Panorama

Anwalt sucht mehr DSK-Opfer Banon bleibt außen vor

Ist Dominique Strauss-Kahn ein Mann, der notorisch Frauen angreift und zu sexuellen Handlungen nötigt? Der Anwalt des Zimmermädchens, das DSK der Vergewaltigung bezichtigt, ist dieser Ansicht und sucht dafür Kronzeuginnen. Dafür steht Tristane Banon allerdings nicht zur Verfügung.

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Banon will sich nicht instrumentalisieren lassen.

(Foto: Reuters)

Ein Aufruf des US-Anwalts Kenneth Thompson, der weitere mögliche Opfer des zurückgetretenen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn sucht, ist in Frankreich zunächst ohne Erfolg geblieben. Die , die nach eigener Darstellung von Strauss-Kahn sexuell belästigt wurde, werde sich dem US-Verfahren gegen den 62-Jährigen nicht anschließen, sagte ihr Anwalt David Koubbi im Fernsehsender BFM. "Jeder Fall sollte getrennt behandelt werden, nach den Gesetzen des jeweiligen Landes", begründete Koubbi die Entscheidung seiner Mandantin. Banon wolle sich nicht von der US-Justiz "instrumentalisieren" lassen.

Die 31-jährige Journalistin hatte 2007 in einer Fernsehsendung berichtet, wie sie von DSK unter dem Vorwand eines Interviews in ein fast leeres Apartment gelockt und begrapscht wurde. Banon nannte den Politiker, dessen Name damals durch einen Piepton unkenntlich gemacht wurde, einen "brünftigen Schimpansen". Über eine Klage gegen DSK will sie aber erst später entscheiden.

"Melden Sie sich"

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Thompson ist der Anwalt des mutmaßlichen Opfers.

(Foto: dpa)

Thompson vertritt das Zimmermädchen, das Strauss-Kahn in New York vergewaltigt haben soll. Er forderte am Dienstagabend weitere mögliche Opfer auf, sich zu melden. "Wenn es noch mehr Frauen gibt, ob in Frankreich oder Afrika, die von Dominique Strauss-Kahn sexuell angegriffen oder missbraucht worden sind, bitte ich sie, mich zu kontaktieren", sagte der Jurist im französischen Fernsehsender France 2.

Er habe die juristische Vertretung des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers übernommen, weil er der Überzeugung sei, dass "nirgendwo Frauen sexuell angegriffen werden sollten", betonte der Anwalt.

Strauss-Kahn wird vorgeworfen, Mitte Mai ein Zimmermädchen in einem Luxushotel in Manhattan zu Oralsex gezwungen zu haben. Bei einer Verurteilung droht dem 62-jährigen Politiker eine langjährige Haftstrafe. Er bestreitet die Vorwürfe.

Der nächste Verhandlungstermin ist am 18. Juli angesetzt. Experten rechnen mit dem Beginn der Hauptverhandlung im September und einem langwierigen Prozess.

Quelle: ntv.de, AFP

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