Panorama

Vogelgrippe-Fälle in Großstädten China schließt Geflügelmärkte

Bislang konnte keine Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch nachgewiesen werden.

Bislang konnte keine Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch nachgewiesen werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die chinesischen Behörden reagieren rigoros auf die jüngsten durch das Vogelgrippe-Virus verursachten Todesfälle. Nach der massenhaften Keulung von Geflügel in Shanghai erhöhen nun auch andere Metropolen im Land die Vorkehrungen zum Schutz gegen das Virus. Die WHO geht bislang von keiner Pandemiegefahr aus.

Auf Grund der Gefahr durch das lebensgefährliche Vogelgrippe-Virus H7N9 verstärken nach Shanghai nun auch andere chinesische Großstädte ihre Schutzvorkehrungen. In der Acht-Millionen-Metropole Nanjing wurden nach dem Fund des Virus auf zwei Märkten auch sämtliche anderen Märkte mit Verkaufsständen für Geflügel geschlossen. In der vergleichbar großen Stadt Hangzhou seien nach der Entdeckung infizierter Wachteln außerdem auch massenweise Vögel gekeult worden.

Shanghais Behörden haben nach der Schlachtung von mehr als 20. 000 Hühnern, Enten, Gänsen und Tauben inzwischen auch die Einfuhr von lebendem Geflügel aus anderen Landesteilen sowie den Verkauf von Wildvögeln als Haustiere verboten. Trotz Schließung aller Geflügelmärkte dürfen Eier sowie frisches und gefrorenes Geflügelfleisch aber weiterhin angeboten werden. Viele verängstigte Bewohner der 23-Millionen-Stadt griffen zu Schutzmasken, in den Apotheken gingen traditionelle chinesische Grippeschutzmittel zur Neige.

Die Zahl der am Vogelgrippe-Virus verstorbenen Chinesen war nach Behördenangaben zuvor auf sechs gestiegen, davon vier in Shanghai. Insgesamt infizierten sich bislang 18 Menschen mit H7N9. Betroffen sind neben Shanghai auch die Provinzen Zhejiang, Jiangsu und Anhui. Bislang wurde zwar keine Übertragung von Mensch zu Mensch nachgewiesen, die genauen Infektionswege sind aber nach wie vor unklar.

Erreger angeblich behandelbar

Gleichzeitig versuchten die Behörden, einer Panik vorzubeugen. Es handle sich um "isolierte" Fälle, teilte das Gesundheitsministerium mit. Experten hätten bisher keine Hinweise auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch gefunden. Auch gebe es zwischen den Krankheitsgeschichten der 18 Infizierten keine Verbindungen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet bislang kaum mit einer Epidemie.

Nach dem Auftreten des neuen Vogelgrippe-Typs deuten erste Untersuchungen der WHO darauf hin, dass sich der Erreger mit den antiviralen Medikamenten Tamiflu von Roche und Relenza von GlaxoSmithKline behandeln lässt. H7N9 ist nicht der einzige Vogelgrippe-Erreger: So gab es wegen des aggressiven H5N1-Virus vor einigen Jahren die Sorge, dass es zu einer weltweiten Epidemie kommen könnte. Beide Virentypen können aber offenbar nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Aus Angst vor einer Grippe-Epidemie verkauften am Freitag viele Investoren Aktien von Fluggesellschaften: Air China, China Southern und China Eastern stürzten um knapp zehn Prozent ab. Bei der Lufthansa betrug der Rückgang mehr als fünf Prozent. Vor etwa zehn Jahren stürzte der Ausbruch der Lungenkrankheit Sars die Branche in eine Krise. Damals wurden weltweit 8000 Infektionen gezählt.

Quelle: ntv.de, dpa/Reuters/AFP