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"Wir werden der Lage nicht Herr" Brandenburg kämpft gegen Wildschweine

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dpa

Wildschweine sind inzwischen in einigen Regionen zu einer Plage geworden. Doch in Brandenburg ist die Masse dieser Tiere inzwischen durchaus ein Sicherheitsproblem. Nun rüstet das Land im Kampf gegen die Tiere auf.

Das Land Brandenburg rüstet sich zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest für den Kampf gegen die Wildschweine. Das Land plane den Einsatz von Nachtsichtgeräten und künstlicher Beleuchtung, obwohl das bislang nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz verboten sei, berichtete der "Tagesspiegel". Für den Ernstfall stünden Saufänger sowie Container für Kadaver bereit. Auch der Einsatz von Berufsjägern sei geplant.

Afrikanische Schweinepest

Von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sind Haus- und Wildschweine betroffen. In den afrikanischen Herkunftsländern werden die Viren von Zecken übertragen. In Mitteleuropa dagegen stecken sich die Tiere gegenseitig, durch die Aufnahme infizierter Speiseabfälle oder über den indirekten Weg durch Fahrzeuge oder Ausrüstungsgegenstände an.

Infizierte Schweine leiden unter schweren, aber unspezifischen Symptomen. Eine Impfung dagegen gibt es bisher nicht. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich.

Die Jäger tun sich dem Bericht zufolge schwer, die Wildschweine zu erlegen, obwohl Schonzeiten aufgehoben wurden und Abschuss- beziehungsweise Auffindprämien gezahlt werden. Seit Ende Januar seien Drückjagden mit Hunden und Treibern verboten, um die Bachen mit ihren Frischlingen nicht zu stören, sagte der Sprecher des Deutschen Jagdverbands, Torsten Reinwald, der Zeitung.

Auen und Schilfwälder seien beliebte Verstecke für die Tiere, in vielen Naturschutzgebieten ist die Jagd verboten. "Wir werden der Lage nicht Herr", sagte Reinwald.

Die Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt, breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. In Polen und Tschechien hat es bereits Fälle gegeben, die Epidemie ist nur noch 300 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Für Menschen ist das Virus nicht ansteckend. Allerdings fürchtet die Landwirtschaft Milliardenschäden und eine Existenzkrise für viele Unternehmen, sollte die Afrikanische Schweinepest in Deutschland ausbrechen. Sobald ein Schwein infiziert ist, muss der gesamte Bestand getötet und die Kadaver müssen in Tierkörperbeseitigungsanlagen vernichtet werden.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

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