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Wieder was gelernt Blindgänger - unberechenbares Bomben-Erbe

Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird abtransportiert. Foto: Uwe Zucchi/Archivbild

Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird abtransportiert. Foto: Uwe Zucchi/Archivbild

(Foto: Uwe Zucchi/dpa)

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Immer wieder werden Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden gefunden, die nicht explodiert sind. Wie gefährlich sind die Blindgänger, wie entschärft man sie - und wie lange wird uns dieses explosive Erbe noch beschäftigen?

Darum geht's in dieser Folge von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Der zweite Weltkrieg ist seit 75 Jahren vorbei, auch der Kalte Krieg und die Teilung Deutschlands sind lange Geschichte. Trotzdem begegnet uns die Vergangenheit noch regelmäßig: Fast jeden Tag werden Munition, Granaten oder Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden gefunden. Besonders viele Blindgänger liegen noch dort, wo die Alliierten Deutschland bombardiert haben, zum Beispiel in Großstädten oder Ballungsräumen wie Hamburg, Köln, Berlin und dem Ruhrgebiet - oder wo es Waffenfabriken gab, zum Beispiel in Brandenburg.

Tatsächlich hat kein Bundesland mehr munitionsbelastete Gebiete. Über 350.000 Hektar sind Verdachtsgebiet, allein 2019 wurden über 270 Tonnen Munition geborgen. Für das Suchen, Finden und Entschärfen sind die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zuständig.

Die Sprengmeister finden in den Brandenburger Böden alles mögliche: In manchen Einsatzgebieten stoßen sie auf Weltkriegsbomben oder auf Munition aus den 70er und 80er Jahren, die die sowjetischen Streitkräfte und die NVA hinterlassen haben. In anderen Regionen werden teils auch noch deutlich ältere Kampfmittel aufgefunden: aus der Zeit um 1900, aus dem Ersten Weltkrieg und aus der Zwischenkriegszeit.

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Sprengmeister Mike Schwitzke erkennt Bomben am Aussehen.

(Foto: dpa)

Mit welcher Epoche sie es genau zu tun haben, mit welcher Art von Munition oder welchem Zünder, erkennen Experten wie Sprengmeister Mike Schwitzke aus Potsdam meistens schon am Aussehen der Fundstücke. Jede Nation, erklärt er, habe etwa ihre eigenen, unverwechselbaren Bomben gehabt.

"In Potsdam finden wir überwiegend englische Bomben, amerikanische Bomben, sowjetische Bomben und deutsche Bomben mit sowjetischen Zündern. Und da kennt man sich auch aus. Da ist auch, obwohl ich das Wort nicht gerne benutze, eine gewisse Routine da, dass man weiß: Aha, der und der Zünder. Und dann wägt man ab, wie man herangeht. Die Dienstanweisung Nummer eins lautet: Eine Sprengung ist grundsätzlich einer Entschärfung vorzuziehen."

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Wann nicht gesprengt werden darf, wie Schwitzke beim Entschärfen arbeitet und wie lange wir noch Bomben im Boden finden werden, erfahren Sie im Podcast.

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"Wieder was gelernt" ist ein Podcast für Neugierige: Wie bekämpft man eine Heuschreckenplage? Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus? Was macht und was darf die Schufa? Hören Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein bisschen schlauer.

Quelle: ntv.de, jwa