"Es wurde nur schlimmer"Marius Borg Høibys Ex sendet bewegende Botschaft

Das Urteil gegen Marius Borg Høiby bewegt auch seine ehemalige Partnerin Nora Haukland. Die norwegische Influencerin schildert offen, wie Gewalt ihr Leben bis heute beeinflusst.
Wenige Tage nach dem Urteil gegen Marius Borg Høiby hat sich dessen Ex-Freundin Nora Haukland mit einem emotionalen Statement an die Öffentlichkeit gewandt. Die norwegische Influencerin nutzte ihre Reichweite auf Instagram, um über die Folgen von Partnerschaftsgewalt zu sprechen - und darüber, warum sie sich nach Jahren des Schweigens nun zu Wort meldet.
Am vergangenen Montag hatte ein Bezirksgericht in Oslo den 29-Jährigen zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit wurde in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen. Von zwei Vergewaltigungsvorwürfen sprach ihn das Gericht frei. Høiby weist die Vorwürfe zurück und hat angekündigt, gegen das Urteil vorzugehen. "Der Montag fühlt sich wie ein kleiner Sieg an", sagt Haukland zu dem Schuldspruch. "Zu spüren, dass es Hoffnung auf Gerechtigkeit im Rechtssystem gibt, schenkte mir Wärme in etwas, das sonst schwer, schmerzhaft und erschöpfend gewesen ist."
Für Haukland kommt die Entscheidung nicht überraschend. In ihrem Instagram-Beitrag richtet sie den Blick jedoch weniger auf ihren Ex-Partner als auf die Auswirkungen von Gewalt in Beziehungen. "Ich kenne viele Menschen, die Partnerschaftsgewalt erlebt haben. Wahrscheinlich kennst du auch welche. Lass das auf dich wirken", schreibt sie. Anschließend macht sie deutlich, wie tief solche Erfahrungen nachwirken können: "Partnerschaftsgewalt hinterlässt Spuren. Nicht nur im Moment, sondern lange danach. Manchmal für den Rest des Lebens."
"Ich bin eine von vielen"
Während ihrer Beziehung zum ältesten Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, mit dem sie von 2022 bis 2023 liiert war, habe sie sich auf Schritt und Tritt selbst analysiert und die Fehler bei sich gesucht. "Ich dachte: Vielleicht, wenn ich mich anders kleide. Vielleicht, wenn ich mich weniger schminke. Vielleicht, wenn ich weniger Raum einnehme. Vielleicht, wenn ich weniger rede. Vielleicht, wenn ich aufhöre, Influencerin zu sein. Ich versuchte, mich kleiner zu machen. Das Ergebnis? Es wurde nur schlimmer." Heute weiß sie: "Frauen, die Gewalt erleben, haben nicht einen bestimmten Persönlichkeitstyp, nicht einen bestimmten Kleidungsstil, nicht einen bestimmten Beruf. Ich bin eine von vielen."
Besonders eindringlich beschreibt die 29-Jährige, wie bestimmte Geräusche noch heute körperliche Reaktionen bei ihr auslösen. "Selbst heute bekomme ich noch Herzrasen vom Geräusch einer zuschlagenden Tür, eines stampfenden Mannes oder eines Motorrads mit lautem, aufdringlichem Geräusch", schreibt sie.
Das Urteil gegen Høiby gibt ihr nach eigenen Worten Hoffnung. Sollte der Fall in die nächste Instanz gehen, wolle sie sich davon nicht einschüchtern lassen. "Wenn der Fall angefochten wird, bin ich bereit dafür", erklärt Haukland. Zudem wolle sie sich künftig weder kleiner machen noch schweigen oder daran zerbrechen.
Unterstützung erhält Haukland dabei auch aus dem Umfeld ihres Ex-Partners. Unter ihrem Beitrag hinterließ Juliane Snekkestad, ebenfalls eine frühere Freundin von Høiby, zwei rote Herz-Emojis. Snekkestad hatte bereits in der Vergangenheit öffentlich über schwierige Erfahrungen während der Beziehung gesprochen und von körperlicher sowie psychischer Gewalt berichtet.