Panorama

Kritik an Deutschland und Frankreich Bob Geldof schockiert über Geiz

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Geldof appelliert an Bundeskanzlerin Merkel, sich stärker an den finanziellen Hilfen für die Hungernden am Horn von Afrika zu beteiligen.

(Foto: dpa)

Bob Geldof kritisiert in harten Worten die "unzureichenden" Hilfszusagen Frankreichs und Deutschlands für die Opfer der Hungersnot in Ostafrika. Die derzeitige Summe von 30 Millionen Euro sei lächerlich gering, sagt der Band-Aid-Gründer.

Der irische Rockstar Bob Geldorf "schockiert und entsetzt" über den Geiz der Franzosen, während nahe der französischen Militärbasen in den betroffenen Ländern Menschen an Durst und Hunger sterben, erklärte Geldof am Dienstag. Auch die Deutschen würden sich von "den Schwachen, Stummen, Hungernden, Durstenden und Sterbenden in Afrika" abwenden.

Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs haben jeweils mehr als 30 Millionen Euro für Ostafrika bereitgestellt. Zusätzlich sind sie an den 160 Millionen Euro Hilfsgeldern der EU-Kommission beteiligt. Nach Ansicht von Geldof ist dies aber zu wenig. "Wie kann es sein, dass über Nacht hunderte Milliarden Euro aufgebracht werden, um defekte europäische Volkswirtschaften zu stabilisieren, für zwölf Millionen sterbende Mitmenschen, die mit einigen Cent gerettet werden können, aber nichts da ist?", fragte Geldof in dem Schreiben.

Geldof hatte 1984 mit dem Rockstar Midge Ure die Musikgruppe Band Aid gegründet und das Lied "Do They Know It's Christmas" aufgenommen, um Geld für Opfer einer Hungersnot in Äthiopien zu sammeln.

Zwölf Millionen Menschen betroffen

Nach UN-Angaben sind zwölf Millionen Menschen in Somalia, Kenia, Äthiopien, Uganda und Dschibuti von der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren betroffen. In Somalia starben demnach bereits zehntausende Menschen an Hunger, hunderttausende weitere flohen aus dem Bürgerkriegsland in die Nachbarstaaten.

Eine Beraterin von US-Präsident Barack Obama rief unterdessen die Weltgemeinschaft zur Verstärkung ihrer Hilfsanstrengungen auf. Die USA seien mit der Zusage von 560 Millionen Dollar der größte Geldgeber, doch könnten die USA die Krise nicht allein bewältigen, sagte Gayle Smith. Jill Biden, die Frau des US-Vizepräsidenten Joe Biden, war zuvor von einer Reise in das Katastrophengebiet zurückgekehrt, während der sie ein Flüchtlingslager besucht und Regierungsvertreter getroffen hatte.

Quelle: n-tv.de, AFP

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