Technik

Von 50 auf 99 Prozent Internetzugang für alle

Im Versorgungsnetz für schnelle Internetanschlüssen klaffen in Deutschland nach wie vor deutliche Lücken. Zwar sind laut Wirtschaftsministerium (BMWi) allein im vergangenen Jahr fünf Millionen neue Breitbandanschlüsse hinzugekommen. Doch noch immer stünden zehn bis zwölf Prozent der Haushalte keine oder nur qualitativ minderwertige Zugänge zur Verfügung: Drei bis vier Prozent der Haushalte stehen allein Satellitendienste als Breitbandzugang zur Verfügung stehen, weitere rund sieben bis acht Prozent nutzen derzeit nur qualitativ unzureichende Zugänge nutzen. 800 Städte und Gemeinden seien nicht angeschlossen.

Im Rahmen seiner auf der CeBIT vorgestellten "Breitbandinitiative" hat sich das Ministerium zum Ziel gesetzt, mehr als 99 Prozent der Haushalte mit schnellen Internetanschlüssen zu versorgen. Dabei kommen alternative Techniken zum Einsatz, wie die Kombination von Kabel und Funkübertragung. "In manchen Gemeinden ist eine offensive Werbung für die Breitbandnutzung notwendig, um die notwendige Mindestzahl an Kunden zu erreichen", sagte Wirtschafts-Staatssekretär Bernd Pfaffenbach in Hannover. Seine Bilanz fällt dennoch optimistisch aus: "Die Breitbandentwicklung verläuft in Deutschland nach wie vor sehr positiv. Der Markt entwickelt sich dynamisch, die Wettbewerbsintensität ist hoch und die Preise sehr niedrig."

Hilfe zur Selbsthilfe

Als eine wichtige Maßnahme für flächendeckenden Internetzugang stellte Staatsekretär Pfaffenbach das vom BMWi initiierte und finanzierte Pilotprojekt "Praxisnahe Lösungen zur Schließung von Breitband-Versorgungslücken" vor. Im Rahmen des Projekts wurden sechs unversorgte Orte mit Beratungsleistungen unterstützt. Die Berater sollten gemeinsam mit der jeweiligen Kommune innerhalb weniger Wochen Lösungskonzepte erarbeiten, die angepasst sind an örtliche Gegebenheiten wie Topographie, vorhandene Infrastrukturen oder Nachfrage. Ziel war es, eine geeignete Grundlage für konkrete Vertragsverhandlungen mit potentiellen Anbietern zu schaffen.

"Alle Projekte haben gezeigt, dass nur eine sehr enge Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern und Bürgern vor Ort zum Erfolg führt", so Pfaffenbach. "Für jeden der bisher weißen Flecken zeichnet sich eine Lösung mit einem zu DSL alternativen Technologiemix ab."

Funktechnologie als Chance

Vertreter der Industrie lobten ausdrücklich die Aktivitäten des BMWi. Aus ihrer Sicht bieten sich insbesondere Funktechnologien an, um das Versorgungsproblem zu lösen. Im Hinblick auf den "politisch brisanten Entscheidungsprozess zur Nutzung frei werdender Rundfunkfrequenzen" mahnte Henryk Wulf, Mitglied des Präsidiums der Initiative D21, zu einer schnellen Lösung, "die alle Beteiligten (Rundfunkanbieter, Mobilfunkbetreiber, Internet Service Provider) zufrieden stellt."

"Die Bundesländer entscheiden ganz wesentlich mit, wie diese Frequenzen genutzt werden", erinnerte auch BITKOM-Präsidiumsmitglied Stöber. Auch er plädiert dafür, die frei werdenden Frequenzen "für die dringend benötigte Breitbandversorgung des ländlichen Raums einzusetzen."

Quelle: n-tv.de

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