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"Tatort" aus KölnBretter, die den Tod bedeuten

11.01.2026, 21:45 Uhr
imageVon Ingo Scheel
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Der "Tatort" wurde diesmal unter anderem in den Interims-Spielstätten der Oper in Köln-Deutz gedreht. (Foto: WDR / Bavaria Fiction GmbH / Thomas Kost)

"Die Schöpfung" lautete der Titel des Kölner "Tatorts", tatsächlich ging es um das Gegenteil, die Auslöschung: Den lebensmüden Countertenor erwischte es wunschgemäß auf offener Bühne. Wikipedia führt einen eigenen Eintrag zum Thema.

"List of entertainers who died during a performance" - so lautet der etwas morbide Wikipedia-Titel. Zum Scrollen sollte man dabei ein wenig Zeit einplanen, so lang ist dieser Eintrag.

In Wolfgang Stauchs "Tatort"-Geschichte "Die Schöpfung" hatte der frustrierte Countertenor David Deycks (Marcel Jacqueline Gisdol) einen perfiden Plan in die Tat umgesetzt. Die Platzpatronen einer Pistole ersetzte er durch scharfe Munition. Während einer Probe erschoss ihn Schauspielkollegin Valerie Schmitt (Hannah Schiller), nicht ahnend, dass sie statt harmloser Requisite eine tödliche Waffe in Händen hielt.

Es ist noch nicht so lange her, da geschah Alec Baldwin etwas Ähnliches. Während der Dreharbeiten zum Western "Rust" erschoss der US-Schauspieler die Kamerafrau Halyna Hutchins. Auch hier befanden sich statt Platzpatrone echte Kugeln in der Waffe. Kein arrangierter Suizid, sondern ein Unfall. "Fahrlässige Tötung" lautete der Vorwurf, für den Baldwin sich vor Gericht verantworten musste. Im Sommer 2024, drei Jahre nach dem tragischen Ereignis, wurde das Verfahren eingestellt.

Der Trick ging schief

Der polnische Komiker Emil Hasda war Anfang des 20. Jahrhunderts eher ein Bruder im Geiste von David Deycks, so steht es in der "Liste der Künstler, die während einer Aufführung ums Leben kamen". Auch Hasda war seiner irdischen Existenz überdrüssig, eine Schauspielkollegin hatte seinen Heiratsantrag abgelehnt. Im Gegensatz zu Deycks zog er jedoch keine Außenstehenden als Mörder wider Willen mit ins Verderben. Am Ende einer Vorstellung in Nimptsch, im Südwesten Polens, genoss er am 11. April 1904 den tosenden Applaus des Publikums und ein halbes Dutzend Vorhänge, bevor er sich selbst eine Kugel in den Kopf jagte.

Eine solche blaue Bohne erwischte 1918 auch den Magier William Elllsworth Robinson, als Chung Ling Soo mit gelb geschminktem Gesicht im Einsatz. Ursprünglich hatte er die Kugel fangen wollen, doch der Trick ging schief, Robinson wurde in die Brust getroffen.

US-Schauspieler Gareth Jones sollte 1958 im Sci-Fi-Theaterstück "Underground" der ABC-Serie "Armchair Theatre" gemäß Drehbuch einen Herzinfarkt erleiden - er erlitt jedoch tatsächlich einen, der ihn das Leben kostete. Den Dirigenten Joseph Keilberth erwischte es 1968 bei "Tristan und Isolde", und zwar exakt dort, wo es 1911 bereits seinen Kollegen Felix Mottl dahingerafft hatte.

Während des Livestreams gestorben

Theater-Aktrice Edith Webster starb 1986 während einer, nun ja, Sterbeszene. Bei der Aufführung von William Henry Smiths "The Drunkard" in Baltimore sang sie "Please Don't Talk About Me When I'm Gone", sollte anschließend ihren Tod darstellen - und segnete tatsächlich das Zeitliche. Entfesselungskünstler "Amazing Joe", bürgerlich Joseph W. Burrus, starb, als sein Trick mit einen gläsernen Sarg schiefging - ausgerechnet am 64. Todestag von Harry Houdini, einem seiner großen Vorbilder.

Hochdramatisch auch der Tod von Anthony Wheeler im Jahre 1997. Während einer Aufführung von "Jesus Christ Superstar" strangulierte er sich in einer Szene, als das Sicherheitsseil seines Stricks versagte.

Genug der morbiden Bühnenereigneisse? Eine Zugabe vielleicht noch, der aktuellste Fall als Indiz für die postmoderne Entwicklung der Performance als solche: Jean Pormanove, Influencer, Content-Creator und Komiker, starb während eines mehrtägigen Livestreams - im Schlaf. Der Fall sorgte für eine große Kontroverse um die Plattform Kick, die nicht eingeschritten war, um die Übertragung zu stoppen.

Und damit: Vorhang!

Quelle: ntv.de

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