TV

Der "Tatort" im SchnellcheckHerzog geht, der "Schmerz" bleibt

21.02.2026, 15:40 Uhr
imageVon Julian Vetten
00:00 / 02:50
ARD-WDR-TATORT-SCHMERZ-Buch-Juergen-Werner-Regie-Torsten-C-Fischer-am-Sonntag-22-02-26-um-20-15-Uhr-im-ERSTEN-Peter-Faber-Joerg-Hartmann-r-wartet-auf-Rosa-Herzog-Stefanie-Reinsperger-l-mit-einem-Kaffee-vor-ihrer-Wohnung-WDR-Thomas-Kost-honorarfrei-Verwendung-gemaess-der-AGB-im-engen-inhaltlichen-redaktionellen-Zusammenhang-mit-genannter-WDR-Sendung-bei-Nennung-Bild-WDR-Thomas-Kost-S2-WDR-Kommunikation-Redaktion-Bild-Koeln-Tel-0221-220-7132-oder-7133-Fax-777132-bildkommunikation-wdr
Zum letzten Mal ein Team: Herzog (Stefanie Reinsperger) und Faber (Jörg Hartmann). (Foto: WDR/Thomas Kost)

Eine Mordserie im Rotlichtmilieu, unaufgearbeitete Kriegstraumata aus dem zerfallenen Jugoslawien und der Abschied von Kommissarin Herzog: Der neue Dortmunder "Tatort" ist vollgepackt mit Stoffen - kann das gutgehen?

Was passiert?

Eine Mordserie im Rotlichtmilieu lässt die Dortmunder Kommissare Faber (Jörg Hartmann), Herzog (Stefanie Reinsperger) und Klasnić (Alessija Lause) zunächst an einen handelsüblichen Unterwelt-Streit denken. Doch als die Ermittler in einem Bordell eine verstörte junge Bosnierin aufgreifen und als Zeugin befragen, wird klar: Hier ist etwas viel Größeres im Gange, das das Dortmunder Team bis tief in die brutale Geschichte der Jugoslawienkriege mitnimmt.

Für Klasnić, die Leiterin der Dortmunder Mordkommission, wird der Fall zur persönlichen Belastungsprobe. Ihre eigenen Wurzeln, verdrängte Kriegserinnerungen und die erneute Begegnung mit Clan-Mitglied Lorik Duka (Kasem Hoxha) konfrontieren sie mit einer Vergangenheit, von der sie glaubte, diese längst hinter sich gelassen zu haben. Und auch Faber und Herzog müssen sich mit alten Loyalitäten und verdrängter Schuld auseinandersetzen.

Worum geht es wirklich?

ARD-WDR-TATORT-SCHMERZ-Buch-Juergen-Werner-Regie-Torsten-C-Fischer-am-Sonntag-22-02-26-um-20-15-Uhr-im-ERSTEN-Peter-Faber-Joerg-Hartmann-l-lockt-Ira-Klasnic-Alessija-Lause-r-aus-der-Reserve-er-merkt-dass-ihr-der-Fall-sehr-nahe-geht-WDR-Thomas-Kost-honorarfrei-Verwendung-gemaess-der-AGB-im-engen-inhaltlichen-redaktionellen-Zusammenhang-mit-genannter-WDR-Sendung-bei-Nennung-Bild-WDR-Thomas-Kost-S2-WDR-Kommunikation-Redaktion-Bild-Koeln-Tel-0221-220-7132-oder-7133-Fax-777132-bildkommunikation-wdr
Nähern sich langsam einander an: Faber und seine Chefin Klasnić (Alessija Lause). (Foto: WDR/Thomas Kost)

Wie so oft funktioniert der Dortmunder "Tatort" auf mehreren Ebenen. Einerseits geht es natürlich um den emotionalen Abschied von Stefanie Reinsperger, die nach elf Episoden ihren Hut als Kommissarin Herzog nimmt. Andererseits um die tiefen Wunden und Traumata, die der Jugoslawienkrieg bei allen Beteiligten bis heute gerissen hat - mit einem Fokus auf die unvorstellbare Gewalt, die laut UN-Schätzungen mehr als 50.000 systematisch vergewaltigten Frauen angetan wurde.

Wegzapp-Moment?

Gibt es nicht.

Wow-Faktor?

Der Mexican Standoff zum Finale, bei dem sich zusammengenommen sieben Figuren gegenseitig ins Visier nehmen, ohne dass sie selbst oder die Zuschauer so genau wissen, auf wen welche Waffe nun eigentlich genau gerichtet ist, ist wundervoll inszeniert. Und dass am Ende nur ein Schuss fällt, ist die Kirsche auf dem Kuchen.

Wie war's?

9 von 10 Punkten. "Schmerz" ist ein würdiger Abschied für die österreichische Ausnahmeschauspielerin Reinsperger - und ein satter Thriller, der gleichzeitig seiner historischen Komponente größtenteils gerecht wird. Einzig das episodische Vorwissen, dass die Zuschauer mitbringen müssen, sorgt mitunter für etwas Verwirrung.

Quelle: ntv.de

TatortARDMord und TotschlagKrimiTV