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"Es reicht jetzt!" Linda Nobat fliegt aus dem Dschungelcamp

Linda Nobat muss sich nicht mehr mit Leuten umgeben, die unter ihrem "Niveau" sind, Ritter Eric Stehfest findet den Weg zurück in die Gemeinschaft und Manuel Flickinger wächst über sich hinaus. Premiere aber feiert ein anderer: Dr. Bob macht Sonja und Daniel Konkurrenz!

Am Ende war man irgendwie erleichtert. Zwölf lange Tage hat es gedauert, bis der Zuschauer von den immer vorlauter werdenden Monologen, der "respektlosen Art" und der grenzenlosen Selbstüberschätzung von Linda Nobat die Nase - oder vielleicht sollte man ehrlicherweise sagen - die Schnauze voll hatte. Die Frau, die sich für einen Star hält, weil sie in einem der inzwischen unzähligen TV-"Partnerformate" als Kandidatin durchs Bild lief und nackt im "Playboy" posierte, muss die Heimreise antreten.

Schauen wir uns den letzten Tag mit ihr noch einmal genauer an. Anouschka, die man selbstverständlich anstrengend finden kann, hat bereits mehrfach bekundet, vor Nobat Angst zu haben. Ebenfalls sei sie es leid, ständig verbal attackiert zu werden. Selbst, wenn sie es nur gut meine und höflich anfragt, "mal bitte etwas sagen zu dürfen", bekommt sie zu hören: "Du gehst mir auf den Sack mit deinen Launen!"

Renzi hat die Faxen endgültig dicke: "Das ist keine Laune. Ich lasse mich hier nicht von einer unerzogenen Göre therapieren. Es reicht!" 30 Jahre trennen die beiden. Anouschka möchte wissen: "Was kannst du eigentlich richtig?" Ähm ... rumschreien? Natürlich kann man Leuten sagen, wenn sie nerven, aber Nobat meint, über den Dingen zu stehen, faselt was von: "unter meinem Niveau".

"Shut the fuck up!"

Es ist das überbordende Ego, diese herablassende, respektlose Art, vor allem älteren Menschen gegenüber, die am Ende nur noch schwer zu ertragen ist und für viele Zuschauer definitiv NICHT UNTERHALTEND waren. Auch Peter gegenüber vergreift sich Nobat, die sich für unheimlich "authentisch" hält, mehrfach im Ton. Und das ist das Aberwitzige überhaupt: Diejenige, die in einer Tour Respekt einfordert, verhält sich am respektlosesten überhaupt und beklagt als vermeintliche Feministin, "mit Omas und Opas" abhängen zu müssen. Alters-Bashing mag die eigene geistige Unreife offenbaren, in erster Linie ist es aber vor allem eines: blamabel.

Anouschka wird regelrecht in eine Ecke getextet. "Shut the fuck up!", sagt Linda schließlich zu der 57-Jährigen. Aber gewiss ist alles nur "falsch geschnitten". So legt sie sich auch mit den anderen Campern an, "kann nicht einmal ihre Klappe halten" oder "runterfahren" und muss immer "das letzte Wort haben". Ständig fährt "der Feldmarschall" den Leuten über den Mund. "Wenn das meine Tochter wäre, würde ich der die Leviten lesen", sagt Anouschka sichtlich angefressen. Peter, ebenfalls von Linda brüskiert, attestiert ihr eine astreine "Profilneurose." Womöglich aber hatte sie einfach nur eine schlechte Kinderstube und hält sich deswegen für den Mittelpunkt des Universums. Tschüss, Linda, jetzt kannst du wieder woanders vorlaut und herablassend sein!

Dr. Bob und die Staffel der vielen Premieren

Widmen wir uns erfreulichen Erlebnissen! Menschen, die bewegen und über sich hinauswachsen. Wie Manuel zum Beispiel. Oder einem, den wir gestern noch zum Teufel jagen wollten und heute mit offenen Armen empfangen. Denn wer empathisch ist, der kann verzeihen. Verzeihen ist wichtig. Heute wie damals, 1311. Ritter Eric hat wieder seine Mitte gefunden und das ist wirklich schön zu sehen. Er bringt sich in die Gruppe ein, motiviert den ängstlichen Manuel in der Prüfung und hilft Filip beim Duschen. Und weil diese Staffel in der Tat eine "voller Premieren" ist, werden wir Zeuge, wie Dr. Bob zum allerersten Mal seit 18 Jahren ganz alleine eine Dschungelprüfung moderiert. 10 Sterne für dieses Moderationstalent!

Flickinger und Stehfest treten zu der atemberaubenden Prüfung an, die Glööckler und Nobat wegen der schlechten Wetterbedingungen absagen mussten. "Stars am Abgrund 2,0" ist wirklich, wie Eric sagt, "eine geile Scheiße". Die beiden müssen auf einer Rampe Anlauf nehmen und von einem Trampolin in ein Netz springen, das mehrere Meter von ihnen entfernt hängt.

Manuel wächst über sich hinaus

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Und hier sehen wir vor allem einen Manuel, den wir so noch nicht kennengelernt haben und den wir uns sehr gut mit einem Krönchen auf dem Kopf vorstellen können. Er überwindet all seine Angst und springt beherzt in die Schlucht. Das ist es, was berührt. Menschen, die über ihren Schatten springen, die mutig sind und ihre Ängste angehen, keine egobesoffenen Leute, die sich den lieben langen Tag selbst inszenieren, angefixt von pervertierten Social-Media-Vorstellungen, was Erfolg, Stärke, Frauenpower und Feminismus überhaupt bedeuten.

Es sind die Tränen des Herrn Flickinger und der sichtbare Stolz in seinem Herzen, der den Zuschauer an diesem nunmehr zwölften Tage froh macht. "Respekt, Manuel!", freut sich auch Eric, "du hast mit deinen Sprüngen die Grenzen überschritten. Das war ein Riesending!" Letztlich kommt es nicht darauf an, dass er den letzten Sprung nicht geschafft hat, weil das Netz von drei auf sechs Meter entfernt worden war. Es ist der Kampf, sich seinen Ängsten zu stellen und an sich selbst zu glauben. Und in diesem Augenblick ist Manuel nicht nur gesprungen. Er ist über sich hinausgewachsen.

Quelle: ntv.de

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