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Nicht nur visuell kraftvollArnold Schwarzenegger für den Couchtisch

23.08.2026, 13:58 Uhr dff697a9-ec36-4d60-a8dd-b9e0363450ecVon Sabine Oelmann
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Schwarzenegger in München 1967 - und die Damen kichern. (Foto: Photo by ROLF HAYO/REX USA)

Dieses Buch gab es bis jetzt nur in der XXL-Variante für 15.000 Euro. Jetzt geht's, obwohl es sich um den großen Arnold Schwarzenegger handelt, zum Glück zwei Nullen kleiner, ohne inhaltlich dünner zu werden.

Die Fotos, auf denen er wirkt wie ein normaler Mensch, auf denen er also weder Schauspieler noch Politiker noch Aktivist noch Bodybuilder ist, sind am allerbesten. So wie das Bild, auf dem er mit den älteren Ladys lacht. Er, das Objekt, sie, die ihn anstarren. Er wirkt so herzlich, so geerdet. Denn man kann über Arnold Schwarzenegger sagen, was man will, ihn finden, wie man mag, ihn leiden können oder nicht - er ist ein Phänomen. Eine Urgewalt. Und meist ist er auf der richtigen Seite unterwegs. Er hat Fehler gemacht, nicht zu wenige, nicht zu harmlose, und er hat ganz bestimmt dafür bezahlt. Aber sein ganzes Leben ist wie ein Film - kein Wunder, dass es nun einen fulminanten Bildband aus dem Verlag Taschen gibt. Nachdem die XXL-Variante für 15.000 Euro in einer limitierten Stückzahl über den Tisch gegangen ist, kommt nun die bezahlbare Variante mit zwei Nullen weniger im Preis. Vom Inhaltlichen bleibt es bei "think big"!

Diese unlimitierte, spektakuläre, erweiterte Neuausgabe zu Schwarzenegger zeichnet seinen Weg vom armen Jungen aus einem österreichischen Dorf zum globalen Mythos nach: Bodybuilding-Legende, Hollywood-Superstar, Gouverneur und Aktivist. Auf über 500 Seiten vereint der Band ikonische Porträts von Annie Leibovitz, Robert Mapplethorpe, Andy Warhol und weiteren Größen mit seltenen Archivfotos, Filmstills und persönlichen Einblicken. Exklusive Interviews mit Schwarzenegger und Weggefährten machen das Buch zu einem einzigartigen Zeitdokument über Ehrgeiz, Selbstinszenierung und den amerikanischen Traum – visuell kraftvoll und mit hohem erzählerischem Sog.

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"Warum ich anders war als die Jungs in meiner Umgebung, kann ich nicht sagen. Ich wurde schlichtweg mit einer Vision geboren." Der 21-jährige Arnold vor malerischer Kulisse bei Graz (1967, eine Werbefotografie für das Gym, in dem er trainierte und unterrichtete). (Foto: .Photo by Albert Busek)

"Arnie", wie Fans ihn liebevoll nennen, ist vierfacher Mr. Universum, siebenfacher Mr. Olympia, seine Filme haben weltweit vier Milliarden Dollar eingespielt und die Wahl zum Gouverneur von Kalifornien (2003 - 2011) gewann er geradezu mit einem Erdrutschsieg. Er hat diesen - oft imitierten Akzent - eines Österreichers, der ziemlich gut Englisch spricht, seine Herkunft aber nicht verleugnen kann. Oder will. Und einen Körperbau, der - noch immer, mit 79 Jahren - als perfekt gepriesen wird. Er ist und bleibt Arnold, der Einzigartige, mit einem weltweiten Bekanntheitsgrad.

"Ich musste dieses Buch machen"

Er selbst sagt: "Ich musste dieses Buch machen, denn es gab keinen anderen Weg für mich, die Qualität der Bilder, die über die Jahre von mir entstanden, besser darzustellen." Und präzisiert: "Jede Seite in diesem Buch ist wie eine hochwertige Fotografie." Dem Verleger Benedict Taschen vertraute Arnold sich an, weil er glaubte, mit ihm einen gefunden zu haben, der dieselbe Leidenschaft in Projekte legt wie er selbst. Er sollte recht behalten.

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"Zeig' mal deine Muckis, Arnold!" - wie oft er sich das wohl anhören musste? Wie hier (um 1968) am Billardtisch in Don Peters (2.v.l.) Haus in Santa Monica, Kalifornien. (Foto: Fotograf unbekannt)

Der Bildband ist das Produkt einer Zusammenarbeit von zehn Jahren, umfasst 75 Jahre Arnold Schwarzenegger und reicht von seiner mittellosen Kindheit bis zu seinem Einzug in die Villa des kalifornischen Gouverneurs. Auch Schwarzeneggers Engagement für die Umwelt wird ausgiebig gewürdigt.

Flucht vor einer Atmosphäre von Verlierern

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Bob Rafelson, (r.) machte ihn mit Hollywood bekannt und Hollywood liebte ihn von Beginn an. Auf diesem Foto unterhält er Erika Zimmerman, Roman Polanski und Nastassja Kinski (1974). (Foto: Photo by Artie Zeller)

Am meisten gefeiert werden auf den Bildern aber Schwarzeneggers muskulöser Körper, seine markanten Gesichtszüge und seine charismatische Persönlichkeit. Bei der Buchvorstellung in Los Angeles erzählte er von seinen Anfängen: "Ich bin aufgewachsen in einem Österreich, das von Amerikanern, Franzosen, Russen und Briten besetzt war. Ich wuchs in der britischen Zone auf, es gab nichts zu essen und ich erinnere mich daran, dass meine Mutter oft von Ort zu Ort ging und bei den Bauern um Essen bat."

Die Männer leckten - laut Schwarzeneggers Beobachtungen - buchstäblich noch ihre Wunden nach dem Krieg. Er sei in einer Atmosphäre von Verlierern aufgewachsen, erzählt er: "Wir hatten den Krieg verloren, die Männer tranken und waren depressiv, und wir wissen, wohin das führt: Wir Kinder wurden in einer brutalen Art und Weise erzogen, es gab Schläge." Er lenkt ein: "Manchmal war es aber auch nett. Unsere Kindheit war eine Mixtur aus Brutalität und Härte: Wir besaßen zwar kaum etwas, aber auf der anderen Seite war der Ort meiner Kindheit wunderschön. Im Winter war es wahnsinnig romantisch und im Sommer sind die Alpen natürlich einmalig. Österreich ist ein herrliches Land, keine Frage, aber ich habe irgendwann gespürt, dass ich da nicht hingehöre. Seit ich ein kleiner Junge war, wollte ich weg."

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Alphatiere unter sich: Mick Jagger, Regisseur Richard Blanshard und Schwarzenegger im Hotel du Cap, Antibes, 1990. (Foto: Photo © Jean Pigozzi)

Und plötzlich hatte er Amerika im Kopf, das Land, das den Krieg gewonnen hatte, das Land mit der am schnellsten wachsenden Wirtschaft. In der Schule sah der kleine Arnie, er war gerade zehn, zum ersten Mal einen Film über die USA: die Golden Gate Bridge, die Hochhäuser, die Autos, die Strände, Hollywood, die sechsspurigen Autobahnen - es war um ihn geschehen: Dies sollte das Land seiner Träume sein. "Alles dort war riesig", erzählt er lachend bei der Vorstellung des Bildbandes in Los Angeles. "Ich wollte lieber ein Amerikaner sein als ein Österreicher. Ich konnte dieses Verlangen, diese Sehnsucht in mir, nicht mehr unterdrücken. Ich tat alles, um Österreich zu verlassen."

Was hatte Bodybuilding dann letztendlich mit seinem Aufbruch zu tun? "Mir wurde klar, dass ich mit Fußball in Amerika nicht weiterkommen würde. Selbst wenn ich der beste Spieler wäre - Fußball ist einfach keine große Sache in den USA, damals schon gar nicht. Ein paar Freunde hatten begonnen, mit Gewichten zu trainieren, an einem See nahe meinem Dorf, und ich hatte bereits ein paar amerikanische Idole im Kopf."

Muckimänner statt Mädchenfotos an der Teenagerwand

Er trainierte, las alles, was er zu dem Thema finden konnte, "und ja, meine Eltern hielten mich für ein bisschen bescheuert, aber das war mir egal. Meine Mutter war nur sehr irritiert, weil ich an den Wänden meines Kinderzimmers Poster von den berühmtesten Bodybuildern hatte, und sie sagte: 'All' deine Freunde hängen sich Mädchen und Frauen an die Wand, und du?' Sie weinte! 'Was habe ich falsch gemacht?' fragte sie mich", erzählt Schwarzenegger lachend. Nichts, kann man in der Retrospektive sagen. Mutter Schwarzenegger muss vieles richtig gemacht haben, denn ihr Bub legte eine unvergleichliche Karriere hin, "The American Dream" schlechthin.

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Schwarzenegger steht wie kaum ein anderer für diesen "bjutiful sport", das Bodybuilding. Er, der Österreicher, ging damals in die US-amerikanischen Talkshows, um darüber zu sprechen - und löste eine gewisse "Arnie-Mania" aus: Plötzlich wollte jeder Gewichte stemmen. "Die Gewichte haben mir den Weg zu meinem Erfolg geebnet", ist sich Schwarzenegger sicher, "ich liebe die Psychologie hinter diesem Sport und ihr könnt euch nicht vorstellen, was für eine Kameradschaft unter Bodybuildern herrscht". Er erwähnt den nur unwesentlich älteren Albert Busek, einen der wichtigsten Wegbereiter des Bodybuildings: "Albert fotografiert mich noch heute", schwärmt er, und gibt man heute "Bodybuilding" in eine Suchmaschine ein, erscheint als Erstes ein Bild von Schwarzenegger.

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Schwarzenegger sammelt Requisiten aller seiner Filme und zeigt sie Besuchern gern in seinem Büro in Santa Monica. Dieses Krokodil spielte eine nicht unwesentliche Rolle in "Eraser". (Foto: Fotograf unbekannt)

Schwarzenegger stand für Fotografen wie Richard Avedon, Annie Leibovitz, Robert Mapplethorpe, Herb Ritts, Francesco Scavullo und Andy Warhol vor der Kamera - im Bildband sind sie alle. Und Schwarzenegger selbst steuerte noch einige Privatfotos aus seinem persönlichen Archiv bei. Überdies gibt es exklusive Interviews mit Schwarzenegger und denjenigen, die ihn am besten kennen - darunter Filmregisseure und andere Bodybuilding-Legenden.

"Keins pinkelt oder kackt ins Haus!"

Es sei, laut Schwarzenegger, ein harter, langwieriger Prozess gewesen, all die Fotorechte zu beschaffen. Aber mit harten Prozessen kennt er sich aus: Im Buch sind unzählige Anekdoten über seine Anfänge in Hollywood, als ihm wegen seines starken Akzents und seiner Muskelpakete alle Agenten von der Schauspielerei abgeraten hätten. Wenn er dann aber über seine Rolle als "Terminator" spricht, gerät er ins Schwärmen. Weil er sich durchgesetzt hat.

Im Buch plaudert er auch über seine Tierschar, die sich im Haus frei bewegen darf: drei Hunde, Esel Lulu, ein Zwergpony namens Whiskey und Schnelly, ein flinkes Schweinchen. "Und keins davon pinkelt oder kackt ins Haus! Die sind alle super erzogen!"

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Schwarenegger ist ein begeisterter Maler - auch wenn man dieses Foto am Strand nicht allzu ernst nehmen sollte. Das ist einfach sein Humor, seine weichere Seite zu präsentieren. (Foto: Fotograf unbekannt)

Apropos gut erzogen: Opa Arnold wird ganz zart, wenn er erzählt, wie süß die Kinder seiner Tochter mit den Haustieren spielen. Schwarzenegger hat sein Leben im Griff: Er ist augenscheinlich ein sehr zufriedener Mann, der mit viel Spaß auf die letzten Jahrzehnte zurückschaut und noch einiges vorhat.

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Arnold ist überhaupt sehr fleißig: In einem anderen Buch erläutert er seine sieben Erfolgsregeln und enthüllt, anhand einschneidender Erlebnisse, wie er es durch Ehrgeiz, Zuversicht, Entschlossenheit und Demut ganz nach oben geschafft hat. 2012 bereits hatte Schwarzenegger unter dem Titel "Total Recall" seine Autobiografie veröffentlicht.

Präsident kann er als nicht gebürtiger Amerikaner in seiner Wahlheimat nicht werden, seine Themen aber setzt er weiterhin durch. Das Thema Umweltschutz treibt er in den vergangenen Jahren tatkräftig voran: "Man muss auf nichts verzichten, um die Welt zu verändern", sagte er einmal in einem Interview. Genau da würden wir bei nächster Gelegenheit gern noch einmal nachfragen.

Quelle: ntv.de

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