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"Tatort: Ex-it" aus StuttgartKidnapping ist kein Kinkerlitzchen

18.01.2026, 21:47 Uhr
imageVon Ingo Scheel
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ARD-SWR-TATORT-EX-IT-am-Sonntag-18-01-26-um-20-15-Uhr-im-ERSTEN-Harter-Fall-fuer-Sebastian-Bootz-Felix-Klare-und-Thorsten-Lannert-Richy-Mueller-Im-Neckar-wurde-ein-Wagen-mit-einer-Kinderleiche-darin-gefunden-SWR-Benoit-Linder-honorarfrei-Verwendung-gemaess-der-AGB-im-engen-inhaltlichen-redaktionellen-Zusammenhang-mit-genannter-SWR-Sendung-und-bei-Nennung-Bild-SWR-Benoit-Linder-S2-SWR-Presse-Bildkommunikation-Baden-Baden-Tel-07221-929-22202-foto-swr
Harter Fall für Sebastian Bootz (Felix Klare) und Thorsten Lannert (Richy Müller): Im Neckar wurde ein Wagen mit einer Kinderleiche darin gefunden (Foto: SWR/Benoît Linder)

Dass dieser Hallodri namens Echse nicht als Erpresser taugt, war schnell zu erahnen. Überhaupt lief bei Lannert und Bootz einiges schief. Kein ganz neues Phänomen, dass einfache Pläne sich als diffizil erweisen - hier sind fünf Klassiker.

Prisoners (USA 2013)

Als in einer amerikanischen Kleinstadt zwei Mädchen entführt werden und die Polizei sich bei den Ermittlungen schwer tut, nimmt der Vater (Hugh Jackman) einer der Töchter die Dinge selbst in die Hand. Zusammen mit dem Vater (Terrence Howard) des anderen Mädchen kidnappt er einen Verdächtigen (Paul Dano) und versucht, ihn mit buchstäblich allen Mitteln zum Reden zu bringen. Es entspinnt sich ein Psychodrama, bei dem die ethischen Grenzen zerbröseln.

Der "Filmdienst" urteilt: "Ein düsterer, raffiniert konstruierter Entführungs- und Selbstjustiz-Thriller, dessen atmosphärisch dichte, vorzüglich fotografierte Bilder sich ins Gedächtnis einbrennen."

Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone (USA 1986)

Ganz anders der Groove in diesem 80er-Klassiker mit Bette Midler in der Titelrolle. Wobei: So ganz einfach zu handhaben ist die Lady eben auch nicht, ganz im Gegenteil. Das ist dann auch der Grund, warum ihr Gatte Sam (Danny DeVito) sie loswerden will. Doch bevor er sie um die Ecke bringen kann, wird sie entführt - und geht anschließend dem naiv-netten Kidnapper-Couple Ken (Judge Reinhold) und Sandy (Helen Slater) auf die Nerven - bis die ganze Angelegenheit eine überaus unerwartete Eigendynamik entwickelt.

Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt: "Hervorragend aufgebaute und perfekt inszenierte Komödie, in der Gewalttätigkeit und Unmoral als 'normales Verhalten' der Gesellschaft dem Gelächter preisgegeben werden."

Fargo (USA 1996)

Autohändler Jerry Lundeggard (William H. Macy) hat seinen Schwiegervater um einige hunderttausend Dollar behumst und fürchtet nun, dass er auffliegen könnte. Seine Idee ist so simpel wie gefährlich: Er lässt seine Frau entführen, erpresst das Geld von besagtem Schwiegervater und führt es wieder ordnungsgemäß dem Geldkreislauf zu. Es kommt, wie es kommen muss in diesem frühen Klassiker der Coen-Brüder: Der Alte hat seine eigenen Vorstellungen von der Lösegeld-Übergabe und die Polizistin Marge Gunderson (Frances McDormand) mehr Grips als alle zusammen.

"Der Spiegel" lobt: "Nie haben die Coen-Brüder eine Geschichte (…) so detailreich, so lakonisch, so liebevoll und so wenig von oben herab erzählt, auch so entspannt, ja, so menschenfreundlich."

Die Truman Show (USA 1998)

Das Problem in diesem Fall ist, dass der Titelheld Truman Burbank (Jim Carrey) nicht die geringste Ahnung hat, dass er überhaupt gekidnappt wurde - und das bereits in dem Moment, als er auf die Welt kam. Als Titelheld einer Reality-Show schaut ihm die ganze Welt beim Aufwachsen zu, ein Kidnapping-Fall für die Quote, bis es Truman langsam, aber sicher dämmert, dass es in seinem idyllischen Heimatort Seahaven nicht mit rechten Dingen zugeht. Regisseur Peter Weir gelingt es, Medienkritik mit einer tiefgründigen, anrührenden Geschichte zu kombinieren, mit einem überragenden Jim Carrey in einer seiner Paraderollen.

"TV Spielfilm" bringt es auf den Punkt: "Intelligente, mitfühlende Satire auf mediale Allmachtsfantasien. Bitterböse Groteske mit einem tollen Carrey. Gegen Peter Weirs Mediensatire (…) ist selbst "Big Brother" ein Witz."

The King Of Comedy (USA 1982)

Auch im Klassiker von Martin Scorsese geht es um eine Entführung der besonderen Art. Rupert Pupkin (Robert De Niro) träumt davon, ein großer Comedian zu werden, das einzige Problem: Sein Talent zum Witzemachen ist ausgesprochen überschaubar. Wie gern würde er so berühmt werden wie sein großes Idol Jerry Langford (Jerry Lewis). Als die beiden sich in einer schicksalhaften Begegnung über den Weg laufen, bringt Pupkin den Comedy-Star in seine Gewalt und versucht, einen Fernsehauftritt zu erpressen.

Jerry Lewis als Komiker, De Niro als nervtötender Fan - eine geniale Kombi, die an den Kinokassen floppte, dafür jedoch die Kritiker bis heute begeistert. Das "Lexikon des Internationalen Films" sieht es ebenso: "Eine hintergründig erzählte Tragikomödie um die Ausbeutung von Träumen und den Widerspruch zwischen Illusion und Realität im amerikanischen Showbusiness. Vorzüglich interpretiert in den beiden gegensätzlichen Hauptrollen."

Quelle: ntv.de

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