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Krankenhäuser "absolut überlastet" Ärzte fordern Security für Notaufnahmen

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An Krankenhäusern sollen Portalpraxen als erste Anlaufstellen vorgelagert werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Gewaltsame Übergiffe in der Notaufnahme häufen sich. Die Bundesärztekammer will nun mehr Vorkehrungen für den Schutz der Mitarbeiter treffen. Dafür sollen auch Kassen- und Klinikärzten verstärkt kooperieren.

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat eine engere Zusammenarbeit zwischen Kassen- und Klinikärzten gefordert, um Übergriffe in überlasteten Notaufnahmen einzudämmen. BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery sagte, um Notfallambulanzen zu entlasten, sollten an den Krankenhäusern sogenannte Portalpraxen als erste Anlaufstelle eingerichtet werden. Dort könne schnell entschieden werden, ob der Patient ambulant von einem niedergelassenen Arzt behandelt werde oder wegen einer schwierigeren Diagnose und Therapie stationär aufgenommen werden soll.

Nach der Krankenhausstrukturreform, die Anfang des Jahres in Kraft getretenen war, sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen solche Portalpraxen in oder an Krankenhäusern einrichten. In großen Notfallambulanzen sollten nach den Worten Montgomerys Sicherheitspersonal beschäftigt werden, um den Pflegepersonal und Ärzten mehr Sicherheit zu gewährleisten.

Zunehmende Gewalt in Notaufnahmen

In Notaufnahmen in ganz Deutschland häufen sich aggressive Auftritte von Patienten. Das Diakonissenkrankenhaus in Karlsruhe etwa berichtet von 970 Fällen aggressiven Verhaltens in der Notaufnahme und der Intensivstation allein im vergangenen Jahr. In 42 Fällen wurden dabei Mitarbeiter verletzt.

Viele Notaufnahmen verfügen bereits über einen eigenen Wachschutz und Deeskalationstrainings für Mitarbeiter.Als Ursachen für zunehmende Pöbeleien und Übergriffe in Notfallambulanzen nannte Montgomery unter anderem deren "absolute Überlastung". Denn viele Patienten gingen heute direkt in die Notfallambulanz, um dort schneller umfassende Hilfe zu bekommen.

Patienten haben höhere Erwartungen

Tatsächlich müssten Patienten in der Notfallambulanz aber häufig lange warten - "teilweise sechs bis sieben Stunden sitzen sie dort, bevor sie behandelt werden", so Montgomery. Dies führe dann häufig dazu, dass sie ungeduldig würden, "vor allem wenn sie sehen, dass andere Patienten aus medizinischen Gründen ihnen vorgezogen werden."

Zudem habe offenbar die Anspruchshaltung bei manchen Patienten zugenommen, auch bei weniger dringlichen Problemen sofortige Leistung zu erhalten. Aber: "Schuldzuweisungen helfen überhaupt nichts. Wir brauchen Kooperationen und müssen dringend Sicherheitslinien einziehen."

Quelle: n-tv.de, vni/dpa

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