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Der "Tatort" im SchnellcheckDas Ende ist nah

31.01.2026, 15:12 Uhr
imageVon Ingo Scheel
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Ihr letzter gemeinsamer Fall führt Susanne Bonard (Corinna Harfouch) und Robert Karow (Mark Waschke) in den Wald. (Foto: rbb/Conny Klein)

In Berlin stehen die Zeichen auf Abschied, Susanne Bonard muss ihren letzten Fall lösen. Während Karow sich durch Berlins Unterwelt treiben lässt, geht sie in den Wald - ins "Gefahrengebiet".

Was passiert?

Vor den Toren Berlins wird ein Obdachloser in einer Industriebrache tot aufgefunden. Die Leiche weist schwere Bisswunden auf, die von einem Wolf stammen könnten. Eine Theorie, die von einer Spaziergängerin (Catherine Stoyan) gestützt wird, die beim Gassigehen mit ihren Vierbeinern einen solchen gesichtet haben will. Robert Karow (Mark Waschke) hat infolgedessen alle Mühe, sein Team von voreiligen Schlüssen abzuhalten. In der Tat ergeben die Untersuchungen der KTU bald, dass nicht etwa Bisse zum Tod des Mannes geführt haben, sondern der gezielte Hieb mit einer Axt.

Zwei Personen rücken in den Fokus der Ermittlungen. Da ist der Wanderer Noah (Nils Kahnwald), der sich intensiv auf den Weltuntergang vorbereitet. Und da ist die Wildnislehrerin Dara Kimmerer (Anne Ratte-Polle), die Survivalkurse und Wanderungen veranstaltet. Susanne Bonard (Corinna Harfouch), die nur wenige Tage von ihrem Ruhestand entfernt ist, bleibt kurz entschlossen im Wald, um mit Kimmerer durchs Dickicht zu ziehen. Karow läuft dem Wandersmann in Berlin erneut über den Weg und kann sich buchstäblich aus nächster Nähe ein Bild von dessen ungewöhnlichem Lebensentwurf machen.

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Robert Karow geht aus, um den plötzlichen Abgang seiner Kollegin zu verarbeiten. (Foto: rbb/Conny Klein)

Worum geht es wirklich?

Um Prepper und Survivalisten, ganz kompakt auf den Punkt gebracht. "Der Auslöser war völlig unspektakulär", so Drehbuchautorin und Regisseurin Mira Thiel, "In der U-Bahn hing ein Barcode, darüber stand 'Positive Prepping - Join the Club'. Aus der Krise einen Lifestyle machen - das ist Berlin, dachte ich. Und dieser Gedanke hatte Hoffnung und Angst gleichermaßen."

Grunewald und Teufelsberg einerseits, die Kühle der Großstadt andererseits, das ist der reizvolle Kontrast in diesem "Tatort". "Für die Inszenierung war er entscheidend: Er lässt unsere Figuren ständig zwischen Kontrolle und Freiheit, zwischen Lärm und Stille, zwischen Rationalität und Instinkt wechseln", erklärt Thiel. "Am Ende stellt Berlin ihnen allen dieselbe hochromantische Frage: Wo und mit wem willst Du sein, wenn alles andere wegfällt?"

Wegzapp-Moment?

"Ich schlafe erst, wenn ich den Fall gelöst habe", hört man Karow an einer Stelle des Films sagen. Mit der Art und Weise, wie Mira Thiel diesen "Tatort" inhaltlich und optisch aufzieht, dürften Teile des Publikums es genau andersherum sehen: Ich schlafe längst, bevor der Fall gelöst ist. Er dürfte polarisieren, dieser letzte Einsatz von Susanne Bonard. Die einen werden zappen, die anderen loben womöglich den eigenwilligen …

… Wow-Faktor:

Vergessen Sie alles, was Sie über polizeiliche Ermittlungsarbeit gehört haben, hier weht ein anderer Wind. Im Ernst: "Gefahrengebiet" gönnt sich zum Abschied von Corinna Harfouch jede Menge dramaturgische Freiheit. Der Trip durch den Wald mag surreal wirken. Das, was Karow da mit dem Prepper erlebt, nicht minder. Zusammen ergibt das mal wieder keinen klassischen Sonntagabend-Krimi, stattdessen jedoch schmuckes Entertainment für die etwas freigeistigere Klientel unter den "Tatort"-Guckern.

Wie war's?

8 von 10 Punkten - ein eigenwilliger Ausstand, exzentrisch und kurzweilig

Quelle: ntv.de

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