Panorama

Platzregen und Überschwemmungen "Axel" setzt Mitteldeutschland unter Wasser

Nach einer langen Trockenphase zieht Tief "Axel" übers Land und bringt große Wassermassen mit sich. Die Autobahn 4 wird wegen Überflutung gesperrt, in Berlin ruft die Feuerwehr den Ausnahmezustand aus. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht - im Gegenteil.

Mit Gewittern, heftigen Schauern und Platzregen ist Tief "Axel" über weite Teile Deutschlands gezogen. Vielerorts hat die Feuerwehr alle Hände voll zu tun - in Berlin rief sie zeitweise den Ausnahmezustand aus. Das bedeutet, dass Einsätze nach Wichtigkeit bearbeitet werden, nicht nach dem Eingehen der Notrufe. Am Flughafen Tegel wurde die Abfertigung kurz unterbrochen, auf dem Flughafen Schönefeld kam es wegen des Gewitters zu Verzögerungen.

In mittelsächsischen Brand-Erbisdorf wurde am frühen Abend ein erster Tornado beobachtet - "ein typischer und kleiner Tornado, wie er bei frühsommerlichen Gewittern auch in Deutschland gar nicht so selten ist", sagt n-tv-Meteorologe Björn Alexander. Circa 50 bis 60 pro Jahr werden normalerweise gemeldet.

Weitere heftige Regenfälle werden von Südniedersachsen über Osthessen, Westthüringen, Baden-Württemberg bis nach Bayern erwartet. Im Grenzgebiet von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gab der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung heraus.

Auch aus den zentralen Landesteilen häufen sich die Meldungen von Überschwemmungen. Die Autobahn 4 zwischen Herleshausen und Gerstungen musste in einer Richtung wegen überfluteter Fahrbahn gesperrt werden, teilte die Polizei Fulda mit. Der Verkehr staute sich auf einer Länge von zwei Kilometern. Im hessischen Eschwege standen zwischenzeitlich mehrere Straßen unter Wasser.

Keller laufen voll

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Auch in Berlin legte der Starkregen den Verkehr zeitweise lahm.

(Foto: imago images / A. Friedrichs)

Für die thüringischen Landeshauptstadt Erfurt gab die Feuerwehr am Abend leichte Entwarnung. Zunächst waren für den Fluss Gera teils Durchflussmengen wie beim Hochwasser 2013 erwartet worden. Etwas südlicher, im Ilm-Kreis liefen mehrere Keller, Turnhallen und ein Jugendclub voll. "Leider wird es auch weiterhin zu lokalen Überflutungen im Bereich der Mittelgebirge kommen, da sich die Gewitter über der Mitte inzwischen zusammengerottet haben und noch über Stunden anhalten", so Björn Alexander.

Auch im Süden bleibt die Lage brisant. "Zwar haben die neuesten Computerberechnungen die Regenmengen bis Mittwochabend in der Spitze von 150 bis 200 Liter pro Quadratmeter auf 100 bis 150 Liter herunter gerechnet", sagt der Meteorologe. "Allerdings bleibt die Tauwettersituation unverändert. Und selbst 50 Liter weniger sind immer noch enorme Wassermassen in einer Region, in der das Wasser rasch talwärts rauscht." Neben dem Allgäu dürften auch die Landkreise Miesbach und Rosenheim betroffen sein.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa