Unterhaltung

"Sterben für illusorische Ziele" Lindenberg solidarisch mit russischer Popdiva

Die russische Popikone Alla Pugatschowa hält sich mit lauter Kriegskritik lange zurück. Am Wochenende aber setzt sie einen Instagram-Post ab, in dem sie aus ihrer Haltung keinen Hehl mehr macht. Alt-Rocker Udo Lindenberg springt seiner früheren Duett-Partnerin zur Seite.

Der Sänger Udo Lindenberg hat sich mit der bekannten russischen Popsängerin Alla Pugatschowa und ihrer Kritik an Russlands Angriffskrieg in der Ukraine solidarisiert. Auf seiner Facebook-Seite postete er ein Foto von sich und schrieb dazu, dass seine "langjährige Freundin und Kollegin" heftige Kritik an "Putins verbrecherischem Krieg gegen die Ukraine" äußere.

Dazu stellte der Panikrocker ein Zitat aus dem Lied "Wozu sind Kriege da", das er nach eigener Aussage bereits zusammen mit Pugatschowa in Moskau und Sankt Petersburg auf Deutsch und Russisch gesungen habe: "Sie stehen sich gegenüber und könnten Freunde sein, doch bevor sie sich kennenlernen, schießen sie sich tot. Ich find das so bekloppt, warum muss das so sein".

Lindenberg und Pugatschowa sind seit vielen Jahren verbunden. 1988 nahmen sie, mitten im Kalten Krieg, die erste gemeinsame Schallplatte ("Lieder statt Briefe") eines bundesdeutschen und einer sowjetischen Künstlerin auf. Sie traten in den 80er-Jahren zudem gemeinsam auf und hatten erfolgreiche Tourneen in der Sowjetunion, der Bundesrepublik und in der Schweiz.

Breites Echo

Pugatschowa hatte am Sonntag auf Instagram beklagt, dass die russischen Soldaten für "illusorische Ziele" stürben, während gleichzeitig Russland international geächtet werde. Dabei vermied sie das Wort "Krieg", das im Zusammenhang mit dem Überfall auf die Ukraine in Russland verboten ist. Die Worte der 73-Jährigen, die in ihrer Heimat immer noch ein Star ist, fanden ein breites Echo.

Mehr zum Thema

Die staatlichen russischen Medien allerdings ließen ihre Kriegskritik in der Berichterstattung unter den Tisch fallen und berichteten nur über ihre Forderung, wie ihr Ehemann zum "Auslandsagenten" - ein Stigma in Russland - gestempelt zu werden. Sie solidarisierte sich damit mit ihrem Ehemann Maxim Galkin.

Der bekannte Komiker und Moderator lebt seit einigen Monaten im israelischen Exil, nachdem er den russischen Angriff auf die Ukraine kritisiert hatte. Vergangene Woche setzte ihn das Justizministerium in Moskau als "ausländischer Agent" auf die Schwarze Liste.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 20. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ino/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen