Panorama

Bauprojekt der Superlative China plant 123-Kilometer-Tunnel

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In der Bohai-Bucht befinden sich einige für China bedeutende Ölfelder.

(Foto: REUTERS)

Es wäre der mit weitem Abstand längste Tunnel der Welt: In China planen Bauingenieure eine 123 Kilometer lange Verbindung quer durch die Bohai-Bucht im Gelben Meer. Zwar läuft China damit dem Tunnel unter dem Ärmelkanal den Rang ab. Dafür ist das Projekt aber auch nicht ganz billig.

Wer bisher von der Hafenstadt Dalian in der chinesischen Provinz Liaonung auf die andere Seite der Bohai-Bucht im Norden des Gelben Meeres wollte, musste über 1000 Kilometer fahren. Jetzt soll ein Tunnel in die gegenüber gelegene Hafenstadt Yantai in der Nachbarprovinz Shandong den Weg auf 123 Kilometer verkürzen - wenn die Unterseeverbindung fertig ist, wird das die längste Tunnelstrecke der Welt sein.

In China wird seit Jahren über dieses Projekt nachgedacht. Nachdem der Tunnel bereits 1994 im Gespräch war, verlief der Plan wieder im Sande. Damals war eine Fertigstellung bis 2010 ins Auge gefasst worden. Dieses Mal gibt es noch keine Angaben darüber, wann der Tunnel fertig sein soll. Nur wie teuer er wird, ist schon klar: Umgerechnet rund 33 Milliarden Euro soll er kosten, berichteten staatliche Medien.

Chinesen bauen an Panamakanal-Konkurrenz

Die hohen Kosten könnten nach den Worten von Wang Mengshu von der Chinesischen Ingenieur-Akademie in 12 bis 13 Jahren wieder eingefahren werden. Er schätzt die jährlichen Einnahmen auf rund 2,5 Milliarden Euro.

Der bislang längste Tunnel der Welt verbindet über 54 Kilometer die japanischen Inseln Honshu und Hokkaido. Der Ärmelkanal-Tunnel ist 51 Kilometer lang. Erst kürzlich erhielt eine chinesische Gesellschaft den Zuschlag für Planung, Bau und Betrieb eines Kanals durch Nicaragua, der dem Panamakanal Konkurrenz machen würde. Die Konzession soll 50 Jahre gelten.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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