Kino

Kino-Spektakel "Valerian" Süchtig nach dem Universum

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Valerian und Laureline retten in "Valerian" ein spektakuläres, ziemlich farbenfrohes Universum.

(Foto: Universum Film)

So bunt war das Universum noch nie. Mit abgedrehten Welten und vielen außerirdischen Kreaturen zündet Luc Besson ein Weltraum-Feuerwerk, das andere All-Epen alt aussehen lässt. Da fällt es kaum auf, dass die Handlung ein wenig zu kurz kommt.

Das sieht doch aus wie bei … Ja, klar, mag sein. Wer sich "Valerian" anguckt, wird zwangsläufig an "Star Wars" erinnert. Abgekupfert hat Regisseur Luc Besson trotzdem nicht. "Valerian" basiert auf dem Comic "Valérian und Laureline" von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières und der hatte einen besonders großen Fan: George Lucas. Bevor sich also jemand daran stört, dass das Raumschiff der Helden im Film, XB982, dem Millennium Falken ähnelt, oder plötzlich wer im Augenwinkel Jabba den Hutten erkennt - das alles war zuerst da.

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1967 erschien der Weltraum-Comic und gewann ungefähr zu dieser Zeit im kleinen Luc Besson einen Fan. Bis der Stoff auf Leinwand landete, musste allerdings erst ein halbes Jahrhundert vergehen. Heute gibt es die Technik, um seiner abgedrehten Welt gerecht zu werden. Hier liegt die klare Stärke von "Valerian". Besson hat ein Universum entworfen, das süchtig macht.

Irre teuer, irre ambitioniert

Visuell ist "Valerian" ein Hochgenuss. Nie war das Weltall bunter, wilder, detailverliebter. Die Raum-Zeit-Agenten, der namensgebende Valerian und seine tough-liebliche Partnerin Laureline, sehen auf Mission schon mal aus wie direkt vom Skate-Park in Venice Beach gebucht, mit einer Art Virtual-Reality-Brille öffnen sich in karger Wüste, farbenfrohe Spaßparkwelten und hinter jeder Ecke wartet ein neuer Alien. Immer anders als die vorherigen, immer irgendwie greifbar und mit Charakter sind die Kreaturen nicht einfach extravagantes Beiwerk, sondern wesentlicher Bestandteil des Kino-Erlebnisses.

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"Valerian" ist bildgewaltig wie lange kein Film mehr.

(Foto: Universum Film)

"Valerian" ist eine irre Produktion. Irre teuer und vor allem irre ambitioniert, denn ein garantierter Kassenschlager ist der Streifen nicht. Manche wollen ihn mit Bessons Kultfilm "Das fünfte Element" vergleichen, anderen sehen darin mehr "Jupiter Ascending", den galaktischen Flop der Wachowski-Geschwister. Wie gut der Film gefällt, hängt ganz wesentlich von den Erwartungen ab, die man an ihn heranträgt.

Optischer Überfluss

Mit Dane Dehaan und Cara Delevingne hat Besson sich zwei überraschende Hauptdarsteller gesucht. Den Helden durfte Dehaan bislang nicht spielen. Er ist keiner dieser klassischen Hollywood-Schönlinge und sein jugendliches Gesicht - der Mann ist 31 Jahre alt - verschafft seinem Valerian in den militärischen Strukturen der Weltraum-Rettung nicht unbedingt Autorität. Er ist blass, wirkt blass und verschafft damit trotz schauspielerischem Talent vor allem Delevingne einen deutlichen Vorsprung. Ihr Charme, der sie vor einigen Jahren zum wohl gefragtesten Model der Welt machte, trägt die oft hölzernen Dialoge. Vielleicht lenkt er auch einfach ab, aber auch das ist in Ordnung.

Eine gute Geschichte erzählt "Valerian" nicht. Es muss - Überraschung - das Universum gerettet werden und dann ist da natürlich die obligatorische Liebesgeschichte. Bei all dem optischen Überfluss kommt die Erzählung zugunsten ihres Schauplatzes zu kurz. Und dennoch: "Valerian" ist einer dieser Filme, die man im Kino gesehen haben muss. In 3D und auf größtmöglicher Leinwand. Alle Beteiligten wünschen sich eine Fortsetzung und, wer weiß, womöglich klappt es im zweiten Anlauf ja dann auch mit dem Storytelling.

"Valerian - Die Stadt der tausend Planeten" startet am 20. Juli in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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