Panorama

Ärzte, Lehrer, Sozialarbeiter, ... Britische Ermittler nehmen 660 Pädophile fest

49149986.jpg

Die Erfahrungen zeigen: Besitzer von Kinderpornografie gehen häufig selbst dazu über, Kinder zu missbrauchen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Polizei in Großbritannien gelingt ein großer Wurf gegen Kinderpornografie. Die Polizei nimmt in einer groß angelegten Operation über 600 Verdächtige fest. Die mutmaßlichen Pädophilen stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten.

Die britische Polizei hat im Zuge einer sechswöchigen Operation zum Kampf gegen Kinderpornografie im Internet 660 Verdächtige festgenommen. Wie die Ermittlungsbehörde National Crime Agency mitteilte, konnten aufgrund des landesweiten Einsatzes mehr als 400 Kinder gerettet werden. NCA-Vizechef Phil Gormley sagte, Ziel der Ermittlungen seien Internetnutzer gewesen, die kinderpornografische Bilder heruntergeladen hätten. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass einige Besitzer von Kinderpornografie irgendwann selbst dazu übergingen, Kinder zu missbrauchen. Die Aktion solle deshalb auch abschreckende Wirkung haben.

Die Ermittler durchsuchten insgesamt 833 Adressen und untersuchten 9172 Computer, Telefone und Festplatten. Unter den Festgenommenen sind demnach "Ärzte, Lehrer, Pfadfinderführer, Sozialarbeiter und ehemalige Polizisten". Die Vorwürfe reichten vom Besitz anstößiger Bilder von Kindern bis hin zu schwerer sexueller Gewalt. Die meisten der Verdächtigen seien aber wegen der laufenden Ermittlungen noch nicht förmlich beschuldigt worden.

Die USA und Großbritannien hatten im vergangenen Jahr unter Einbindung ihrer Geheimdienste eine Arbeitsgruppe zum Kampf gegen pornografische Aufnahmen von Kindern im Internet eingerichtet. Google und der Microsoft-Konzern, der die Suchmaschine Bing betreibt, sagten zu, mehr als 100.000 typische Suchanfragen zu blockieren. Die britische Polizeibehörde NCA arbeitet eng mit der US-Bundespolizei FBI zusammen.

Quelle: ntv.de, apo/AFP