DSDS–Kandidat provoziert Bushido"Du kannst dich ja mal bei Arafat entschuldigen"

Am dritten Casting-Tag ist bei DSDS ordentlich Feuer unterm Studiodach. Neben vielversprechenden Gesangstalenten und einigen Auweia-Auftritten kommt es kurz vor Feierabend beinahe zur Eskalation.
Nach den ersten beiden Casting-Tagen bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) dürfen sich bereits zwölf aussichtsreiche Kandidaten über eine Recall-Einladung freuen. Weitere sechs potentielle Superstar-Anwärter sollen am dritten Auslese-Tag dazukommen. Das Frühstück ist noch nicht ganz verdaut, da steht bereits das erste Gesangstalent auf der Matte. Der 30-jährige Sebastian aus dem baden-württembergischen Schwetzingen setzt sich nonchalant ans schneeweiße Klavier und packt die großen Gefühle aus. Isi Glück ist voll des Lobes: "Deine Stimme ist sehr besonders!", so die Ballermann-Beauftragte mit dem pinkfarbenen Fledermausjäckchen.
Der nächste Newcomer mit großen Träumen ist kein Unbekannter. Abii aus Koblenz schaffte es im Jahr 2021 schon einmal unter die Top-25. Der 24-jährige mit afghanischen Wurzeln beeindruckt die Jury nicht nur mit seinem Gesangstalent, sondern auch mit einer aufwühlenden Familiengeschichte. Abii kam einst als Flüchtling nach Deutschland, verlor dabei seine Eltern aus den Augen und hat sie seit diesem Tag nie wieder in seine Arme schließen können. Bei Isi kullern die Tränen.
Der überdrehte Dario aus Pforzheim bringt die Jury schnell wieder zum Lachen. Der 31-jährige Sportpädagoge, der daheim gerne mal eine selbstgemachte Pizza in den Ofen schiebt, setzt alles auf die Gefühlskarte - mit Erfolg. Trotz zweier Texthänger darf auch Nuschelbardin Leonarda aus Hannover jubeln - genauso wie Metal-Fangirl Timea aus Finsing und Trapezkünstler Giovanni aus Tauberbischofsheim.
Im Rennen um den inoffiziellen Tagessieg ballt am Ende des Tages eine 21-jährige Arbeitssuchende aus Göttingen die Fäuste. Kadischa liebt die Musik und ihr großes Vorbild Jennifer Hudson. Hier und heute will sie der Jury ihren Lieblingssong "And I Am Telling You I’m Not Going" vortragen - ein Song, in dem es gesangstechnisch rauf und runter geht. "Ich liebe diesen Song, ich blende da alles aus und kann ich selbst sein", erklärt Kadischa. Nach einem zweiminütigen Feuerwerk aus Soul und R&B machen Dieter Bohlen, Isi Glück und Bushido große Augen. Besser geht's nicht. Punkt.
Wo viel Licht ist, da ist das eine oder andere schattige Plätzchen nicht weit. Dort, wo es musikalisch eher unterirdisch zugeht, tanzt Michael alias "Herr Kaleu Klammt" vor Freude im Dreieck. Der selbsternannte "faulste Deutsche", der früher auf Kreuzfahrtschiffen seine Brötchen verdiente, will nun als Partyschlager-Dude durchstarten. Dieter Bohlen und Bushido haben aber (glücklicherweise) etwas dagegen. Auch Karaoke-Queen Gabi aus der Pfalz scheitert ("völlig unerwartet") an der Recall-Hürde. "Ich habe schon eine WhatsApp-Fan-Gruppe mit 60 Leuten!", verkündet Gabi stolz. Die rüstige Partylöwin erntet zwar Applaus für ihre ungebrochene Lebensfreude. Aber für ein Ticket in die nächste Runde reicht es nicht.
Pulverfass-Moment dank Kandidat Elyas Fakhri
Bleibt noch Vogelabschuss-Experte Elyas. Der 30-Jährige mit der nervtötenden Lache und der unterschwelligen Jekyll-Hyde-Attitüde stürmt mit Sanitäts-Pömpel und Kuschelbiber in Richtung Jurytresen. Der sichtlich bediente Bushido winkt schon bei der Begrüßung genervt ab. Als der völlig überdrehte Kandidat dann auch noch die Performance eines Deutschrap-Titels aus dem Hause "AK Ausserkontrolle" ankündigt, kann sich Bushido einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: "Entschuldige dich aber vorher bei AK", flüstert das Jurymitglied mit einem Lächeln auf den Lippen.
Der Kandidat aus Hamburg findet Bushidos Rat gar nicht lustig. Elyas haut auf den Provozier-Buzzer: "Du kannst dich ja mal bei Arafat entschuldigen", schießt der Kandidat zurück.
Es ist dieser klassische Pulverfass-Moment, in dem man das Gefühl nicht loswird, dass es jeden Moment eskalieren könnte. So weit kommt es aber nicht. Bushido ist Profi genug und grinst die Provokation ganz locker weg. Noch bevor das mit Spannung erwartete Playback ertönt, macht Elyas kehrt und verlässt wutentbrannt das Studio. Nicht nur die Jury atmet erleichtert auf. Isi Glück bringt es auf den Punkt: "Wie unangenehm war das denn?!", resümiert die Partysängerin. Nach einem Moment des Schweigens und der Schockstarre schütteln sich alle Anwesenden kurz. Schwamm drüber, heißt die Devise. The Show must schließlich go on. Kurz darauf kürt man freudestrahlend die Gewinner des Tages. Während Elyas draußen vor den Toren noch wie ein Rohrspatz meckert, liegen sich Abbi, Leonarda, Giovanni, Sebastian, Dario und Timea feiernd in den Armen.
Wer die DSDS-Castings verpasst hat, der ist bei RTL+ am richtigen Ort, denn dort steht die aktuelle Staffel (und die vergangenen) von "Deutschland sucht den Superstar" zum Streamen bereit.