünf davon sind Nieten

Reuters zufolge machte Noble insgesamt sechs Aufnahmen. Zwei waren unbrauchbar, eine unscharf und auf zwei waren Polizisten zu sehen. Doch eine hielt Mountbatten-Windsor in dem außergewöhnlichen Moment fest.

"Bei jedem Foto, das man von einem Auto macht, ist die Trefferquote wirklich extrem niedrig", sagte der Fotograf. Er habe sich kneifen müssen, um es zu glauben. "Man schaut auf den Kameramonitor, ist müde, es war ein langer Tag … und kann es einfach nicht fassen, dass man ihn erwischt hat." Das Foto sei kein Kunstwerk, aber definitiv eines der wichtigsten, die er je aufgenommen habe.

Mountbatten-Windsor war am Donnerstagmorgen wegen des Verdachts des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt festgenommen und befragt worden. Am Abend wurde er wieder entlassen. Er war erst kurz zuvor unfreiwillig aus seinem Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor aus- und nach Norfolk gezogen.

Quelle: ntv.de, sba

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