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Nun sprechen Anwalt und ManagerDas Schweigen des Gil Ofarim

27.01.2026, 15:29 Uhr Foto-Volker-ProbstVon Volker Probst
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An der Teilnahme von Gil Ofarim am Dschungelcamp gab es viel Kritik. Aber zumindest keimte auch die Hoffnung auf, dass der Sänger mal mit seinem Davidstern-Skandal aufräumt und womöglich sogar Reue zeigt. Doch Ofarim schweigt. Dafür sprechen jetzt andere für ihn.

Momentan mischt Ariel als durchgedrehte Krawallschachtel das Dschungelcamp komplett auf. Doch kurz nach dem Beginn der Show und dem Einzug der Promis tat sie sich noch als investigatives "Mäusele" mit dem richtigen Riecher hervor. Schließlich fühlte sie Gil Ofarim mal so richtig auf den Zahn - ganz im Sinne der wissbegierigen Zuschauerinnen und Zuschauer.

"Hast du dich jemals bei diesem Menschen persönlich entschuldigt?", fragte die 22-Jährige den Musiker direkt. "Das ist passiert. Ja", antwortete der daraufhin schmallippig. Die Reality-TV-Darstellerin bohrte nach: "Und hast du Reue?" Doch Ofarim stellte sich weiter stur: "Dazu will ich nichts sagen. Und ich muss nichts sagen." Dass Ariel nicht lockerließ, machte ihn auch nicht redseliger, sondern stattdessen so bockig, dass er die Mitcamperin als "Mäusele" titulierte. Dabei ist es geblieben: Ofarim gibt im Dschungelcamp weiter den großen Schweiger.

Das, worum es im Gespräch der beiden ging, war natürlich der berühmt-berüchtigte Davidstern-Skandal, den Ofarim 2021 vom Zaun gebrochen hatte. Damals behauptete er in einem Instagram-Video öffentlich, vom Mitarbeiter eines Leipziger Hotels antisemitisch beleidigt worden zu sein. Unter anderen habe der Angestellte ihn aufgefordert, seine Kette mit einem Davidstern abzunehmen, sprach der Sänger seinerzeit in seine Handy-Kamera.

"Es tut mir leid"

Doch für Ofarims Darstellung ließen sich keine Anhaltspunkte finden. Sie brach zusammen wie ein Kartenhaus. Schließlich zeigte der Hotel-Mitarbeiter ihn wegen Verleumdung an. Der Prozess endete im November 2023 mit einem überraschen Geständnis. "Die Vorwürfe treffen zu", räumte Ofarim letztlich schon damals schmallippig ein. In Richtung des Hotel-Bediensteten sagte er: "Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen. Es tut mir leid."

Doch daran, dass er sich wirklich zu seinem Fehler bekennt, gab es auch danach heftige Zweifel. Stattdessen vermittelte Ofarim in der Folge den Eindruck, eher zu dem Geständnis gedrängt worden zu sein als es aus freien Stücken abgelegt zu haben. Im Dschungelcamp setzt sich dies nun fort. Statt frank und frei sein Fehlverhalten einzugestehen und um Entschuldigung zu bitten, berichtete der Sänger im Busch von einer ominösen Vereinbarung, die ihm einen Maulkorb auferlege: "Es gibt eine Unterlassungserklärung. Die musste ich unterschreiben."

Damit nicht genug, brachte Ofarim auch die Beziehung zu seinen Kindern im Zusammenhang mit seiner angeblichen Schweige-Verpflichtung aufs Tapet. Er habe Angst, den Umgang mit ihnen aufs Spiel zu setzen, deutete er an.

"Ein komischer Beigeschmack"

Während sich der Musiker bislang bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" (täglich um 20.15 Uhr bei RTL und im Streaming auf RTL+) weniger in Fleischabfällen und Fisch-Schlotze, dafür aber umso mehr in vagen Aussagen verheddert, sprechen nun außerhalb des Camps wenigstens sein Bruder Tal, sein Anwalt Alexander Stevens und sein Manager Marcel Pieofke über die Hintergründe des Falls. Allzu aufschlussreich sind ihre Ausführungen jedoch auch nicht.

"Es bleibt halt irgendwie so ein komischer Beigeschmack. Man möchte da irgendwie alles erfahren", räumt Tal Ofarim im RTL-Gespräch wenigstens ein. "Ich glaube, er würde es gerne alles erzählen. Er versucht, das Beste daraus zu machen", fährt er fort - ohne jedoch aufzuklären, was seinen Bruder tatsächlich daran hindert, reinen Tisch zu machen.

Stevens wiederum sprach unter anderem mit dem Portal "Legal Tribune Online". In dem Gespräch bestätigte er, dass das Verhalten seines Mandanten im Camp kein "Teil der Show" sei: "Es gibt eine Verschwiegenheitsklausel, nach der sich Gil Ofarim verpflichtet hat, Stillschweigen im Kontext des Verfahrens zu bewahren."

Angesprochen auf Ofarims Andeutungen im Kontext mit seinen Kindern, erklärte Stevens: "Familienrechtliche Angelegenheiten können - ganz allgemein gesprochen - in Strafverfahren immer nachteilige Auswirkungen auf Sorge- und Umgangsrechte haben."

Dschungelcamp - eine gute Idee?

In eine ähnliche Richtung argumentierte Pieofke gegenüber RTL: "Das Sorgerecht ist natürlich darauf basiert, falls da mehr daraus resultiert wäre und man hätte nicht eine Vereinbarung getroffen, dann wäre ja was passiert." Ofarim hat mit seiner Ex-Frau zwei Kinder, die bei der Mutter in München leben. Um sie zu sehen, pendelt der inzwischen mit seiner zweiten Frau in der Nähe von Stuttgart wohnende Sänger nach eigener Aussage regelmäßig in die bayerische Landeshauptstadt.

RTL fragte zudem bei dem Juristen Jan Siebenhühner nach, was das Ziel einer Vereinbarung sei, wie sie Ofarim unterschrieben hat. "Dass irgendwann mal ein Ende herrscht. Dass das nicht immer wieder aufgewärmt wird, weil dann möglicherweise nämlich der Eindruck entsteht: 'Mensch, ach ja, genau, das waren doch die mit dem Davidstern-Skandal'", führte der Anwalt hierzu aus.

Wie Ofarim mehrere Jahre danach zu diesem Skandal steht, bleibt somit undurchsichtig. Tatsächlich scheint er sich dazu nicht eingehend äußern zu dürfen - auch wenn genau das natürlich alle von ihm erwarten. "Legal Tribune Online" fragte Ofarims Rechtsbeistand Stevens, ob sein Mandant unter diesen Voraussetzungen denn klug beraten gewesen sei, ins Dschungelcamp zu gehen. Die salomonische Antwort des Anwalts: "Das obliegt nicht mir zu beurteilen. Aber ich wünsche ihm von Herzen alles Gute."

Quelle: ntv.de

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