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800 Tote bei Fabrikeinsturz in Bangladesch Behörden schließen 18 Textilwerke

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Vor einer provisorischen Leichenhalle zeigt eine Frau ein Bild ihrer Tochter, die seit dem Fabrikeinsturz vermisst wird.

(Foto: AP)

Der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch macht die Behörden des Landes offenbar vorsichtig. 18 Textilwerke werden geschlossen, weil Bauvorschriften missachtet wurden. Aus den Trümmern des eingestürzten Gebäudes wurden bislang mehr als 800 Tote geborgen.

Nach dem verheerenden Fabrikeinsturz in Bangladesch sind dort aus Sicherheitsgründen 18 Textilwerke geschlossen worden. Auch die Arbeit in weiteren Fabriken solle eingestellt werden, sagte Textilminister Abdul Latif Siddique.

Insgesamt 16 Fabriken seien in der Hauptstadt Dhaka und 2 weitere in der Stadt Chittagong im Südosten des Landes geschlossen worden, sagte Siddique. Bangladesch verpflichte sich, die Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) einzuhalten. Viele Fabriken hätten sich nicht an die Bauvorgaben gehalten, sagte der Minister nun. Siddique sitzt einem neu eingerichteten Komitee vor, das die rund 4500 Fabriken des Landes überprüfen soll, um weitere Unglücke zu vermeiden.

Mehr als 800 Tote

Unterdessen stieg die Zahl der Todesopfer der Katastrophe auf über 800. Die Armee teilte mit, dass mittlerweile 790 Leichen aus den Trümmern des Gebäudes in Savar, einem Vorort von Dhaka, geborgen worden seien. 13 weitere Menschen seien in Krankenhäusern an ihren Verletzungen gestorben. Es sei damit zu rechnen, dass noch weitere Leichen in den Trümmern gefunden würden, teilte die Armee weiter mit.

Bislang seien rund 70 Prozent der Überreste des Gebäudes abgetragen. Mit schwerem Gerät würden derzeit die Trümmer des dritten Geschosses beseitigt, hieß es. Viele Leichen werden demnach in Abschnitten gefunden, in denen sich Treppenhäuser befanden, die als Fluchtwege dienten.

Die oberen Etagen waren illegal

Das Hochhaus, das mehrere Textilfabriken beherbergte, war am 24. April eingestürzt. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen sich etwa 3000 Menschen darin aufgehalten haben. 2437 Menschen wurden nach offiziellen Angaben lebend geborgen. Zwölf mutmaßliche Verantwortliche wurden festgenommen, darunter der Besitzer des Gebäudes und leitende Mitarbeiter mehrerer Textilfirmen. Die oberen Stockwerke des Hauses waren ohne Genehmigung errichtet worden. Als das Gebäude einstürzte, waren Bauarbeiter damit beschäftigt, ein neuntes Stockwerk zu errichten.

Angestellte hatten angegeben, trotz sichtbarer Schäden am Gebäude zur Arbeit gezwungen worden zu sein. Den Ermittlungen zufolge führten durch große Generatoren hervorgerufene Erschütterungen zu dem Einsturz. Das Unglück sorgte für massive Proteste gegen die Arbeitsbedingungen und mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in den Textilfabriken Bangladeschs. Am Dienstag forderten etwa 400 Menschen in Dhaka die Auszahlung von Löhnen und Entschädigungen.

Quelle: n-tv.de, hvo/AFP

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