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"Ich hatte nichts weiter zu tun" Mürrische Kioskverkäuferin begeistert Jauch

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Cornelia Schubert hatte abgesehen von WWM "nichts weiter zu tun".

(Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius)

So lässig ist vielleicht noch niemand zur 500.000-Euro-Frage gekommen. "Ach, ich nehme den Ludwig": die Kioskverkäuferin hat zu viel erlebt, um sich groß aufzuregen. Das macht Jauch wuschig: "Sehr lockerer Umgang mit sechsstelligen Summen!"

So eine Siegerin hätte "Wer wird Millionär?" mal gut gebrauchen können. Unerwartet hat es Kioskverkäuferin Cornelia Schubert fast bis in die finale Runde geschafft. Vielleicht auch deswegen, weil ihr das Geld scheinbar schnuppe war. Geschlagene sieben Wochen lagen wegen der Sommerpause zwischen den beiden Auftritten. Hat sie sich da viele Gedanken gemacht, mit welcher Gewinnsumme sie wohl nach Hause gehen würde? "Keine Sorge, ich hab überhaupt keine Lust mehr, shoppen zu gehen. Es ist doch immer dasselbe", erwidert sie auf die Frage von Günther Jauch. "Sie hätten also eigentlich nicht kommen müssen, oder?", wollte Jauch sie aus der Reserve locken. "Nein, aber ich hatte ja nichts weiter zu tun", konterte Schubert. Plötzlich war sie jedoch der Millionenfrage ganz nah.

Spätestens die Zeit an der Kasse einer Pornovideothek hat Schubert aller Illusionen beraubt. Bei ihrem derzeitigen Job am Kiosk liest sie liebend gern das Gesellschaftsmagazin "Dummy" oder schmökert im Fachblatt "Jagd und Hund" - falls denn gerade die Kunden nicht stören. Frauenzeitschriften hingegen scheut sie wie der Teufel das Weihwasser. Deren Ratschläge fürs Abnehmen oder wie man sich als Frau angeblich Respekt verschafft, gehen der Berlinerin ab. "Das setzt ja voraus, dass man sich um die Meinung anderer Leute schert. Und warum sollte man das?", brachte sie ihre Lebensphilosophie auf den Punkt. "Da bin ich völlig bei Ihnen", musste ihr Jauch beipflichten.

Kandidatin überrumpelt Jauch

Schubert spielte mit der Sicherheitsvariante. Sie konnte deshalb bei der Rückkehr mit der 32.000-Euro-Frage und zwei Jokern in der Hinterhand befreit aufspielen. Solides Allgemeinwissen, ein gutes Bauchgefühl und vor allem die ordentliche Prise "Mir doch alles wurscht" brachten die Verkäuferin rasch zur 125.000-Euro-Frage. Sie sollte wissen, wer auf seinem wohl bekanntesten Porträt "mit dem Manuskript der Missa solemnis" zu sehen ist. Schubert schwankte zwischen Martin Luther und Ludwig van Beethoven, tendierte instinktiv zu dem Komponisten. Sie hatte noch den Telefonjoker. Aber plötzlich meinte die Kandidatin: "Missa solemnis klingt eigentlich irgendwie nach Musik. Ach, wissen Sie was, ich nehme den Ludwig." "So aus dem Ärmel?", fragte Jauch ungläubig. "Sehr lockerer Umgang mit sechsstelligen Summen." Doch Schubert lag tatsächlich richtig. Und triezte Jauch: "Jetzt mal bitte eine richtig schöne Frage!"

Leider war die anschließende Runde für 500.000 Euro so gar nichts für die Berlinerin. Denn sie kann Politik ebenso wenig ausstehen wie Frauenzeitschriften. Sie hatte zwar den richtigen Riecher, dass während einer Bundestagsdebatte die Schriftführer und nicht etwa die Bundestagsvizepräsidenten rechts und links neben dem Bundestagspräsidenten sitzen. Doch hier vertraute Schubert ihrem Bauchgefühl zur Abwechslung lieber nicht und stieg mit 125.000 Euro aus. "Gut. Danke", kommentierte sie den Gewinn. So unterwältigt wollte Jauch die Kandidatin dann aber doch nicht ziehen lassen. "Haben Sie gar keine Wünsche?", bohrte er nach.

Verkäuferin gewinnt bei WWM

Da traute sich die Verkäuferin doch ein wenig von Sachen zu träumen, die bislang offenbar unerreichbar schienen. Sie würde gern mal ein halbes Jahr in den Niederlanden leben, Land und Leute kennenlernen: "Ich esse gern Käse." Ein Segelschein oder Bretonisch lernen in der Bretagne wären weitere Ideen. "Ich bin auch so glücklich und zufrieden", schränkte Schubert sofort ein. "Aber trotzdem", schubste sie Jauch sanft in Richtung Traumerfüllung.

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Auf Stand-up-Paddling und Avocado-Emojis hat Sabrina Bauer keine Lust.

(Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Sabrina Bauer aus Hamburg war anschließend das Kontrastprogramm. Die Vorstandsassistentin eines mittelständischen Betriebs aus der Metallbranche unterhielt den Moderator und die Zuschauer mit ihren furchtbaren Dating-Geschichten. Bei Edeka schien Amor endlich in der Gemüseabteilung zugeschlagen zu haben, als sie und ein Herr gleichzeitig zur selben Paprika griffen. Beim romantischen Abendessen in der Weinbar aber stellte sich der Veganer ohne Bartwuchs und Humor als Reinfall heraus. "Ich war auch schon im Aldi. Aber da ist es schwierig, jemanden kennenzulernen. Die verkaufen nur alles in so Riesenpackungen", erklärte Bauer. Tinder hat der Hamburgerin ebenfalls kein Glück gebracht: "Alle machen Stand-up-Paddling und schicken Avocado-Emoji. Nie wieder."

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Die in Liebesdingen oft enttäuschte Kandidatin hatte wenigstens Glück im Spiel. Sie freute sich über 64.000 Euro und ersetzt ihren Swiffer nun endlich durch eine elektrische Putzhilfe: "Zu einer modernen Frau gehört ein moderner Staubsauger."

Der dritte Kandidat des Abends, Ludwig Bolay, bildete schließlich endgültig den kompletten Gegenentwurf zu Kioskverkäuferin Schubert. Der 25-jährige Startup-Gründer aus Köln war der personifizierte Sonnenschein. Nur mit dem Wissen oder zumindest dem Instinkt wollte es bei der Aufregung nicht recht klappen. Aber Bolay rettete sich auch dank seines Vaters als Telefonjoker bis zur 32.000-Euro-Frage, mit der er nächsten Montag zurückkehrt.

Am Schluss war der hibbelige Kandidat jedoch wieder überfordert. Die Tröte ertönte, Jauch erhob sich vom Sitz, der Kandidat hatte keine Ahnung, was Sache war. "Die Sendung ist zu Ende. Das wird noch lustig mit Ihnen", prognostizierte der Moderator.

Quelle: ntv.de

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