TV

Der "Tatort" im Schnellcheck Tatsächlich … Liebe?

23_Tatort_Liebe_mich.jpg

Martina Bönisch (Anna Schudt) und Peter Faber (Jörg Hartmann) betrachten das ausgebrannte Auto ihrer Kollegin.

(Foto: WDR/Bavaria Fiction GmbH/Thomas Kost)

Ein nerviger Ex-Lover, eine verschollen geglaubte Mutter, ein Serienkiller, Bönisch mit den Nerven zu Fuß, nur Faber scheint mit sich im Reinen. Dass man dem Braten nicht trauen kann, versteht sich. Nur eins ist sicher: "Liebe mich!" ist ein "Tatort" für die ewige Bestenliste.

Was passiert?

Zunächst einmal sieht alles nach einem richtig schönen Kindergeburtstag aus: Papierschlangen und Kerzen, Zuckerstangen, Popcorn und eine Torte mit einer großen 4 aus Marzipan, alles ist festlich geschmückt, es fehlen nur noch die Gäste.

Schnitt.

8_Tatort_Liebe_mich.jpg

Pawlak muss mit seiner Tochter dringend über die Mutter reden.

(Foto: WDR/Bavaria Fiction GmbH/Thomas Kost)

Auf einem Dortmunder Bestattungsgelände wird eine Frauenleiche gefunden. Nun könnte man meinen, das sei doch der adäquate Ort für die letzte Ruhe, aber hier stimmt so einiges nicht. Der Grabplatz war unter falschem Namen reserviert, die Frau wurde seit genau einem Jahr vermisst, das merkwürdige Kleid, in dem sie steckt, wirkt wie eine Verkleidung. Zudem gibt es unübersehbare Parallelen zu einem Vermisstenfall wiederum ein Jahr zuvor, und dann jährt sich das Ganze in Kürze auch noch erneut. Für Faber (Jörg Hartmann) und Bönisch (Anna Schudt) steht bald fest, dass man es hier mit einem Serienkiller zu tun hat. Pikantes Detail: die ermordeten Frauen sehen Bönisch überaus ähnlich.

All das wäre bereits genug für einen ausgelasteten Arbeitstag, aber auch drumherum ist so einiges los. Da ist der Kollege Haller (Tilmann Strauß), Bönischs Ex-Lover, der einfach nicht locker lassen will. Da ist die lange untergetauchte Mutter (Rosa Enskat) von Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger), die plötzlich wieder auf der Bildfläche erscheint. Pawlak (Rick Okon), der seiner kleinen Tochter endlich eröffnen muss, dass die Mama im U-Haft sitzt. Und das Bestattungsinstitut, in dem einige der Spuren in diesem Fall zusammenlaufen, ist von undurchsichtigem Personal besetzt: Bestatter Thomas Ihle (Jan Krauter), seine Frau Julia (Marlina Mitterhofer), die Angestellten Nils Schmelzer (Henning Flüsloh) und Armin Röder (Björn Jung), allesamt könnten etwas auf dem Kerbholz haben. Bleibt die Frage: Was soll die Nummer mit dem Kindergeburtstag?

Worum geht es wirklich?

Zehn Jahre sind seit dem ersten Einsatz von Faber und seinem Team vergangen, von Abnutzungserscheinungen keine Spur, im Gegenteil. Regisseur Torsten C. Fischer und Autor Jürgen Werner ist hier ein hochverdichtetes Krimidrama gelungen, das lange nachhallen wird.

Wegzapp-Moment?

Gibt es nicht. Gut, für Haller, den toxischen Typen von der KTU, hätte man gern einen ganz persönlichen Aus-Schalter, davon abgesehen ist dies ein "Tatort" zum Eintauchen und Fesselnlassen. Abschalten unmöglich.

Wow-Faktor?

Mehr zum Thema

Extrem hoch. Es dauert etwas, bis man sich in dieser hochangespannten Gemengelage meint, zurechtzufinden. Dann aber entfaltet "Liebe mich!" Sogwirkung, atemnehmend bis zum Schluss.

Wie war's?

10 von 10 Punkten - kriminell verzwickt, zwischenmenschlich brisant, mörderisch konsequent, großes Kino im Zeichen des "U", das man so schnell nicht vergessen wird.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen