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"Die Situation schien ausweglos"Wie sich "Bares für Rares"-Star Horst Lichter aus der Krise rettete

08.05.2026, 11:53 Uhr
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Moderator-Horst-Lichter-zu-Gast-in-der-WDR-Talkshow-Koelner-Treff
Scheinbar immer gut gelaunt: Horst Lichter. (Foto: picture alliance / dpa)

Als Moderator der Trödelshow "Bares für Rares" tritt Horst Lichter mit Schnauzbart und flotten Sprüchen meist als rheinische Frohnatur auf. Doch hinter ihm liegen schwere Lebenskrisen.

Der stets gut gelaunt auftretende Fernsehkoch und "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter hat auch in dunklen Zeiten nicht den Mut verloren. "Du musst leiden, damit der Schmerz weggeht", sagte der 64-Jährige in einem Interview mit dem "Zeit-Magazin". Er spricht aus Erfahrung, denn Lichter hat tiefe Krisen überwunden. "Ich wollte leben. Ich wollte auch wieder lachen", erklärt er, was ihn dabei gerettet hat.

In dem Interview berichtet Lichter von frühen Schicksalsschlägen wie einem schweren Trampolin-Unfall als Zwölfjähriger mit monatelangem Krankenhausaufenthalt und dem frühen Verlust des geliebten Vaters. Als er vor 30 Jahren dann mit seinem Restaurant pleiteging, habe er kurzzeitig sogar den Überlebenswillen verloren, schildert er.

"Die Situation schien ausweglos", erinnert er sich. "Ich hatte Angst, dass alle über mich lachen würden: Jetzt ist er doch plattgegangen mit seiner Spinnerei!" Da habe er sich auf sein Motorrad gesetzt und sei "zwei Stunden durch die Eifel geflogen wie ein Irrsinniger", so Lichter. "Wenn du jetzt verunfallst, so war meine Idee, hast du eine Lebensversicherung. Dann merkt keiner was von deinen finanziellen Problemen."

"Wünsche meine Schicksalsschläge keinem"

Irgendwann habe er gemerkt, was für eine "Scheißidee" das war. Er habe darüber nachgedacht, was die Menschen, die gerade vielleicht über ihn lachen, wohl am meisten ärgern würde. Seine Antwort: "Wenn du es schaffst." Daraufhin habe er sich mit seiner jetzigen dritten Frau in die Arbeit gestürzt, um das Restaurant zu retten. Dabei konnte er auch auf die Unterstützung seiner Gäste setzen, die im Angesicht der vielen Arbeit einfach im Restaurant mitgeholfen und ihnen Geschirr geschenkt hätten. "Wildfremde Menschen waren das teilweise, die fanden das toll. Und damals war noch kein Fernsehen in Sicht oder Berühmtheit oder irgendwas", erzählt Lichter.

Rückblickend erklärt er: "Ich wünsche meine Schicksalsschläge keinem anderen. Aber ich gucke immer auf heute. Ich mag den, der ich heute bin. Der wäre ich nicht, wäre früher irgendetwas anders gelaufen."

Der in Rommerskirchen im Rheinland geborene gelernte Koch hatte nach zwei Schlaganfällen mit Mitte Zwanzig den Job als Arbeiter im Braunkohle-Tagebau geschmissen und ein Restaurant aufgebaut. Später wurde er als Fernsehkoch bekannt und moderiert seit 2013 die ZDF-Sendung "Bares für Rares", in der Zuschauer Fundstücke aus ihren Kellern zu Geld machen wollen.

Quelle: ntv.de, csp/dpa

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