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Gefangen in der Zeitschleife Der Murot-"Tatort" im Schnellcheck

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Stirbt gleich: Kommissar Murot (Ulrich Tukur).

(Foto: HR/Bettina Müller)

Ein Tag ist wie jeder andere und Sie fühlen sich, als wären Sie in einer Zeitschleife gefangen? Dann liegt es an Ihnen, daran etwas zu ändern. Wer das nicht kann, ist Kommissar Murot - der steckt nämlich tatsächlich in einer Neuauflage von "Und täglich grüßt das Murmeltier" fest.

Das Szenario

Kommissar Murot (Ulrich Tukur) wird von seiner Kollegin aus dem Bett geklingelt: Ein Banküberfall mit Geiselnahme hält Wiesbaden in Atem. "Wer überfällt denn heutzutage noch eine Bank?", wundert sich Murot und macht sich auf den Weg. Routiniert überredet der Ermittler eine der Geiselnehmerinnen zur Aufgabe - und landet kurz darauf mit einem Kopfschuss auf dem Teppichboden des Chefbüros.

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Haben viel zusammen durchgemacht: Stefan Gieseking (Christian Ehrich) und Kommissar Murot (Ulrich Tukur, v.l.).

(Foto: HR/Bettina Müller)

Das allerdings ist nicht das tragische Ende dieses Wiesbadener LKA-"Tatorts", sondern erst der Anfang: Murot ist zusammen mit Stefan Gieseking, dem zweiten Geiselnehmer, in einer Zeitschleife gefangen - die beiden erleben denselben Tag immer und immer wieder und können sich anders als ihre Mitmenschen anschließend auch noch daran erinnern. Murot vermutet, dass die Zeit erst weitergeht, sobald der Tag ohne Tote endet - aber das ist einfacher gesagt als getan.

Die eigentliche Botschaft

Man muss nicht in einer Zeitschleife gefangen sein, um das Gefühl zu haben, in einer Zeitschleife gefangen zu sein. Der Nachbarsjunge, der Murot jeden Tag aufs Neue umrennt, hat jedenfalls schon im Kindergartenalter das Gefühl, dass sich alles wiederholt. Wie traurig.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Zählen Tote eigentlich auch, wenn es immer dieselben sind? Falls ja, dürfte Murot diesmal nicht allzu weit von seinem eigenen Leichenrekord aus "Im Schmerz geboren" entfernt sein: Damals mussten ganze 47 Menschen dran glauben.

Der Plausibilitätsfaktor

Wir reden hier von einer Zeitschleife. Wie plausibel soll das denn bitteschön sein?

Die Bewertung

9 von 10 Punkten. "Murot und das Murmeltier" ist ein brillant gemachter Experimental-Krimi. Nicht mehr und nicht weniger.

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